Backups ziehen mit Rsnapshot

Heavy Rotation

Rsnapshot legt inkrementelle Backups an, ohne den vorhandenen Speicherplatz zu sprengen. Ein Cronjob nimmt Ihnen die lästige Arbeit ab.

Im professionellen Bereich sind Backups Pflicht; Privatleute vergessen hingegen gerne das Sichern der eigenen Daten. Hier hilft Rsnapshot [1] weiter: Einmal eingerichtet, archiviert es automatisch Verzeichnisse des lokalen oder eines entfernten Rechners auf einer lokalen Festplatte oder Partition, einem USB-Stick oder einem Rechner im internen Netz.

Die Archive rotieren im festen Rhythmus, für unveränderte Daten legt Rsnapshot beim inkrementellen Backup Hardlinks an: Das spart Speicherplatz und schont die Ressourcen. Allerdings sichern Sie mit dem Programm keine lokalen Dateien auf einen Rechner im Internet – dafür gibt es Rsync [2].

Installation

Das Quellcode-Archiv von der Heft-CD enthält die neueste Version 1.2.9 von Rsnapshot. Sie entpacken das Archiv und übersetzen das Programm über den Dreischritt ./configure --sysconfdir=/etc, make und – mit Root-Rechten – make install als letzen Befehl. Unter /etc erzeugen Sie dann über den Befehl cp rsnapshot.conf.default rsnapshot.conf eine vollwertige Konfigurationsdatei für das Backup-Programm. Suse-Nutzer finden die neueste Version auf der Rsnapshot-Webseite [1] auch als RPM.

Zentrale Schaltstelle

Sämtliche Einstellungen für Rsnapshot nehmen Sie mit Root-Rechten in der Datei rsnapshot.conf vor. Als Feldtrenner dienen in der Datei Tabulatoren statt Leerzeichen – andernfalls verweigert Rsnapshot den Dienst.

Über die Variable snapshot_root bestimmen Sie, in welchem Verzeichnis die gesicherten Daten landen. Im Beispiel ist das mit /home/backup/ ein lokales Verzeichnis. Möglich wäre es aber auch, andere lokal eingehängte Datenträger, wie ein USB-Stick, eine externen Festplatte oder eine weitere Partition zu nutzen. Auch Samba-Shares und NFS-Freigaben von Rechnern im lokalen Netz erkennt die Software.

Mangels direkter Unterstützung von Netzwerkprotokollen darf snapshot_root aber nicht auf einem Rechner im Internet liegen. Aus Sicherheitsgründen sollte ausschließlich der Benutzer im Datenlager Dateien lesen, schreiben und ausführen dürfen.

Als nächstes widmen Sie sich den weiteren Pfaden. Rsnapshot basiert auf einer Reihe effektiver Werkzeuge wie Cp, Rsync, SSH, Rm und Du. Kommentieren Sie die Pfade zu diesen Werkzeugen aus, damit Rsnapshot sie findet: Ein einfaches which rsync zeigt Ihnen zuvor, ob Ihr Rechner das Programm kennt und wo Sie es finden. In die Zeilen cmd_preexec und cmd_postexec tragen Sie bei Bedarf Pfade zu Skripten ein, die Rsync vor und nach dem Synchronisieren ausführt.

Im Bereich BACKUP INTERVALS legen Sie fest, wie viele Sicherheitskopien Rsnapshot in einem bestimmten Backup-Intervall erstellt (Abbildung 1). Der Eintrag interval hourly 3 sorgt zum Beispiel dafür, dass lediglich drei Ordner mit den Namen hourly.0, hourly.1 und hourly.2 in Ihrem Backup-Ordner rotieren. Beim Archiv mit der Nummer 0 handelt es sich um das aktuellste Backup; kommt ein neues hinzu, zählt Rsnapshot die älteren Archive eine Nummer nach oben.

Hierbei wäre zu beachten, dass die Intervallnamen hourly, weekly und so weiter willkürliche Namen sind, die nicht das tatsächliche Backupintervall festlegen. Die Backupzyklen bestimmen Sie später über einen Cronjob. Beim Backup greift ein Intervall immer auf die Archive des in der Liste darüberstehenden Intervalls zu – oder legt, wenn diese nicht existieren, eigene an.

Folgt also in der rsnapshot.conf der Eintrag interval daily 7, nimmt das Programm das Archiv hourly mit der höchsten Nummer (in diesem Falls hourly.3) und speichert es als Archiv (daily.0). Diese Strategie verfolgt das Programm auch für auf den Eintrag daily folgende Intervalle.

Abbildung 1: Die Einträge neben interval bestimmen, wie viele Backups Rsnapshot maximal anlegt.

Über verbose und loglevel bestimmen Sie, welche Informationen Rsnapshot von sich preisgibt. Kommentieren Sie den Eintrag logfile /var/log/rsnapshot aus, um den Programmablauf zu protokollieren. Die Parameter include, exclude sowie include-file und exclude-file betreffen Rsync [2].

Die Optionen schließen einzelne Dateien oder Dateitypen ins Backup ein oder nehmen sie heraus. Setzen Sie den Eintrag link_dest auf 1, kopiert das Backup auch spezielle Dateien wie symbolische Links und Device-Dateien. Der Eintrag lockfile bewirkt, dass Rsnapshot immer nur ein Archiv zur Zeit erstellt.

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