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Mit Tar eine Linux-Installation für den Notfall präparieren

Abbild zurückspielen

Damit haben Sie fast alle Vorarbeiten erledigt, um das Image auf die Festplatte zurück zu spielen. Im letzten Schritt müssen Sie nun noch die neu erstellten Partitionen ins Dateisystem der Live-CD einhängen. Bei der hier verwendeten Gentoo-Live-CD sieht das folgendermaßen aus:

user # mount /dev/hda3 /mnt/gentoo
user # mkdir /mnt/gentoo/{boot,home}
user # mount /dev/hda1 /mnt/gentoo/boot
user # mount /dev/hda4 /mnt/gentoo/home
user # swapon /dev/hda2

Der hier verwendete Mountpoint /mnt/gentoo stellt eine Konvention von Gentoo Linux dar; bei anderen Live-CDs legen Sie vorab einen geeigneten Mountpoint an. Anschließend hängen Sie zuerst das Wurzelverzeichnis von der Festplatte ein. Die zweite Zeile erzeugt mit einem Befehl die Einhängepunkte für die Boot- und Home-Partition. Dann erfolgt das Mounten dieser beiden Partitionen. Die letzte Zeile schließlich aktiviert die Swap-Partition.

Nun ist die neue Festplatte empfangsbereit für das Image. Um es aufzuspielen, hängen Sie zunächst die Live-CD aus dem System aus. Das erledigt bei den meisten Distributionen der Befehl umount /mnt/cdrom. Nun legen Sie die DVD mit der Abbilddatei ein und mounten sie mit dem Kommando mount /dev/hdb /mnt/cdrom. In diesem Beispiel steht /dev/hdb für die Gerätebezeichnung des DVD-Laufwerks; je nach Hardware-Ausstattung kann es sich dabei aber auch um ein anderes Device handeln. In Rechnern mit S-ATA-Disks heißt das gesuchte Laufwerk meist /dev/hda, bei zwei IDE-Festplatten im Rechner kann es sich auch um /dev/hdc handeln.

Um zu guter Letzt das Image in die richtige Partition (hier: /mnt/gentoo) zu entpacken, verwenden Sie die Befehlsfolge

cd /mnt/gentoo
tar -xvjpf /mnt/cdrom/image-Datum
.tar.bz2

Der Unterschied zum Verpacken liegt hier in der Option -x, die für "extract" steht und das Archiv entpackt. Dieser Vorgang dauert wie das Archivieren eine ganze Weile – erfolgt aber mehrfach schneller als eine Neuinstallation.

Nacharbeiten

Bleiben Partitionen und Laufwerkshierarchie gegenüber der ursprüünglichen Installation erhalten, brauchen Sie keine Konfigurationsänderungen neim Bootmanager oder der Partitionstabelle vorzunehmen. Änderungen in der Partitionierung der neuen Festplatte aber müssen Sie in der zurückgesicherten /etc/fstab eintragen. Haben Sie das Image "umgezogen", also beispielsweise statt wie ursprünglich auf die erste auf eine zweite Festplatte entpackt, müssen Sie die Einträge in /boot/grub/grub.conf entsprechend anpassen.

Der entscheidend abschließende Eingriff bei einer Wiederherstellung auf eine neue Festplatte besteht jedoch darin, den noch fehlenden Bootmanager in den MBR der ersten Harddisk zu installieren. Geschieht das nicht, läuft der erste Bootvorgang ins Leere. Nahezu alle aktuellen Distributionen verwenden als Bootmanager Grub (Grand Unified Boot Loader), der sich mittels eines kleinen Tricks aus den Daten aus dem wiederhergestellten Image reinstallieren lässt. Die Befehle

user # mount -t proc none /mnt/gentoo/proc
user # chroot /mnt/gentoo /bin/bash

wechseln in das entpackte Abbild auf der neuen Festplatte – und zwar so, als sei davon gebootet worden. Das ermöglicht der Befehl Chroot ("Change Root"). In /proc liegen etliche Systeminformationen, die Grub benötigt. Daher ist es notwendig, dieses Verzeichnis vor einem Chroot zu mounten.

Nach dem Aufruf von grub innerhalb der Chroot-Umgebung befinden Sie sich wieder auf einer Eingabeaufforderung:

livecd # grub
grub> root (hd0,0)
grub> setup (hd0)
grub> quit

Das Kommando root zeigt dabei auf die Boot-Partition, im Beispiel mit (hd0,0) auf die erste Partition der ersten Festplatte im Rechner. Dies wäre auch das passende Kommando, falls es bei Ihrer Installation keine eigene Boot-Partition existiert, sondern /boot direkt in der Root-Partition residiert. Bei einem Recovery auf die zweite Festplatte müsste der Befehl dagegen root (hd1,0) lauten. Mit dem Kommando setup schreiben Sie den Bootmanager in den MBR der Festplatte; meist soll er auf (hd0) landen, also auf der ersten Harddisk im System.

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LinuxUser 06/2012

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