Gnome-News

01.08.2006

CDs einfach selber backen

Grafische Oberflächen zum Erstellen und Brennen von CDs oder DVDs sind unter Linux keine Seltenheit mehr. Viele bestechen allerdings mehr durch einen enormen Funktionsumfang als durch einfache und übersichtliche Bedienung. Graveman (http://graveman.tuxfamily.org/) stellt die Ausnahme von der Regel dar. Das Programm agiert, wie die meisten seiner Zunft, als Oberfläche für die Kommandozeilen-Tools cdrecord, mkisofs und Konsorten. Eine Konfiguration dieser Werkzeuge ist in der Regel nicht erforderlich. Wer aber spezielle Optionen für die einzelnen Tools benötigt, kann diese in der Graveman-Konfiguration hinterlegen.

Auf den ersten Blick erinnert Graveman ein wenig an das von Windows bekannte Nero Express. Der Benutzer hat die Wahl zwischen dem Erstellen einer Audio- oder Daten-CD, einer Daten-DVD oder dem Kopieren einer CD. Das Kopieren von DVDs oder Erstellen einer Video-DVD unterstützt Graveman noch nicht, es soll jedoch in einer kommenden Version umgesetzt werden.

Hat sich der Anwender für einen Datenträger-Typ entschieden, kann er mit der Auswahl der Daten beginnen. Ein Fortschrittsbalken am unteren Fensterrand gibt dabei Auskunft, wieviel Platz noch auf dem Datenträger verbleibt – vorausgesetzt, der Anwender hat vorher die korrekte Kapazität der Disk angegeben. Graveman unterstützt Daten-CDs bis zu einer Größe von 800 MByte, Daten-DVDs bis 9,4 GByte und Audio-CDs bis zu 100 Minuten.

Vor dem Brennen sortiert der Anwender die ausgewählten Dateien und Verzeichnisse nach Belieben und passt die Verzeichnisstruktur seinen Wünschen an. Aus den Daten erstellt Graveman dann im ersten Schritt eine Image-Datei, die es im dritten Takt auf den Datenträger brennt. Ein so genanntes Burn-on-the-fly, bei dem die Daten ohne Umweg über ein Image direkt auf den Datenträger wandern, beherrscht das Programm noch nicht. Eine Implementierung ist aber geplant.

Die Entwickler deklarieren Graveman zwar noch als Test-Version, das aktuelle Release 0.3.12-5 macht aber einen stabilen Eindruck.

Falls nötig, kann Graveman den verwendeten Kommandozeilen-Programmen zusätzliche Parameter auf den Weg geben.

Samba einrichten leicht gemacht

Einen Samba-Server richtig zu konfigurieren ist eine Kunst für sich, an der nicht nur Linux-Einsteiger scheitern können. Die grafische Oberfläche Gsambad (http://mange.dynalias.org/linux.html) unterstützt den Anwender und führt ihn durch die Konfiguration.

Beim ersten Start nach der Installation liest Gsambad die Samba-Konfigurationsdatei aus und fügt dort bereits vorhandene Einstellungen in seine Formularfelder ein. Damit der Benutzer nicht die Übersicht verliert, unterteilt das Programm die Konfiguration in die administrativen Abschnitte Server-Einstellungen, Benutzer, Freigaben, Rechner sowie in Statusfenster aus den Bereichen Verbindungen, Sicherheit und Festplatten. Darüber hinaus zeigt Gsambad in einem weiteren Fenster die vollständige Konfigurationsdatei an und bietet dem Anwender dort die Möglichkeit zur manuellen Nachbearbeitung.

In den Server-Einstellungen lassen sich alle relevanten Einstellungen vornehmen, die das allgemeine Verhalten des Servers bestimmen. Vom Rechner- und Domain-Name über das Sicherheitslevel bis hin zu den Pfaden der unterschiedlichen Konfigurationsdateien kann der Anwender jedes Detail anpassen. Die übersichtliche Auflistung macht es fast unmöglich, einen Parameter zu vergessen. Im Bereich Druckerfreigabe unterstützt die aktuelle Version nur CUPS als Backend. Wer noch LPR oder LPRng verwendet, muss die Konfiguration mit einem Editor nachbearbeiten.

Das Anlegen neuer Benutzer oder Freigaben gestaltet sich dagegen kinderleicht. Versteckt im Konfigurationsabschnitt Freigaben existiert eine Importfunktion, mit der sich bestehende Unix-Anwender und Gruppen einfach in die Samba-Nutzerverwaltung übernehmen lassen. Neue Freigaben und neue Rechner muss der Anwender aber nach wie vor selber anlegen. Dabei bedient sich Gsambad der Tools useradd und groupadd zum Anlegen neuer Rechner. Wer Gsambad als einfacher Anwender mittels su oder sudo startet, muss darauf achten, dass sich das Verzeichnis /usr/sbin in seinem Pfad befindet, damit Gsambad die Administrationsbefehle findet.

Läuft der Samba-Server, behält man mit Hilfe der Statusfenster Verbindungen, Partitionen und Sicherheit im Auge. Die Anzeigen aktualisieren sich nicht automatisch, so dass der Anwender eine Fehlermeldung in Ruhe betrachten kann. Ein Eingriff ins Geschehen ist über die Statusfenster jedoch nicht möglich.

Zwar trägt Gsambad erst die Versionsnummer 0.1.1, das Programm wird aber mit viel Energie weiterentwickelt: Innerhalb von fünf Wochen erschienen sechs neue Versionen – eine siebte befindet sich bereits in der Entwicklung. Gsambad stammt vom schwedischen Entwickler Magnus Loef, der auch die Oberflächen Gdhcpd und Gbindadmin programmierte, die LinuxUser in der Ausgabe 06/2006 vorgestellt hat.

Gsambad: Übersichtlicher kann eine Samba-Konfiguration kaum sein.

Kurz notiert

Beim diesjährigen Google Summer of Code fiel der Gnome-Stiftung auf, dass sich keine weiblichen Entwickler an den angebotenen Gnome-Projekten beteiligen. Die Stiftung reagierte darauf, indem sie das Women's Summer Outreach Program (http://www.gnome.org/projects/wsop/) ins Leben rief. Im Rahmen des Programms können Entwicklerinnen eigene Vorschläge einreichen oder aus einer Liste offener Projekte ein beliebiges auswählen. Die Teilnehmerinnen haben zwei Monate, um ihr Projekt erfolgreich abzuschließen. Jedes erfolgreiche Projekt belohnt Gnome mit einem Stipendium von 3000 US-Dollar.

Nokia sucht erneut nach ambitionierten Linux und Gnome-Entwicklern, die mit dem Maemo-Framework Programme für das Nokia 770 entwickeln. Das Nokia 770 Internet Tablet ist ein Linux-Pocket-PC mit WLAN-Anbindung. Gesucht werden neben Experten für die Programmierung grafischer Oberflächen auch versierte Entwickler mit Kenntnissen in Instant Messaging und Voice-over-IP. Weiterführende Informationen zu den Stellenausschreibungen gibt es auf Nokias Job-Portal (http://www.nokia.com/careers/jobs) unter dem Stichwort Maemo.

Zahlreiche Windows-Applikation laufen dank Wine auch unter Linux, ihre Installation ist jedoch alles andere als einfach. Hier will Wine-Doors (http://www.wine-doors.org/) Abhilfe schaffen. Es soll die in die Jahre gekommenen Winetools ablösen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger verfügt Wine-Doors über keine fest eingebundene Programmdatenbank, sondern bezieht über einen Web-Dienst die Liste aller installierbaren Programme sowie deren Installationsroutinen als XML-Datei. Auf diese Weise muss der Anwender Wine-Doors nicht neu installieren, wenn die Liste der unterstützten Programme wächst.

Laut Mailing-Liste der Gnome-Stiftung (http://mail.gnome.org/archives/foundation-list/2006-June/msg00121.html) tritt Intel dem GNOME Foundation Advisory Board bei. Dieses Gremium steht dem Stiftungsvorstand beratend zur Seite. Firmen wie Nokia, IBM, Red Hat, Novell, Hewlett-Packard und Sun sind bereits einflussreiche Mitglieder. Mit dem Debian-Projekt und der Free Software Foundation sitzen aber auch zwei Non-Profit-Organisationen mit im Advisory Board. Intel zahlt für seine Mitgliedschaft wie alle großen Firmen jährlich 10 000 Euro an die Gnome-Stiftung.

Da die administrativen Aufgaben der Gnome-Stiftung immer umfangreicher ausfallen, plant die Stiftung jetzt eine Verwaltungskraft auf Halbtagsbasis einzustellen (http://mail.gnome.org/archives/foundation-list/2006-June/msg00076.html). Zu ihren Aufgaben zählt die Buchhaltung, unter anderem die Verwaltung von Spenden und die Abwicklung von Rechnungen. Auch für den Mail-Verkehr zeichnet künftig die Verwaltungskraft zuständig. Deutsche Gnome-Fans scheiden als Bewerber leider aus: Die Stiftung sucht explizit nach einem Mitarbeiter mit Wohnsitz in den USA, vorzugweise in Boston.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2014: VIDEOS BEARBEITEN

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

WLAN-Signalqualität vom Treiber abhängig
GoaSkin , 29.10.2014 14:16, 0 Antworten
Hallo, für einen WLAN-Stick mit Ralink 2870 Chipsatz gibt es einen Treiber von Ralink sowie (m...
Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 6 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...