Wer sich intensiv mit einem Thema beschäftigt, sammelt in den meisten Fällen Material in unterschiedlichen Formaten an. Um es zu ordnen, drängt sich eine Software geradezu auf. Das Programm Treeline [1] stammt aus dem Umfeld solcher "Mindmapper" und versucht, aus dem bunten Durcheinander ein geordnetes Nebeneinander zu machen. Das Python-Programm baut auf PyQt [2] auf, neben der Linux-Version gibt es auch eine Variante für Windows.
Treeline organisiert die Daten in einer Baumstruktur. Jedes Element ("Knoten") des Baumes darf dabei beliebig viele Datenfelder unterschiedlichen Typs enthalten. Die Zahl der Knoten unterliegt keiner Grenze. Verschiedene Sortierfunktionen helfen beim Suchen in den Informationen. Der Schwerpunkt des Programms liegt neben dem strukturierten Verwalten in den Druck- und Exportfunktionen, über die Sie die gesammelten Informationen im wahrsten Sinne des Wortes in andere Formate transformieren.
Allheilmittel XML?
Bei der Ablage der Daten arbeitet Treeline mit einem XML-Dialekt. Alle Informationen landen in einer Datei mit der Endung .trl. Diese ließe sich mit einem beliebigen Texteditor weiterbearbeiten – fehlten in der Datei nicht die notwendigen Angaben zur Struktur der Daten. Diese finden sich normalerweise in einer DTD oder einer Schema-Datei.
Zum Umwandeln der Daten verwendet das Programm eine Transformation via XSL. Diese erzeugt beispielweise HTML-Dateien oder Bookmark-Files für verschiedene Webbrowser. Zum Weiterverarbeiten in Browsern steht das Format der Mozilla-Lesezeichen oder das XBEL-Format [3] von Galeon und Konqueror zur Auswahl; beiden liest Treeline bei Bedarf auch ein.
Installation
Treeline setzt die Bibliothek Qt ab Version 3 sowie Python [4] ab Version 2.3 voraus. Außerdem verlangt es PyQt 2.4 oder neuer sowie den XML-Parser, der sich im PyXML-Paket [5] findet. Erfüllt Ihr System alle Voraussetzungen, entpacken Sie den Quelltext von Treeline, den Sie auf der Homepage des Programms finden. Anschließend wechseln Sie in das neu entstandene Verzeichnis treeline und geben als Root den Befehl python install.py ein.
Falls Sie das Programm in ein anderes Verzeichnis als /usr/local/treeline installieren möchten, geben Sie dem Installationsskript den gewünschten Pfad mit -p Pfadname
als Parameter mit.
Treeline verfügt standardmäßig lediglich über eine englischsprachige Oberfläche und Onlinehilfe. Andere Sprachen, darunter auch Deutsch, richten Sie mit Hilfe der Datei treeline-i18n-0.14.1a.tar.gz ein, die Sie ebenfalls auf der Homepage des Programms finden. Die Installation der Sprachpakete funktioniert genauso wie die des Programms.
Anschließend starten Sie Treeline durch Eingabe von treeline & in einer Terminalemulation. Nach dem Start zeigt sich das Programm mit seiner übersichtlichen Oberfläche: Links unterhalb der Menü- und Werkzeugleiste befindet sich eine Baumansicht, in der Sie die Notizen anordnen. Die rechte untere Fensterhälfte teilt sich mit Hilfe von Tabs in drei Seiten auf: Ansicht, Editor und Überschriften.
Wählen Sie Ansicht, zeigt das Programm oben den formatierten Inhalt des ausgewählten Knotens, unten die Überschriften der untergeordneten Knoten. Im Tab Editor bearbeiten Sie im oberen Teil den aktuell gewählten Knoten, im unteren Teil die nachgeordneten Notizen. Hinter dem Reiter Überschriften-Liste schließlich beschränkt sich die Ansicht auf die Überschriften der Knoten (Abbildung 1).
Innerhalb der Baumansicht verschieben Sie einzelne Knoten (mit Ausnahme des Hauptelements) beliebig mit der Maus innerhalb der Baumansicht oder ordnen diese neu an. Möchten Sie ein neues Element vor dem aktuellen einfügen, benutzen Sie die Tastenkombination [Strg]+[B]. Mit [Strg]+[I] fügen Sie ein neues Element hinter dem aktuellen ein.
Ein neues Element unterhalb des aktuellen Knotens setzen Sie mit der Tastenkombination [Strg]+[A] ein. Treeline markiert den Namen des neuen Knotens automatisch, sodass er such sofort benennen lässt.



