Shellcode, unnötig komplex

Das Taschenbuch "Shellprogrammierung" von Wolfgang Bock siedelt sich selbst im Segment zwischen Einsteigern und Profis an. Das in fünf Teile gegliederte Buch liefert mit umfangreichen Beispielen und viel Quellcode eine Menge Lesestoff. Der Lektüre liegt außerdem eine CD mit bei, auf der sich alle Code-Beispiele finden.

Der Ansatz eines Brückenschlags zwischen zwei Fähigkeitsstufen macht durchaus Sinn – der Autor schafft es aber nicht, ihn angemessen umzusetzen. So findet sich am Anfang doch eine weitschweifige Einführung in die Grundlagen, wie der Arbeit mit einem Editor. Hier dürfte das Buch ruhig etwas straffer ausfallen.

Ein in Shellcode implementierter Webserver im Kapitel "Netzwerkprogrammierung" wirkt auf den ersten Blick charmant und interessant. In der Praxis überlagert aber die komplexe Natur der Client/Server-Kommunikation im Web häufig die eigentlichen Probleme und macht das Kapitel so schwerer verdaulich als nötig. Gleiches gilt für das Generieren von Shellcode aus XML-Templates mittels einer Stylesheet-Transformation.

Die unnötige Komplexität wäre zu verschmerzen. Dass der Autor allerdings beim Zugriff auf entfernte Rechner SSH nicht erwähnt, bereitet einiges Bauchgrimmen. Auch an anderen Stellen kommt der Aspekt Sicherheit zu kurz. Insgesamt bietet das Buch manchmal ungewöhnliche Lösungen für bekannte Probleme und der Leser erhält zu einem günstigen Preis immerhin ein recht umfangreiches Nachschlagewerk. (Uli Bantle, Mathias Huber, Andreas Bohle/agr)

Infos

Wolfgang Bock Shellprogrammierung BHV 2004 ISBN: 3-8266-8136-3 767 Seiten, CD-ROM 19,95 Euro http://www.vmi-buch.de

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