Läuft die Internetverbindung nicht oder erreichen Sie Computer im lokalen Netz nicht, ist guter Rat oft teuer. Verschiedene Kommandozeilentools helfen bei der Fehlersuche im Netz. So testen Sie beispielsweise mit ping und traceroute die Erreichbarkeit anderer Computer, kontaktieren mit host und dig Nameserver und schauen mit netstat nach, was Ihr Rechner gerade im Netzwerk unternimmt.
Wer bin ich?
Die Netzwerkschnittstellen Ihres eigenen Rechners untersuchen Sie mit dem Programm ifconfig. Das praktische kleine Tool zeigt nicht nur Informationen zur aktuellen Konfiguration an, sondern hilft auch beim Einrichten der Schnittstellen. Um die aktuellen Einstellungen anzuzeigen, rufen Sie /sbin/ifconfig ohne weitere Parameter auf. Da das Programm in /sbin und damit selten im $PATH eines Benutzers liegt, müssen Sie den vollen Pfad angeben.
Listing 1 zeigt das Kommando und die Ausgabe, in der jede Schnittstelle ihren eigenen Abschnitt hat. Der Rechner im Beispiel verfügt über eine Netzwerkkarte (eth0) mit der die IP-Adresse (inet addr) 10.195.34.14. Weiterhin sehen Sie Informationen zur Broadcast-Adresse (Bcast) und Subnetzmaske (Mask). Dass die Schnittstelle aktiv ist, erkennen Sie an UP. RX zeigt die Anzahl empfangener, TX diejenige gesendeter Pakete an.
Weiterhin ist das so genannte Loopback-Interface (lo) konfiguriert. Über diese Schnittstelle lässt sich der Rechner intern stets unter der IP-Adresse 127.0.0.1 und den Namen localhost erreichen. Als dritte Schnittstelle sehen Sie im Listing einen DSL-Anschluss ppp0; der Rechner besitzt im Internet die Adresse 11.22.33.44.
Listing 1
$ /sbin/ifconfig
eth0 Link encap:Ethernet HWaddr 00:30:48:70:4B:40
inet addr:10.195.34.14 Bcast:10.195.34.255 Mask:255.255.255.0
UP BROADCAST RUNNING MULTICAST MTU:1500 Metric:1
(…)
RX packets:1162180567 errors:0 dropped:449 overruns:0 frame:0
TX packets:2046191782 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
(…)
lo Link encap:Local Loopback
inet addr:127.0.0.1 Mask:255.0.0.0
(…)
ppp0 Link encap:Point-Point Protocol
inet addr:11.22.33.44 P-t-P:11.22.33.55 Mask:255.255.255.0
(…)
Wer sind die anderen?
Dank einer praktischen Einrichtung, die sich Domain Name Service nennt, muss sich niemand komplizierte IP-Adressen merken, sondern kann Rechner über ihren Domainnamen kontaktieren. Dass die DNS-Konfiguration auf Ihrer Seite richtig funktioniert, testen Sie beispielsweise mit dig oder host auf der Kommandozeile. Beiden Tools übergeben Sie als Argument entweder einen Domainnamen oder eine IP-Adresse – die Umwandlung funktioniert in beide Richtungen.
Ein Beispiel für eine Dig-Anfrage sehen Sie in Listing 2. Neben der Frage (QUESTION SECTION) präsentiert dig auch die Antwort (ANSWER SECTION). Welche IP-Adresse der eingebene Domainname hat, steht in diesem Bereich hinter A. In die andere Richtung, also von IP-Adresse zum Domainname, geht es, wenn Sie zusätzlich die Option -x einsetzen.
Listing 2
$ dig www.linux-user.de ; <<>> DiG 9.2.4 <<>> www.linux-user.de ;; global options: printcmd ;; Got answer: ;; ->>HEADER<<- opcode: QUERY, status: NOERROR, id: 15715 ;; flags: qr rd ra; QUERY: 1, ANSWER: 1, AUTHORITY: 13, ADDITIONAL: 1 ;; QUESTION SECTION: ;www.linux-user.de. IN A ;; ANSWER SECTION: www.linux-user.de. 73628 IN A 87.106.38.241 (…)
Das Tool host braucht zur Richtungsangabe keinen Parameter; es verrät nicht ganz so viel wie dig, aber nimmt ohne Probleme IPs und Domainnamen an. Ein Beispiel finden Sie in Listing 3: Oft teilen sich mehrere Domainnamen dieselbe IP-Adresse, etwa wenn ein Webserver mehrere Seiten hostet. Genauso kann ein Domainname auf mehrere IP-Adressen zeigen: Häufig frequentierte Webseiten, wie Google oder eBay, setzen aus Performance-Gründen mehrere Webserver ein.
Listing 3
$ host www.google.com www.google.com is an alias for www.l.google.com. www.l.google.com has address 66.102.9.104 www.l.google.com has address 66.102.9.147 www.l.google.com has address 66.102.9.99



