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Software News

Termine auf Sparflamme

Kalender mit grafischer Oberfläche oder einem Web-Front-End gibt es wie Sand am Meer. Wenn Sie aber einen kleinen, schlanken Terminplaner suchen, könnte When (http://www.lightandmatter.com/when/when.html) das Richtige für Sie sein.

Die neue When-Version 1.1.0 ist ein Perl-Skript, das keine Zusatzprogramme wie Datenbank oder Webserver braucht. Da es problemlos im Terminal oder der Konsole läuft, ist der Zugriff aus der Ferne via ssh möglich. Das Programm eignet sich auch für den Einsatz auf einem USB-Stick.

Die Termine legt When in einer einfachen Textdatei ab, die sich bequem sichern oder zwischen unterschiedlichen Rechner synchronisieren lässt. Zum Anlegen neuer Termine rufen Sie When mit dem Parameter e auf. Das Programm startet Ihren favorisierten Editor und lädt die Termindatei. Sämtliche Termine gibt man nach dem Muster y=Jahr, m=Monat, d=Tag, Uhrzeit eingegeben. Die Eingabereihenfolge spielt keine Rolle: When sortiert alle Termin vor der Ausgabe nach Datum und Uhrzeit.

Das Programm erfasst auch komplexere Terminstrukturen. Der Skat-Termin am Dienstag landet so als wiederkehrendes Ereignis im Kalender. When lässt sich aber gleichzeitig anweisen, am Geburtstag des Ehepartners nicht an den Skatabend zu erinnern. Die Anwendungsmöglickeiten gestalten sich vielfältig, die nötige Syntax für die Eingaben geht spätestens nach fünf Termineinträgen in Fleisch und Blut über.

when-01.png

Auf Wunsch zeigt When alle Termine der nächsten 365 Tage an.

Kurz notiert

Die Credativ GmbH (http://www.credativ.de), die zusammen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Behörden-Distribution Epross entwickelt, hat ein deutsches Open-Source-Support-Centers eingerichtet. Dabei beschränkt sich Credativ nicht auf einzelne Projekte oder Distributionen, sondern bietet Hilfe für alle gängigen Linux-Varianten und Open-Source-Projekte an. Das Supportangebot zielt auf Unternehmen und reicht von wenigen Stunden monatlich bis hin zur 24/7-Komplettbetreuung.

Am Rande einer Konferenz in Monte Carlo gab PC-Hersteller Dell Anfang Juni bekannt, dass man mittlerweile 25 Prozent des Umsatzes im Geschäftskundenbereich mit Linux erzielt. Meist handelt es sich um Kunden, die von Unix-Systemen auf IBM- oder Sun-Hardware zu Linux migrieren. Dell möchte seinen Kunden künftig neben Red Hat Linux auch Novells Suse Linux anbieten.

Die VA Software Cooperation gab Anfang Juni eine kostenlose Version ihrer Unternehmenslösung Sourceforge Enterprise Edition frei. Auf dieser Software läuft beispielsweise das Portal Sourceforge.net. Entwickler von Open-Source-Projekten steht damit eine kostenlose Produktionsplattform zur Verfügung. Die kostenlose Version der Enterprise Edition bietet den vollen Funktionsumfang der kommerziellen Variante samt webbasiertem Repository, LDAP-Unterstützung, integriertem Wiki, Workflow-Kontrolle und Zugriffsverwaltung. Auf diese Weise erleichtert das Produkt Kommunikation und Koordination bei der dezentralen Entwicklung. Die Sourceforge Enterprise Edition steht unter http://www.sourceforge.net/powerbar/sfee/ zum Download bereit. Die Lizenz ist unbegrenzt gültig, jedoch auf 15 Anwender beschränkt.

Die Analyse-Software für Netzwerkprotokolle Ethereal erscheint ab sofort unter dem Namen Wireshark (http://www.wireshark.org/). Grund für die Namensänderung: Hauptentwickler Gerald Combs hat eine neue Stelle angenommen, die Namensrechte an Ethereal liegen aber bei Combs früherem Arbeitgeber, der für die Netzwerkanalyse auch Services anbietet. Eine Umbenennung und die damit verbundene Umsiedlung der Website samt Repository, Bugtracker und Mailingliste war unvermeidbar. Letztlich entsteht so ein Fork – allerdings wechselte mit Combs der komplette Kern des Entwicklerteams zu Wireshark. Ob Combs ehemaliger Arbeitgeber Ethereal in Eigenregie weiter entwickelt, ist nicht bekannt.

Spielehersteller Linux Game Publishing stellte eine Portierung des Strategie- und Rollenspielklassikers Gorky 17 vor. Da die Windows-Version bereits 1999 erschien, stellt die Portierung auf moderne Hardware keine Herausforderung dar. Laut Hersteller reicht ein 300-MHz-Rechner mit 64 MByte Arbeitsspeicher aus. Ziel des Spiel ist es, als virtueller Kommandant einer kleinen Eingreiftruppe in einem Dorf, das zu Ostblockzeiten ein Militärlabor war, das Auftauchen von Mutanten aufzuklären. Neugierige können unter http://demofiles.linuxgamepublishing.com/gorky17/ eine 151 MByte große Demo herunterladen. Das Spiel ist bei Linux Game Publishing für rund 40 Euro erhältlich.

Da auch freie Software nicht fehlerfrei ist, hat die Universität Wisconsin das Projekt Cooperative Bug Isolation (http://www.cs.wisc.edu/cbi/) ins Leben gerufen. In einer Art Feldstudie erforschen die Wissenschaftler, warum Programme abstürzen und wo die Fehler liegen. Dazu modifizierten die Forscher verschiedene Binärpakete großer Open-Source-Projekte und bieten sie für mehrere Fedora-Versionen an. Zu den Paketen zählen unter anderem Gimp, Gaim und Evolution. Der testwillige Anwender installiert das "Bug Isolation Feedback System", das Datenwerte und Programmverzweigungen der modifizierten Programme beobachtet und im Crash-Fall anonymisierte Rückmeldungen an die Forscher sendet. Diese werten die Forscher statistisch aus.

Mit FreeWRT (http://www.freewrt.org/) existiert jetzt eine weitere freie Firmware für die WRT-Router von Linksys und kompatible Geräte. Das Projekt spaltete sich Ende Mai vom OpenWRT-Projekt ab, nachdem es zwischen dem Entwickler Waldemar Brodkorb und dem Projektteam zu Meinungsverschiedenheiten gekommen war. Brodkorb wirft dem OpenWRT-Team Lethargie und mangelnde Professionalität vor. Für FreeWRT plant er regelmäßige Release-Zyklen, einen einfachen Update-Mechanismus, verbesserte Kommunikation zwischen Entwicklern und Anwendern sowie die Rekrutierung neuer Entwickler.

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