Buchtipp

Shell-Skripting, klar strukturiert

Patrick Ditchen behandelt in "Shell-Skript Programmierung" nicht nur die Bash: Er widmet auch der Bourne-Shell-Familie (Sh, Ksh, Bash) und der C-Shell (inklusive ihrer Nachfolgerin Tcsh) je ein eigenes Kapitel. Dabei liefert er jeweils eine ebenso gründliche wie verständliche Einführung von rund 200 Seiten. Dort lernt der Anfänger von Variablen bis zu Kontrollstrukturen alles kennen, was er für erste Shell-Skripte benötigt.

Fortgeschrittenen bietet der Autor Debugging-Methoden sowie Tipps zur Beschleunigung langsamer Skripte. Die Kapitel enden mit umfangreichen Übersichten, die sich zum Nachschlagen eignen. Da Shell-Skripte hauptsächlich den Aufruf externer Programme verpacken, stellt der Verfasser anschließend die wichtigsten Kommandozeilenwerkzeuge vor: Dem leistungsfähigen Awk-Prozessor mit seiner eigenen Sprache gilt ein ganzes Kapitel, ein weiterer Abschnitt versammelt Tools wie Grep, Sed und Diff.

Bei der Auflistung der Netzwerkprogramme fehlt ärgerlicherweise SSH. Diese Lücke setzt sich in den Schlusskapiteln fort, die Beispielskripte zur Systemadministration entwickeln: Das an sich nützliche Skript zum Replizieren von Benutzeraccounts etwa verwendet Rcp statt des sicheren Scp.

Darin liegt aber schon der einzige Mangel dieses ansonsten gelungenen und klar strukturierten Buchs, das sich flüssig liest. Es eignet sich sowohl für Einsteiger ins Shell-Skripting als auch für Anwender, die ihre Ad-Hoc-Skripte verbessern und übersichtlicher gestalten möchten. Die beigelegte CD enthält sämtliche Code-Beispiele.

Infos

Patrick Ditchen Shell-Skript Programmierung Mitp, 2. Auflage 2006 ISBN: 3-8266-1623-5 736 Seiten, CD-ROM 39,95 Euro http://www.mitp.de

1/2K + x = Linux für Studenten

Michael Kofler hat sich als Autor von Büchern zu Linux einen Namen gemacht. Wer vom "Kofler" spricht, meint den Dreizehnhundertseiter "Linux – Installation, Konfiguration, Anwendung". Beim Titel "Linux für Studenten", den das Autorengespann Kofler/Plate in der Reihe Pearson Studium veröffentlicht hat, fällt die Bewertung schwer.

Kapitelweise finden sich mit "dem Kofler" identische Texte – bei 600 Seiten Umfang aber notgedrungen nicht alles. Dafür widmen sich Exkurse zu wissenschaftlichen Anwendungen der studentischen und lehrenden Leserschaft. So finden sich Besprechungen von Software aus den Bereichen Mathematik, Chemie, Biologie und Elektrotechnik. Außerdem gehen die Autoren auf die Programmierung mit Perl ein. Den vermittelten Stoff begleiten Aufgaben, deren Lösung der Studiosus am Buchende findet. Zwei DVDs bringen Debian 3.1 r2 ("Sarge") mit.

Die Erschließung der studierenden Zielgruppe mit Tendenz zur Linux-Nutzung gelingt Kofler/Plate – möglicherweise mit Blick auf die Universitätsbibliotheken – über den in sieben Kofler-Auflagen gestählten Inhalt plus wissenschaftliche Ergänzungen. Rund 40 Euro kostet der halbe – und um diesen Faktor handlichere – "Kofler" plus Uni-spezifischem Supplement, 10 Euro weniger als das Basiswerk: Da mögen auch der studentische Geldbeutel und der Platz im Billy-Regal die Kaufentscheidung beeinflussen.

Infos

Michael Kofler, Jürgen Plate Linux für Studenten Pearson Studium 2006 ISBN: 3-8273-7205-4 607 Seiten, 2 DVDs 39,95 Euro http://www.pearson-studium.de

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