Nexenta wechselt die Eltern

Nexenta OS (http://www.opensolaris.org), ein Betriebssystem, das den Kernel von OpenSolaris mit GNU-Software zusammenführt, hat die Basis gewechselt: Künftig kommt Ubuntu statt Debian als Paketquelle zum Einsatz. Die Entwickler entschlossen sich dazu, weil Ubuntu-Hersteller Canonical mit der Version 6.06 zum erstmal den Long Term Support bietet. Für die Server-Ausgabe stellen die Entwickler fünf Jahre lang Updates und Patches bereit, um eine stabile Plattform zu garantieren.

Zum Trimmen des Systems nutzen die Entwickler einen Autobuilder (http://www.gnusolaris.org/cgi-bin/hackzone-web), mit dessen Hilfe sie schon über 10 000 Pakete für Nexenta anpassen konnten. Das System steht als Installations- und Live-CD sowie als VMWare-Image zum Download bereit. Die Installation von der Homepage erfordert das Registrieren bei Hersteller; über Distrowatch (http://distrowatch.com/?distribution=nexenta) klappt es auch ohne.

Die wichtigsten Neuerungen in der aktuellen Alpha 5 sind OpenOffice in Version 2.0.2, der OpenSolaris Kernel Build #40, Installationsoptionen für minimale und vollständige Installationen, die Unterstützung von Wechseldatenträgern und die Möglichkeit, den Kernel über Apt auf den neuesten Stand zu bringen. Ferner integriert Nexenta das Java SE 5.0 SDK von Sun – neue Lizenzbestimmungen des Java-SDKs machen's möglich.

Kurz notiert

Das Entwicklerteam von Fedora (http://fedora.redhat.com) hat die erste Testversion von Fedora Core 6 herausgegeben. Eine wichtige Neuerung betrifft die Drucktechnologie: Fedora verwendet jetzt Cups 1.2 und die neue Gtk+-Drucktechnologie. In die Rubrik Neues fallen außerdem die Unterstützung von Intel-Macs sowie die Zusammenarbeit des Installationsprogramms mit IPv6. Die beiden enthaltenen Desktops KDE 3.5.3 und Gnome 2.15 sind auf dem aktuellen Stand. Das System ist für die Plattformen x86, PPC, und x86-64 verfügbar. Für den Download empfehlen die Entwickler bevorzugt das Bittorrent-Netzwerk (http://torrent.fedoraproject.org). Wenn nichts dazwischen kommt, erscheint nach weiteren Testversionen am 27. September die fertige Distribution.

Die Distribution Asterisk@Home hat sich in Trixbox (http://www.trixbox.org) umbenannt. Das aktuelle Trixbox 1.1 basiert auf Centos (http://www.centos.org) und stellt ein System zum schnellen Aufsetzen von VoIP-Telefonanlage dar. Die Administration erfolgt über ein Webinterface. Gegenüber der vorangegangenen Version übernimmt nun das Programm Munin nun das Überwachen des Systems. Ansonsten haben die Entwickler vor allem Fehler korrigiert.

Alexandre Vincent hat ein Howto dazu geschrieben, wie man NetBSD möglichst schmerzlos auf einem x86-basierenden-Rechner installiert: NetBSD 3.0 Installation Quick and Clean (http://home.gna.org/netbsd-intro/). Er beschreibt je ein Szenario für den Einsatz auf dem Desktop und dem Server. Alexandre Vincent sucht Mitstreiter, die beim Erweitern des Textes helfen.

Das auf FreeBSD basierende PCBSD (http://www.pcbsd.org) wartet in der neuen Version 1.11 mit einer Reihe von Verbesserungen auf. KDE ist in der akuellen Version 3.5.3 dabei und der Kernel enthält eine Reihe neuer Grafiktreiber, unter anderem für Intels integrierte Grafikchips und für betagte Voodoo-Karten. PCBSD läuft nur auf x86-basierenden Systemen.

Der Linux-Baukasten T2 (http://www.t2project.org) läuft in der neuesten Version 2.2.0 auch auf Systemen mit Suns Sparc64-Prozessoren. Bei T2 handelt es sich nicht um eine vollständige Distribution, sondern um ein Set von Werkzeugen zum Erstellen von Live-CDs. T2 bringt eine Vorabversion des Linux-Kernels 2.6.17 mit, die Sparc64-Prozessoren direkt unterstützt. Ferner haben die Entwickler die von der Distribution verwendete C-Bibliothek Dietlibc für Sparc64 angepasst.

Die auf Debian basierende Live-Distribution College Linux (http://www.collegelinux.org) bringt den Webserver Lighttpd mit PHP5-, Ruby- und Perl-Support mitbringt. Der Kernel trägt die Versionsnummer 2.6.17.1, als grafische Oberfläche dient Xfce 4 in Verbindung mit X.org 6.9. Neben PHP 5 und Perl 5 enthält das System Python 2.3 als Skriptsprache. Vim 7 und GEdit dienen zum Erstellen und Bearbeiten von Skripts – Syntax-Highlighting inklusive.

Grafpup (http://grafpup.com), die Live-Distribution auf Basis von Puppy Linux, liegt jetzt in Version 1.0.4 vor. Nathan Fisher hat damit ein System zusammengestellt, das Programme zum Bearbeiten von 2D-Grafiken enthält. Mit von der Partie sind unter anderem das DTP-Programm Scribus 1.2.4.1, Gimp 2.2.11, Inkscape 0.43 und Cinepaint. Als grafische Oberfläche dient das schlanke Icewm , als Webbrowser Opera 9 . Die kompakte Textverarbeitung Ted ergänzt die Auswahl.

Kurz nach Freigabe von Ubuntu 6.06 LTS ist auch Nubuntu (http://www.nubuntu.org) erschienen. Das System konzentriert sich auf Sicherheits- und Netzwerk-Audits. Es enthält Programme zum Testen von Samba-, SQL- und DNS-Servern. Bluesnarfer überprüft Bluetooth-Verbindungen, und Aircrack-ng testet drahtlose Netzwerke. Als Desktop verwenden die Nubuntu-Entwickler Fluxbox, als Browser dient Firefox 1.5.0.4 und Gvim kommt als grafischer Editor zum Einsatz.

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