Suse-Pakete schneller installieren mit Y2pmsh

Nützliches Fossil

Wer mit Yast unter Suse 10.1 Software installieren möchte, sollte es nicht allzu eilig haben, denn das Programm arbeitet ziemlich langsam. Schneller geht's mit Y2pmsh, der Command Line Shell für Yast.

Die meisten Benutzer von Suse 10.1 beschweren sich über die Änderungen an Yasts Paketmanagement. Weil das System nun im Hintergrund den unternehmenstauglichen Zen Management Daemon verwendet, muss sich auch der Privatanwender für ein Update ein bisschen mehr Zeit nehmen. Zwar liefert Suse alternative Frontends wie Yum und Smart-PM mit, doch die lösen auch nicht jedes Problem: Yum braucht eigene Repositories, Smart ist selbst nicht das schnellste Programm.

Anders Y2pmsh: Es ist schnell, existiert auch für die älteren Suse-Versionen, aber kaum jemand kennt es. Das mag daran liegen, dass Suse Y2pmsh als Debugging-Tool bezeichnet. Dabei ist es ein vollwertiges, textbasiertes Frontend zum Paketmanagement unter Suse.

Schnellstart

Gemäß dem klassischen Henne-Ei-Problem können Sie Y2pmsh nicht mit Y2pmsh installieren. Also bitte noch einmal Geduld, es bleibt nur der bekannte Weg über Yast, entweder direkt über das grafische Interface oder über yast -i y2pmsh. Prinzipiell bietet Y2pmsh zwei Arbeitsmodi: eine interaktive Shell, die eigene Befehle verarbeitet und den von vielen Unix-Tools gewohnte Modus, in dem das es Parameter und Optionen verarbeitet. Ohne weitere Parameter aufgerufen startet es im Shellbetrieb.

Zuerst fügen Sie einige Repositories hinzu. In der Shell übernimmt das der Befehl source, zusammen mit dem Parameter -a wie add:

[0] y2pm > source -a ftp://mirrors.kernel.↩
org/ opensuse/distribution/SL-10.1/inst-↩
source
[0] y2pm > source -a ftp://mirrors.kernel.↩
org/opensuse/distribution/SL-10.1/non-oss-↩
inst-source
[0] y2pm > source -a http://packman.mirrors.↩
skynet.be/pub/packman/suse/10.1

Das dauert ein bisschen, denn die eingelesenen Informationen zu den Repositories sind recht umfangreich. Aber keine Angst, das macht das Programm nur beim ersten Mal. Die eingelesenen Respositories listen Sie mit dem Befehl source -s auf. Wollen Sie einzelne Server nur vorübergehend abschalten, verwenden Sie den Schalter -d Nummer, um ihn ganz zu entfernen source -R Nummer.

Im Bündel installieren

Ein bestimmtes Paket suchen Sie mit search, zum Beispiel den Media-Player Mplayer mit search MPlayer. Dummerweise beachtet die Suchfunktion Groß- und Kleinschreibung. Im Zweifelsfall ist also kluges Suchen oder Probieren angesagt. Wenig überraschend installieren Sie gefundene Paket mit install Paketname. Allerdings legt Y2pmsh dann nicht gleich los, sondern nimmt das so ausgewählte Paket erst einmal nur in eine Liste auf.

Haben Sie alle gewünschten Pakete ausgesucht, lösen Sie mit solve die Abhängigkeiten auf. Sie werden überrascht sein, wie schnell das geht! Die eigentliche Installation übernimmt schließlich commit. (Abbildung 1). Interessieren Sie die Abhängigkeiten nicht, können Sie den Solve-Schritt auch weg lassen, Commit übernimmt das automatisch.

Abbildung 1: Die Installation mit Y2pmsh auf einen Blick: search, install, solve, commit.

Wie oben beschrieben, bietet Y2pmsh auch einen nicht-interaktiven Modus. In diesem Fall stellen Sie die erwähnten Befehle einfach hinter den Namen des Programms, etwa y2pmsh install MPlayer.

Entfernen können Sie Pakete wieder mit remove. Repository-Infos aktualisieren Sie mit source -u Nummer oder source -u all (alle Server). Weitere Befehle, insgesamt knapp 30, gibt help aus. Sie decken praktisch jeden Anwendungsbereich rund ums Paketmanagement ab. Auch wer mehr darüber erfahren möchte, wie der Paketmanager funktioniert, findet in Y2pmsh das passende Programm.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Hilfe zur Selbsthilfe: Paketverwaltung
    Moderne Distributionen bieten zusätzlich in der Regel einen komfortablen Paketmanager, um Programme zu verwalten. Mit dem richtigen Know-how kitzeln Sie zusätzlich viele Information aus diesen heraus.
  • Schnelle Paketmanager-Alternative
    Der Paketmanager gehört zu den zentralen Komponenten jedes Linux-Systems. Wenn er – wie im Fall von Suse Linux 10.1 – nicht oder nur unzulässig funktioniert, muss eine Alternative her. Hier setzt Smart an.
  • Verflixt und zugenäht
    Programme auf der Kommandozeile zu installieren, ist nicht schwieriger, als einen Knopf von Hand anzunähen – wenn man weiß, wie es funktioniert.
  • So installieren Sie KDE 4.2
    Dieser Artikel zeigt, wie Sie die neuen KDE-4.2-Pakete unter Kubuntu 8.10 und OpenSuse (10.3/11.0/11.1) installieren.
  • Fruchtig und spritzig
    Sie möchten eine flinke OpenSuse-Variante für die Hosentasche? Kein Problem: Kiwi macht's möglich.
Kommentare

Infos zur Publikation

title_2016_06

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Aktuelle Fragen

thema ändern
a b, 29.05.2016 16:34, 0 Antworten
Hallo Linuxer zuerst alle eine schönen Sonntag, bevor ich meine Frage stelle. Ich habe Ubuntu 1...
Ideenwettbewerb
G.-P. Möller, 28.05.2016 10:57, 0 Antworten
Liebe User, im Rahmen eines großen Forschungsprojekts am Lehrstuhl für Technologie- und Innova...
Welche Drucker sind Linux-mint kompatibel?
Johannes Nacke, 20.05.2016 07:32, 4 Antworten
Hallo Ihr Lieben, ich bitte um mitteilung welche Drucker Kompatibel sind mit Linux-Mint. LG Joh...
MS LifeCam HD-5000 an Debian
Kay Michael, 13.04.2016 22:55, 0 Antworten
Hallo, ich versuche die oben erwähnte Cam an einem Thin Client mit Debian zu betreiben. Linux...
Import von Evolution nach KMail erzeugt nur leere Ordner
Klaus-Christian Falkner, 06.04.2016 12:57, 3 Antworten
Hallo, da ich vor einiger Zeit von Ubuntu auf Kubuntu umgestiegen bin, würde ich gerne meine E...