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Software-News

01.07.2006

Vim – die nächste Generation

Die neue Vim-Version 7.0 (http://www.vim.org) bringt zahlreiche neue Funktionen mit – eine Rechtschreibprüfung zählt dabei zu den Highlights. Frühere Versionen nutzten zum Zweck der Fehlersuche meist skriptbasierte Lösungen, die externe Programme aufriefen und entsprechend langsam waren. Die jetzt integrierte Lösung setzt auf die OpenOffice.org-Wörterbücher, die mittels Patch für Vim aufbereitet sind. Leider enthält das Installationspaket standardmäßig nur ein englisches Wörterbuch, das deutsche muss man händisch installieren.

Dazu lädt man das de_DE.zip-Paket von OpenOffice.org herunter und wendet darauf den Vim-Patch de_DE.diff aus dem Verzeichnis spell an. Anschließend startet man Vim im Spell-Verzeichnis und gibt die Befehlsfolge :mkspell! de de_DE ein. Vim konvertiert nun die gepatchten de_DE-Dateien in die Vim-konforme de.utf-8.spl-Datei, die der Anwender zu den anderen spl-Dateien nach /usr/local/share/vim/vim70/spell verschiebt. Wem dies zu umständlich ist, der kopiert die vorgefertige spl-Datei der Heft-CD in das oben angegebene Verzeichnis. Der Befehl :set spelllang=de legt schließlich die Verwendung des deutschen Wörterbuchs fest.

Eine andere, von vielen sehnlichst gewünschte Funktion, ist die Unterstützung von Tabs. Mit dem schlichten Befehl :tabedit öffnet der Anwender ein neues Tab-Fenster. Übergibt er der Tab-Routine dabei einen Dateinamen, wird diese sofort geladen. Der Dateiname erscheint außerdem in der Liste geöffneter Tabs am oberen Fensterrand. Das aktive Tab-Fenster ist durch invertierte Schrift gekennzeichnet. Zum Wechsel in ein anderes Tab-Fenster dienen die Tastaturkürzel gt und gT, sowie die Befehle :tabnext und :tabprev.

Ebenfalls neu in Vim 7 sind Undo-Branches. Bisher war lediglich ein schrittweises Rückgängigmachen möglich. Die neue Version protokolliert alle Eingabeblöcke in separaten Zweigen, deren Anzahl der Anwender mit dem Befehl :undolist im Auge behält. Durch Ablage der Änderungen in Zweigen ist es nun möglich, mit dem Befehl :undo 3 den Status eines Dokuments wiederzuerlangen, den es nach der dritten Änderung hatte. Zu allen Änderungen speichert Vim außerdem deren Zeitpunkt. Mit dem Kommando :earlier 20m erhält der Benutzer dann den Status, den das Dokument vor 20 Minuten hatte.

Zu den weiteren hervorstechenden Merkmalen von Vim 7 zählen eine erweiterte Unicode-Unterstützung, ein verbessertes Syntax-Highlighting sowie eine integrierte Grep-konforme Suchroutine.

vim-01.png

Vim gibt es als Gvim auch mit einer Gtk-basierten Oberfläche.

Skripte mit grafischer Oberfläche

Kleine, per Skript kombinierte Spezialprogramme lösen unter Linux viele Aufgabenstellungen. Mit dem Tool Xdialog (http://xdialog.dyns.net/) brauchen sie beim Einsatz solcher Skripte nicht auf eine grafische Ein- und Ausgabe zu verzichten. Das Programm ist das grafische Pendant des bekannten Dialog, mit dem der Anwender in der Konsole Dialogfelder generiert. Die Verwandtschaft der beiden Tools birgt außerdem den Vorteil, das sich Skripte, die bereits über eine Dialog-Oberfläche verfügen, mit geringem Aufwand mit einer grafischen Oberfläche ausstatten lassen. In vielen Fällen reicht der Austausch des Programmaufrufs.

Xdialog beherrscht 30 verschiedene Dialogfeld-Typen. Das Spektrum reicht von reinen Textausgabefenstern über Felder für eine Ja/Nein-Auswahl, Datei- und Verzeichnisauswahl-Dialoge bis hin zum einfachen Kalenderdialog. Für das Editieren in einer Textdatei steht sogar eine Edit-Dialogbox zur Verfügung, so dass der Anwender nicht auf einen externen Editor zurückgreifen muss.

Die Verwendung von Xdialog ist simpel: Wählen Sie den gewünschten Dialogfeld-Typ, geben Sie den Text an, den das Dialogfeld ausgeben soll, und legen sie dessen Größe fest. Bei komplexeren Dialogfeldern, wie einer Menüstruktur, gilt es außerdem noch Menüeinträge anzugeben. Welche Parameter der jeweilige Dialogfeld-Typ erwartet, entnehmen Sie den Manpages. Ein Blick auf die Website von Xdialog lohnt sich. Dort finden Sie ein Anwendungsbeispiel für jeden Dialogfeld-Typ samt zugehörigem Quellcode.

Damit eine Dialogbox nicht den ganzen Bildschirm vereinnahmt, legt der Benutzer die Größe durch die Anzahl der Zeichen pro Zeile und die Anzahl der Zeilen fest. Unter X-Windows ist diese Vorgehensweise aber unpraktisch. Deshalb nimmt Xdialog auch Größenangaben in der Form X-Wert/Y-Wert an.

Wer eine Auswahldialogbox wie --menubox oder --rangebox in seinem Skript verwendet, möchte das Auswahlergebnis natürlich weiterverarbeiten. Dazu geben Sie Xdialog neben allen anderen Parametern für die Dialogbox auch den Parameter --stdout mit auf den Weg. Mit dieser Einstellung landet das Ergebnis entweder in einer Datei oder sofort in einer Variablen.

Xdialog liegt aktuell in der Version 2.2.1 vor, die einige Fehler beseitigt, aber keine neuen Funktionen bietet.

xdialog-02.png

Auswahlmenüs sind mit Xdialog im Handumdrehen erstellt.

Kurz notiert

Der Grafikchip-Spezialist Nvidia stellt die Standardversion seiner Rendering-Software Gelato 2.0 zum kostenlosen Download bereit. Gelato rendert Bilder für den Einsatz in Spielen und CAD-Anwendungen und beherrscht zudem visuelle Effekte und Animationen. Mit Hilfe von Plug-ins finden auch Szenen und Objekte aus 3D-Anwendungen wie Autodesk Anschluss zu Gelato. Der Vorteil: Die Software nutzt die Recheneinheit der Grafikprozessoren (GPU) für die aufwändigen Arbeiten, was zu deutlich flinkeren Berechnungen führen soll. Nicht weiter verwunderlich: Die Nvidia-Software funktioniert nur mit Geforce-Karten (ab Version 5200). Die kostenpflichtige Pro-Version unterstützt unter anderem die 64-Bit-Architektur, beherrscht Multi-Threading und paralleles Rendern im Netzwerk.

Mit dem Ziel, die Abhängigkeiten des Linux-Kernels überschaubar in einem Graphen darzustellen, ging das Diagramm-Projekt an den Start. Die erste Version 0.1 wirkt zwar noch etwas wirr, zeigt aber bereits die Beziehungen aller wichtigen Bibliotheken und Header. Wer den Graphen in Ruhe studiert hat, ordnet künftig auftauchende Abhängigkeitsmeldungen des Paketmanagers leichter in ein Schema ein. Interessierte laden die Grafik als PDF- oder PNG-Datei unter http://http://110mb.com/deptree/ herunter.

Jugendliche, Auszubildende und Studierende versucht der deutschsprachige Zweig des Openoffice.org-Projekts mit dem CampOpenOffice.org anzusprechen. In verschiedenen Arbeitsgruppen erfahren die Teilnehmer des Camp, das am zweiten Augustwochenende stattfindet, mehr über das Programm und die Arbeit in der Gemeinschaft. Zudem ist die Mitarbeit in praktischen Projekten möglich, etwa zu den Themen Qualitätssicherung und Anwendungsentwicklung. Die Veranstaltung findet in einer Jugendherberge bei Montabaur statt. Teilnehmen können Jugendliche zwischen 16 und 27 Jahren. Da die Anzahl der Camp-Plätze begrenzt ist, wählt das Projekt die Teilnehmer aus den eingesandten Bewerbungen aus. Einsendeschluss ist der 15. Juni. Bewerbungsunterlagen liegen als ODT- oder PDF-Dokument auf der Web-Seite http://de.openoffice.org/veranstaltungen/camp2006.html bereit.

Linux-PDAs von Sharp gibt es offiziell nur noch für den japanischen Markt. Das hindert den Händler Trisoft jedoch nicht, den neusten Sharp-PDA SL-C3200 auf eigene Faust zu importieren und den Support zu übernehmen. Daneben hat der Importeur einige Anpassungen für den europäischen Markt vorgenommen: Japanische Schriftzeichen etwa tauchen bei dem PDA nicht auf. Der Besitzer des rund 700 Euro teuren PDAs muss trotzdem mit englischer Oberfläche und englischem Tastaturlayout (QWERTY) Vorlieb nehmen. Eine Schnellstartanleitung in deutscher Sprache liegt aber bei. Bei Bestellung gibt es ein Mini-Notebook mit einer 416-MHz-Xscale-CPU, einer 6 GByte Microdrive-Festplatte, 64 MByte RAM, Slots für CF- und SD-Cards und einem Display mit VGA-Auflösung (640x480 Pixel, 16 Bit Farbtiefe). Das Gerät wiegt 300 Gramm und läuft unter uLinux. Zum Lieferumfang zählen neben dem Zaurus ein Stift, ein Original-Akku (EA-BL11), ein USB-Kabel, ein USB-Hostkabel sowie ein europäisches Netzteil (EA-70S).

Das OpenDocument-Format (kurz ODF) hat am ersten Mai von der International Organisation for Standardization (ISO) http://www.iso.org die Anerkennung als ISO/IEC-Standard mit der Nummer 26300 erhalten. Bei der Abstimmung, die über einen Zeitraum von sechs Monaten lief, gab es keine Gegenstimmen und kaum Enthaltungen. Die Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) hat 2002 mit einer eigens gegründeten Unterabteilung die Weiterentwicklung übernommen und das ODF bereits im Mai 2005 zum OASIS-Standard erklärt. Mit dem ISO-Status im Rücken erwarten sich die Mitglieder der Open-Document-Format-Alliance http://www.odfalliance.org, einer Vereinigung aus Industrie und Wissenschaft, einen Schub für das freie Format. Die Büroprogramme OpenOffice.org und KOffice sind prominente Anwendungen, die ODF einsetzen. Microsoft hingegen zeigt kein Interesse und reichte sein eigenes Dokumentenformat OpenXML zur Standardisierung ein. Die OpenDocument-Foundation http://opendocumentfoundation.us nimmt dies gelassen und verkündet stattdessen, dass ein ODF-Plugin für MS-Office kurz vor der Veröffentlichung steht. Das Ringen um das Dokumentenformat der Zukunft bleibt spannend.

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit stellt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die neue Version 4 des Behördendesktops Erposs vor. Das in Kooperation mit der Credativ GmbH entwickelte System basiert auf Debian mit KDE 3.3.2 und einem Kernel 2.6.12. Neben den üblichen Office- und Internet-Anwendungen verfügt Erposs (Erprobung Open Source Software) über eine vorkonfigurierte Personal Firewall und unterstützt verschlüsselte Dateisysteme. Für sichere Kommunikation sorgt außerdem die GPG-basierte Verschlüsselungserweiterung Ägypten, die KMail und dem Groupware-Client Kontact zum Verschlüsseln und Signieren dient. Das 2 GByte große Erposs-DVD-Image gibt es beim BSI zum Download (http://www.bsi.bund.de/produkte/erposs/index.htm).

In diesem Jahr findet die Linux World Expo Deutschland vom 14. bis 16. November erstmals in Köln statt. Die Organisatoren wechselten vom bisherigen Veranstaltungsort Frankfurt an den Rhein und hoffen, dort ein größeres Besucherpotenzial zu erschließen. Neben einer Vielzahl interessanter Themen, die zahlreiche Workshops, Vorträgen und Treffen behandeln, findet parallel eine Virtualisierungs-Konferenz statt. Techniken, Software, Administration und Management rund um die Virtualisierung stehen auf der Tagesordnung. Wer sich bis zum 15. Oktober online registriert (http://www.linuxworldexpo.de), erhält die Eintrittskarte zur Messe kostenlos.

Linux Game Publishing kündigte an, das Agentenspiel Cold War von Mindware Studios nach Linux zu portieren. Eine Linux-Demo des im September 2005 erschienenen Spiels ist schon länger verfügbar. Bei Cold War schlüpft der Spieler in die Rolle eines Journalisten, den der sowjetische Geheimdienst verhaftet hat. Für den Helden gilt es nun aus dem Gefängnis zu fliehen und eine Verschwörung zu entlarven. Das Spiel setzt 3D-beschleunigte Hardware, eine CPU mit mindestens 1,7 GHz Taktrate, 386 MByte Arbeitsspeicher und 2 GByte Festplattenplatz voraus. Laut Ankündigung http://www.linuxgamepublishing.com/info.php?id=coldwar soll die Linux-Ausgabe des Spiels ab dem 15. Juni für umgerechnet rund 45 Euro erhältlich sein.

Wie in jedem Jahr findet auch 2006 wieder eine Linux-Bier-Wanderung (LBW) statt. Diesmal gastiert die Wanderung vom 13. bis 20. August im litauischen Palue. In einem Nationalpark gelegen, bietet das Basislager der LBW reichlich Freizeitmöglichkeiten für die Zeit zwischen Workshops und Vorträgen. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, sollten sich Interessierte bald unter http://www.mkuncaitis.com/lbw06/index.html anmelden.

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LinuxUser 05/2014

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