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Distribits

01.08.2006

Stux für den Alltag

Die auf Slackware basierende Live-Distribution Stux Linux (http://www.gpstudio.com/stux/) bietet einen Desktop, der auf dem aktuellen KDE 3.5.3 aufbaut. Den haben die Autoren um das Stux Control Center erweitert, über das der Benutzer wichtige Systemeinstellungen tätigt. Stux speichert Nutzerdaten und Konfigurationen auf Wunsch für die nächste Sitzung auf einer Festplattenpartion oder einem USB-Stick.

Kernel (2.6.12) und Hardware-Erkennung übernahmen die Autoren von Knoppix. Stux erkennt die vom Kernel unterstützten Wifi-Karten und bindet sie ein. Daneben versprechen die Entwickler eine verbesserte Bluetooth-Unterstützung.

Die Anwendungen erfüllen die Ansprüche des normalen PC-Nutzers. Den Part der Textverarbeitung übernimmt Abiword 2.2.9, als Browser und Mailclient dienen die Mozilla-Produkte Firefox 1.5.0.3 und Thunderbird 1.5.0.2. Die Programme Installpkg und QTSwaret helfen dabei, das System um Pakete aus dem Slackware-Pool zu erweitern.

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Stux bringt ein eigenes Konfigurationswerkzeug und die nötigsten Programme für den Alltag mit.

Mandrivas neue Kleider

Mandriva (http://www.mandriva.com) hat die erste Vorabversion des kommenden Mandriva Linux 2007 freigegeben. Unter http://qa.mandriva.com/twiki/bin/view/Main/MandrivaLinux2007Frige finden Sie eine Liste von Servern, die CD-Images bereit halten. Dort finden sich zwei Varianten mit englischer Lokalisierung – eine enthält KDE als Desktop, die andere Gnome.

Die Entwickler betreiben mit dem neuen Mandriva vor allem Modellpflege: Die Desktops KDE in Version 3.5.3 und Gnome in Version 2.15 sind auf dem neuesten Stand. Gleiches gilt für das taufrische KOffice 1.5.1.

Bei der Distribution handelt es sich um einen Schnappschuss aus dem aktuellen Entwicklungszweig Cooker. Das System richtet sich an experimentierfreudige Benutzer und eigenet sich nicht für den Produktiveinsatz. Im derzeitigen Status sorgt das System für Probleme bei der Zusammenarbeit mit USB-Geräten, erkennt PCMCIA-Netzwerkkarten nicht korrekt und versagt ab und zu bei der automatischen Konfiguration des X-Window-Systems.

Die Mandriva-Entwicklergemeinde plant, bis zur Herausgabe der endgültigen Fassung weitere Vorabversionen zu veröffentlichen. Eine einfache Möglichkeit dafür bietet DrakLive (http://qa.mandriva.com/twiki/bin/view/Main/DrakLive), ein Programm zum Erstellen einer Live-Distribution aus einem laufenden Mandriva-System.

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Ein erster Blick auf Mandriva 2007 zeigt vor allem neue Versionen bei den Desktops.

Netzwerkers Werkzeugkasten

Unter dem Namen Frenzy (http://frenzy.org.ua/en/) vertreiben Entwickler aus der Ukraine ein auf FreeBSD basierendes System, das Programme zum Einrichten und zum Testen von Netzwerken mitbringt. Systemkontrolle und Sicherheitsüberprüfungen zählen zu den weiteren Spezialitäten. Das ISO-Image enthält bei einem moderaten Umfang von 200 MByte neben Konsolenprogrammen auch den schlanken Window-Manager Fluxbox und grafische Anwendungen.

Wer des Testens und Kontrollierens müde ist, findet mit Xmms und Mplayer Programme zum Abspielen von Musik- und Filmdateien. Alle mitgelieferten Anwendungen listet das ansprechend gemachte Online-Handbuch (http://frenzy.org.ua/en/releases/1.0/doc/doc_en-soft-ext.html) auf.

Mit Hilfe des Programms Install2hdd erlaubt Frenzy die Installation auf die Festplatte. Das Skript Install2flash erledigt die Installation auf mobilen Datenträgern, wie USB-Sticks.

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Frenzy enthält die wichtigsten Werkzeuge zur Netzwerkanalyse und Systemkonfiguration.

Linux für Umsteiger

Xandros (http://www.xandros.com) hat Version 4.0 seiner Desktop-Distribution herausgebracht. Damit zielt das Unternehmen besonders auf Umstiegswillige aus dem Windows-Lager und versucht unter anderem mit einem in Sachen Aussehen und Bedienung am Windows-Explorer orientierten Dateimanager eine vertraute Umgebung zu vermitteln. Der Lese- und Schreibzugriff auf NTFS-formatierte Festplattenpartitionen zählt ebenfalls zu den Features für Umsteiger. Proprietäre Programme wie Realplayer, Skype und Crossover Office runden die Windows-Anmutung ab.

Die Xandros Home Edition basiert auf Debian und ist kompatibel zur Linux Standard Base 3.1. Neben dem selbstgestalteten Dateimanager setzt Xandros auf Bewährtes aus dem Linux-Fundus, Angaben zu den beigelegten Versionen erspart sich der Hersteller. Als Browser liefert Xandros Firefox, für E-Mails zeichnet sich Thunderbird zuständig.

Die von Xandros angepriesenen Programme zum Verwalten von Musik und Bildern entpuppen sich beim näheren Betrachten als die umgelabelten Anwendungen Amarok und Digikam. Als Pluspunkt verbucht die Distribution einen integrierten Codec zum Abspielen von MP3-Dateien. Auch das Brennen von Dateien auf CDs oder DVDs funktioniert wie bei Windows per Drag & Drop im Dateimanager.

Um den Umstieg von Windows auf Linux zu erleichtern, liefert Xandros mit dem Versora Progression Desktop (http://www.versora.com/products/progression_desktop_linux.php) ein Sortiment von Programmen mit, die E-Mails, Kontakte und Office-Dokumente aus Windows-Programmen in ein Format konvertieren, das Linux-Programme unterstützen. Bookmarks aus dem Internet Explorer wandern so auf Firefox, E-Mails und Kontakte aus Outlook in Evolution oder Thunderbird. MS-Word-Dokumente wandelt Versora Progression Desktop für OpenOffice Writer um.

Die englische Ausgabe von Xandros Home Edition steht für rund 40 US-Dollar direkt beim Hersteller zum Download bereit, die deutsche Version folgt voraussichtlich Ende des Jahres.

Nexenta wechselt die Eltern

Nexenta OS (http://www.opensolaris.org), ein Betriebssystem, das den Kernel von OpenSolaris mit GNU-Software zusammenführt, hat die Basis gewechselt: Künftig kommt Ubuntu statt Debian als Paketquelle zum Einsatz. Die Entwickler entschlossen sich dazu, weil Ubuntu-Hersteller Canonical mit der Version 6.06 zum erstmal den Long Term Support bietet. Für die Server-Ausgabe stellen die Entwickler fünf Jahre lang Updates und Patches bereit, um eine stabile Plattform zu garantieren.

Zum Trimmen des Systems nutzen die Entwickler einen Autobuilder (http://www.gnusolaris.org/cgi-bin/hackzone-web), mit dessen Hilfe sie schon über 10 000 Pakete für Nexenta anpassen konnten. Das System steht als Installations- und Live-CD sowie als VMWare-Image zum Download bereit. Die Installation von der Homepage erfordert das Registrieren bei Hersteller; über Distrowatch (http://distrowatch.com/?distribution=nexenta) klappt es auch ohne.

Die wichtigsten Neuerungen in der aktuellen Alpha 5 sind OpenOffice in Version 2.0.2, der OpenSolaris Kernel Build #40, Installationsoptionen für minimale und vollständige Installationen, die Unterstützung von Wechseldatenträgern und die Möglichkeit, den Kernel über Apt auf den neuesten Stand zu bringen. Ferner integriert Nexenta das Java SE 5.0 SDK von Sun – neue Lizenzbestimmungen des Java-SDKs machen's möglich.

Kurz notiert

Das Entwicklerteam von Fedora (http://fedora.redhat.com) hat die erste Testversion von Fedora Core 6 herausgegeben. Eine wichtige Neuerung betrifft die Drucktechnologie: Fedora verwendet jetzt Cups 1.2 und die neue Gtk+-Drucktechnologie. In die Rubrik Neues fallen außerdem die Unterstützung von Intel-Macs sowie die Zusammenarbeit des Installationsprogramms mit IPv6. Die beiden enthaltenen Desktops KDE 3.5.3 und Gnome 2.15 sind auf dem aktuellen Stand. Das System ist für die Plattformen x86, PPC, und x86-64 verfügbar. Für den Download empfehlen die Entwickler bevorzugt das Bittorrent-Netzwerk (http://torrent.fedoraproject.org). Wenn nichts dazwischen kommt, erscheint nach weiteren Testversionen am 27. September die fertige Distribution.

Die Distribution Asterisk@Home hat sich in Trixbox (http://www.trixbox.org) umbenannt. Das aktuelle Trixbox 1.1 basiert auf Centos (http://www.centos.org) und stellt ein System zum schnellen Aufsetzen von VoIP-Telefonanlage dar. Die Administration erfolgt über ein Webinterface. Gegenüber der vorangegangenen Version übernimmt nun das Programm Munin nun das Überwachen des Systems. Ansonsten haben die Entwickler vor allem Fehler korrigiert.

Alexandre Vincent hat ein Howto dazu geschrieben, wie man NetBSD möglichst schmerzlos auf einem x86-basierenden-Rechner installiert: NetBSD 3.0 Installation Quick and Clean (http://home.gna.org/netbsd-intro/). Er beschreibt je ein Szenario für den Einsatz auf dem Desktop und dem Server. Alexandre Vincent sucht Mitstreiter, die beim Erweitern des Textes helfen.

Das auf FreeBSD basierende PCBSD (http://www.pcbsd.org) wartet in der neuen Version 1.11 mit einer Reihe von Verbesserungen auf. KDE ist in der akuellen Version 3.5.3 dabei und der Kernel enthält eine Reihe neuer Grafiktreiber, unter anderem für Intels integrierte Grafikchips und für betagte Voodoo-Karten. PCBSD läuft nur auf x86-basierenden Systemen.

Der Linux-Baukasten T2 (http://www.t2project.org) läuft in der neuesten Version 2.2.0 auch auf Systemen mit Suns Sparc64-Prozessoren. Bei T2 handelt es sich nicht um eine vollständige Distribution, sondern um ein Set von Werkzeugen zum Erstellen von Live-CDs. T2 bringt eine Vorabversion des Linux-Kernels 2.6.17 mit, die Sparc64-Prozessoren direkt unterstützt. Ferner haben die Entwickler die von der Distribution verwendete C-Bibliothek Dietlibc für Sparc64 angepasst.

Die auf Debian basierende Live-Distribution College Linux (http://www.collegelinux.org) bringt den Webserver Lighttpd mit PHP5-, Ruby- und Perl-Support mitbringt. Der Kernel trägt die Versionsnummer 2.6.17.1, als grafische Oberfläche dient Xfce 4 in Verbindung mit X.org 6.9. Neben PHP 5 und Perl 5 enthält das System Python 2.3 als Skriptsprache. Vim 7 und GEdit dienen zum Erstellen und Bearbeiten von Skripts – Syntax-Highlighting inklusive.

Grafpup (http://grafpup.com), die Live-Distribution auf Basis von Puppy Linux, liegt jetzt in Version 1.0.4 vor. Nathan Fisher hat damit ein System zusammengestellt, das Programme zum Bearbeiten von 2D-Grafiken enthält. Mit von der Partie sind unter anderem das DTP-Programm Scribus 1.2.4.1, Gimp 2.2.11, Inkscape 0.43 und Cinepaint. Als grafische Oberfläche dient das schlanke Icewm , als Webbrowser Opera 9 . Die kompakte Textverarbeitung Ted ergänzt die Auswahl.

Kurz nach Freigabe von Ubuntu 6.06 LTS ist auch Nubuntu (http://www.nubuntu.org) erschienen. Das System konzentriert sich auf Sicherheits- und Netzwerk-Audits. Es enthält Programme zum Testen von Samba-, SQL- und DNS-Servern. Bluesnarfer überprüft Bluetooth-Verbindungen, und Aircrack-ng testet drahtlose Netzwerke. Als Desktop verwenden die Nubuntu-Entwickler Fluxbox, als Browser dient Firefox 1.5.0.4 und Gvim kommt als grafischer Editor zum Einsatz.

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