KDE-4-Entwicklung nimmt Fahrt auf

Nachdem das KDE-Team die grundlegenden KDE-Bibliotheken auf Qt 4 angepasst hat, läuft mit dem Portieren der Basis-Applikationen und des Büropakets KOffice die nächste Phase an. Zu den grundlegenden Neuheiten in den KDE-Bibliotheken zählen vor allem der neu importierte Audio-Layer Phonon sowie das Auslagern veralteter Klassen in eine Kompatiblitätsbibliothek. Insgesamt zeichnet sich eine deutliche Schlankheitskur in den Bibliotheken ab.

Auch die Anwendungen in den Kernmodulen sind bereits zum Großteil portiert: Die KDE-eigene Jukebox Juk verwendet – wie viele Programme innerhalb des KDE-4-Zweiges – bereits Phonon. Die KOffice-Entwickler erhoffen sich von der neuen Qt-Painting-Engine Arthur und den neuen Font-Klassen signifikate Verbesserungen, da diese nun fließkommagenau arbeiten. Eine parallel entwickelte Bibliothek namens Flake, die auf Arthur aufsetzt, sorgt zudem in KOffice für verbesserte Zeichenfunktionen.

Trotz aller Fortschritte warnen die Entwickler Anwender von Drittapplikationen bislang vor einem vorschnellen Portieren: Die Bibliotheken seien keinesfalls stabil und änderten sich teilweise noch recht stark. Eine erste Alpha-Version von KDE 4.0 plant das KDE-Projekt für das Ende des Jahres. Für KOffice 2.0, das darauf aufsetzt, gaben die Entwickler bislang noch keinen Termin bekannt.

Flake-Entwickler Thomas Zander gibt in seinem Blog eine Ausschau auf die KOffice 2.0-Komponente Flake, die unter anderem Kantenglättung und Farbverläufe beherrscht.

Kurz notiert

Die KDE-Entwickler wechseln vom Scons-basierten Build-System Bksys nun auf den Newcomer Cmake. Damit ist es im zweiten Anlauf geglückt, die in die Jahre gekommenen Autotools zu ersetzen, die viele Anwender durch den Dreisatz ./configure && make && make install kennen. Cmake arbeitet plattformunabhängig und bringt eine ganze Reihe von Tests auf gängige Bibliotheken von Haus aus mit. KDE 4 basiert auf dem kommenden System, das auch mehreren Firmen unterstützen. Zudem kompilieren Rechner des Sponsors Kitware (http://www.kitware.com) nächtlich den KDE-Entwicklungszweig unter Windows, Linux und Mac OS und melden Fehler beim Kompilieren an die Entwicklerliste.

Nachdem die Firma Coverity dem KDE-Projekt die Ergebnisse ihrer Sourcecode-Studie zugänglich gemacht hat, arbeiten die Entwickler derzeit daran, die Fehler im Programmcode zu beheben. Viele Fehler seien unkritisch, einige könnten jedoch später zu größeren Problemen führen. Keiner der bislang von Coverty entdeckten Bugs sei sicherheitskritisch, hieß es.

Die ODF-Alliance, die sich dem Verbreiten des OpenDocument-Formates widmet, gewinnt mit dem Beitritt des KDE e.V. ein weiteres Mitglied. Vor allem das KOffice-Projekt, das seit Version 1.5 standardmässig auf das freie Format setzt, ist so in der Allianz vertreten. KOffice enthält eine eigenständige Implementation von OpenDocument. Das Entwickler-Team hat unterdessen KOffice 1.5.1 freigegeben, das neben zahlreichen Korrekturen in den Anwendungen auch Fehler im Umgang mit OpenDocument behebt.

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