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World of Warcraft: Spielen unter Linux

Hardware-Hunger

Wine und World of Warcraft stürzen sich mit einem recht zügellosen Appetit auf Ihre Hardware. So sollten Sie über mindestens 6 GByte freien Platz auf der Platte verfügen, zudem verlangt World of Warcraft nach einer modernen 3D-Grafikkarte: Als Minimalanforderung nennt die Verpackung eine Karte der Geforce-2-Klasse. Da das Spiel die OpenGL-Schnittstelle benutzt, muss zudem Ihre 3D-Beschleunigung funktionieren [5].

Wine panschen

Für World of Warcaft benötigen Sie die aktuelle Wine-Version 0.9.12 [4] sowie den dazu passenden Patch [3]. Bevor Sie das Rollenspiel auf die Festplatte bannen, wenden Sie den Patch auf Wine an. Dann richten Sie das modifizierte System neu ein, entfernen davor aber ältere oder andere Wine-Versionen, um Problemen zu vermeiden.

Anschließend entpacken Sie das Wine-Archiv in ein Verzeichnis Ihrer Wahl, zum Beispiel ins Home-Verzeichnis. Das neue Verzeichnis wine-0.9.12 benennen Sie direkt in wine um, weil der Patch diesen Namen erwartet. Die Datei mit dem Patch landet auf der selben Ebene wie der Ordner wine, also auch im Heimatverzeichnis. Dann öffnen Sie ein Terminalfenster und wenden den Patch an:

patch -p0 < wow.patch.preloader↩
.and.mmap.0.9.12

Sobald sich die Eingabemarke wie in Abbildung 2 zurückmeldet, wechseln Sie mit cd wine in das Wine-Verzeichnis und kompilieren das Programm mit Hilfe der Kommandos ./configure, make depend, make sowie sudo make install.

Abbildung 2: Wenn die hier gezeigten Meldungen erscheinen, haben Sie den Patch korrekt eingespielt.

Um zu prüfen, ob alles funktioniert, geben Sie nun winecfg ein. Das Programm dient zur Einrichtung von Wine und läuft in dessen Umgebung. Starten Sie Wine damit zum ersten Mal, legt es im Hintergrund automatisch einen frischen Satz Konfigurationsdateien an. Die liegen anschließend im versteckten Unterverzeichnis .wine Ihres Home-Verzeichnisses.

Klappt das, erscheint das Fenster aus Abbildung 3. Dort wechseln Sie auf das Register Drives. Im Feld Path geben Sie nun den vollständigen Pfad zu Ihrem CD-ROM-Laufwerk an, unter Suse Linux 10.0 wäre das beispielsweise /media/dvd oder /media/cdrom. Andernfalls findet das Installationsprogramm von World of Warcraft unter Umständen keine CD. Wählen Sie als Type noch CD-ROM und klicken Sie dann auf Add: In der oberen Liste erscheint ein neuer Laufwerksbuchstabe. Ein Klick auf OK beendet Winecfg.

Abbildung 3: Das Konfigurationsprogramm winecfg richtet in Ihrem Home-Verzeichnis automatisch das versteckte Verzeichnis .wine an, in das es Konfigurationsdateien legt.

Abschließend benötigen Sie noch die Datei mfc42.dll. Es gibt sie kostenlos im Netz [3], sie gehört in das Verzeichnis .wine/drive_c/windows/system32/.

Andere Spiele, gleiche Sitten

Der beschriebene Patch-Vorgang verläuft für andere Windows-Spiele analog, den entsprechenden Patch-Befehl finden Sie über die Anwendungsdatenbank [2]. Die Übersetzung von Wine verläuft dann wie bei World of Warcraft.

Falls Sie für Ihr Spiel keinen Patch benötigen, brauchen Sie Wine nicht neu zu übersetzen. In diesem Fall genügt die mit Ihrer Distribution gelieferte Version oder eins der fertigen Pakete von der Wine-Homepage [1]. Haben Sie Wine auf Ihr System gespielt und funktioniert es korrekt, installieren Sie Ihre Windows-Spiele wie im Artikel beschrieben. World of Warcraft braucht zusätzliche die Anpassung einer Konfigurationsdatei. Ob das auch für Ihr Spiel gilt, verrät ebenfalls die Wine-Anwendungsdatenbank.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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