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Damn Small Linux – Not so small

01.09.2006 Das Miniaturisieren von Linux-Distributionen birgt mitunter Nachteile: Naturgemäss fallen wichtige Programme und eventuell Hardwaresupport unter den Tisch. Die Live-CD DSL-N bietet hier eine Alternative.

So genannte Bloatware ist nicht nur in Windows-Kreisen ein weit verbreitetes Übel – auch Distributoren schrecken oft nicht davor zurück, ihre Systeme mit oft überflüssigen Features zu überfrachten. Einige Distributoren trotzen diesem Trend und reduzieren ihr Betriebssystem auf das Notwendige. Einen der Vorreiter, Damn Small Linux (DSL), stellte bereits ein Artikel in Ausgabe 01/2006 [1] vor. Diesem System entspringt unter anderem Puppy Linux [2].

Beide Projekte weisen jedoch einen erheblichen Nachteil auf: Der Support für aktuelle Hardware entspricht nur bedingt den momentanen Gegebenheiten. So tun sich einige Systeme beispielweise mit den aufkommenden SATA-Festplatten schwer.

Der kleine Unterschied

Ein Kandidat, der einen Weg aus dieser Situation sucht, basiert ebenfalls auf DSL. Es handelt sich dabei um DSL-N (Damn Small Linux Not is Not Damn Small Linux) [3]. Diese Distribution erfindet das Rad jedoch nicht neu, bietet aber einige Features, die DSL fehlen. So enthält sie Kernel 2.6.11, der ein deutlich umfangreicheres Treibersortiment mitbringt, als der alte Kernel 2.4 von DSL. Allerdings lag die aktuelle Kernelversion bei Redaktionsschluss bei 2.6.17.

Zum Darstellen von Fenstern verwendet die Distribution weiterhin die Gtk-Bibliothek. Allerdings aktualisierten die Entwickler auf die Version Gtk2. Sie empfehlen zudem für die Distribution als Minimal-Hardware eine CPU mit 300 MHz und 64 MByte Hauptspeicher. Beim Festplattenplatz gibt sich DSL-N sparsam: Mehr als 83 MByte bringt das System nicht auf den Datenträger.

Zur Installation auf einen USB-Stick oder die Festplatte enthält DSL-N (Abbildung 1) entsprechende Einträge im Navigationsmenü. Die Auswahl der Programme weist im Gegensatz zum Original zusätzliche Software wie die Mozilla-Suite oder den MPlayer auf. Beim Look & Feel setzen die Entwickler dagegen auf die bewährten Konzepte aus Damn Small Linux.

Abbildung 1: Dank besserem Hardwaresupport unterstützt DSL-N auch den Zugriff auf aktuelle Sata-Festplatten.

Durchstarten

DSL-N versteht sich in erster Linie als Live-CD. Zusätzlich verfügt das System über Tools, die bei einer Installation auf Festplatte oder USB-Stick helfen. Auf Wunsch schreibt ein weiteres Werkzeug Ihre persönlichen Einstellungen auf ein nicht-flüchtiges Medium.

Achten Sie vor dem Start darauf, dass die Boot-Reihenfolge im BIOS Ihres Rechners stimmt: Hieven Sie das CD/DVD-Laufwerk mit der Heft-CD an die erste Stelle. Bereits am Boot-Prompt (Abbildung 2) legen Sie über eine große Auswahl an Boot-Parametern das Verhalten des zu startenden Systems fest.

Abbildung 2: Bereits am Boot-Prompt entscheiden Sie mit der Übergabe von Parametern, wie sich das System im laufenden Betrieb verhält.

Wichtige Boot-Parameter

toram Lädt das System komplett in den Hauptspeicher.
dma Aktiviert die DMA-Unterstützung für Laufwerke.
lang=de|en|es|fr Legt das Tastaturlayout fest.
failsafe Deaktiviert die Hardwareerkennung.

Wie das Beispiel dsl toram lang=de dma zeigt, ist es möglich, die Parameter zu kombinieren. Eine Liste aller verfügbaren Boot-Optionen erhalten Sie über [F2] und [F3]. Da das System vor dem Booten die amerikanische Tastaturbelegung verwendet, finden Sie die Taste [=] auf der Taste [`] rechts neben der Null.

Startet DSL-N nicht wie gewünscht, verwenden Sie eine niedrigere Bildschirmauflösung, oder deaktivieren Sie mit dem nicht dokumentierten Schalter nodhcp die Suche nach einem DHCP-Server. Details erhalten Sie über [F3]. Kommt es weiterhin zu Problemen, verwenden Sie den Parameter expert, der den interaktiven Abfragemodus beim Booten startet.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


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LinuxUser 06/2012

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