Schneller Zugriff

Datenaustauschen mit dem PDA

01.08.2006
Schnell ein Backup vom Palm erstellen, eine Datei installieren oder eine Datenbank exportieren? Mit den Tools aus der Pilot-Link-Suite kein Problem.

Für den schnellen Zugriff auf die Daten eines Palm-kompatiblen PDAs benötigen Sie nicht unbedingt die grafische Oberfläche: Die Werkzeuge auf der Pilot-Link-Suite [1] erledigen die meisten wichtigen Aufgaben von der Kommandozeile aus und erlauben so sogar den Einsatz in Skripten.

Mehr als synchron

Die Pilot-Link-Suite bietet sogar noch mehr: Neben den genannten Tools, den so genannten Conduits, arbeiten die Entwickler noch an Bibliotheken. Sie stellen wichtige Funktionen für die Conduits bereit, lassen sich aber auch in anderen Projekten verwenden.

Für den einfachen Zugriff auf die Funktionen aus Skriptsprachen heraus sorgen die Bindings. So existiert Code, der die Brücke zwischen den Bibliotheken von Pilot-Link auf der einen Seite und Tcl, Perl, Python sowie Java auf der anderen Seite schlägt. Auf der Webseite findet sich zudem eine in HTML aufbereitete Ansicht des Quellcodes [2], der die Abhängigkeiten aufzeigt und alle relevanten Teile miteinander verlinkt.

Faktisch setzen viele grafischen Oberflächen, wie etwa Kpilot oder Jpilot, auf die Bibliotheken von Pilot-Link auf. Auf diese Weise braucht nicht jedes Projekt die komplizierte, maschinennahe Kommunikation mit Geräten, für die die Hersteller nur zu oft keine Spezifikationen herausrücken, aufs neue zu implementieren.

Abbildung 1: Das KDE-Programm Kpilot setzt bei der Kommunikation mit den mobilen Geräten auf die Bibliotheken aus dem Pilot-Link-Paket.

Entwicklen Sie nicht selbst Software, die auf die Daten in einem PDA zugreift, dann sind für Sie vor allem die Conduits interessant. Die gängigsten listet die Tabelle "Häufig gebrauchte Conduits" auf. Der Befehl man pilot-link liefert eine Übersicht über sämtliche Tools des Pakets. Zu jedem Werkzeug gibt es wiederum eine eigene Manpage, die den richtigen Einsatz und die Optionen erläutert.

Häufig gebrauchte Conduits

Conduit Funktion
pilot-xfer Sichert, installiert und löscht Datenbanken vom PDA oder stellt diese aus dem Backup wieder her.
addresses Gibt die Adressdatensätze in einem einfachen Format auf die Standardausgabe aus.
pilot-addresses Liest und schreibt Adressdatensätz von oder in eine Datei.
install-user Verändert Informationen im User-Eintrag auf dem Palm. Nützlich, wenn Sie das mobile Gerät mit einem neuen Rechner synchronisieren möchten und auf diesem einen anderen Accountnamen haben, als auf dem alten.
pilot-schlep Installiert eine beliebge Datei auf dem PDA.
pilot-undelete Versetzt archivierte Daten wieder zurück in den Status aktiv.

Konfiguration

Auf der Homepage findet sich im Augenblick als stabile Version lediglich die 0.11.8 aus dem Jahr 2003. Das war einigen Distributoren zu alt, und so begannen Sie, aus dem CVS des Projekts einen Snapshot zu ziehen und in ihre Systeme zu integrieren. Das Fedora-Projekt erlangte so einen unrühmlichen Ruf bei den Pilot-Link-Developern: Die Zwischenversionen erzeugten – bedingt durch den Entwicklungsstatus – unnötige Probleme bei Anwendern und diese wiederum für viel Supportaufwand beim Pilot-Link-Projekt.

Aus diesem Grund schlossen die Entwickler schließlich den öffentlichen CVS-Zugang und beschränkten sich auf die Freigabe dedizierter Vorversionen. Die derzeit aktuellste davon, 0.12.0-pre4, stammt vom 15. Juni 2006, und die Entwickler arbeiten aktiv an der nächten Release. Mit dieser ändert sich vor allem etwas beim Ansteuern des PDAs.

Bei der Kommunikation via USB kommt nicht länger das Kernel-Modul visor zum Einsatz. Das Übertragen der Daten durch den Kernelspace war aufwendig und daher mitunter langsam. Stattdessen setzen die Entwickler nun auf die Libusb, die im Userspace läuft und Geschwindigkeitssteigerungen von 400 bis 600 Prozent verspricht.

Im Web findet sich ein sehr ausführliches und unkompliziertes Readme [3], das die Hintergründe erläutert und beim manuellen Einrichten der entsprechenden Komponenten hilft. Ein weiteres Dokument [4] erörtert die verschiedenen Handgriffe, die jeweils bei einem alten Kernel 2.4 mit statischen Devicedateien bis hin zu einem modernen System mit Kernel 2.6 im Zusammenspiel mit Udev notwendig sind.

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