Simplico – PC für Senioren

Auf dem deutschen Seniorentag 16. bis 18. Mai hat Fujitsu Siemens Computers den Simplico präsentiert. Simplico steht für ein Fertigsystem aus Debian-basiertem Linux, Anwendungen und Hardware, das älteren Menschen Zugang zu Computer und Internet verschafft.

Fujitsu Siemens hat die Bedienoberfläche von Simplico zwecks übersichtlicher Nutzbarkeit in einen Kreis mit vier Farbbereiche unterteilt, die jeweils für eine Anwendungsgruppe stehen: Blau für Büroprogramme und Organisation; Rot für Internet und E-Mail; Grün für Hobby und Freizeit; Gelb für Spaß und Spiel. Auf der mitgelieferten Tastatur des PCs sind die vier Farben auf die Funktionstasten F5 bis F8 verteilt.

Neben Hardware und Software steht ein Vor-Ort-Service zur Verfügung, mit dem laut Hersteller Simplico-Kunden 24 Monate lang umfassende Hilfe von Fujitsu Siemens Computers in Anspruch nehmen dürfen. Auch für die Erstinstallation steht ein Hilfsangebot zur Seite: Ein Installationsservice des Händlers, der das Gerät vor Ort einrichtet und die Grundfunktionen erklärt.

Die Hardware besteht anfangs aus einem Rechner der Scvaleo-P-Serie von Fujitsu Siemens mit einer Pentium-630-CPU. Ein Notebook mit dem Simplico-System ist laut Hersteller geplant. Für 900 Euro steht der PC ab Juli zum Verkauf über den Fachhandel bereit. Weitere Informationen gibt es auf einer eigens eingerichteten Webseite http://www.fujitsu-siemens.de/simplico.

Unklarheit herrscht bei Fujitsu Siemens offensichtlich über die Veröffentlichung der Codebasis gemäß der GPL. Ein Sprecher bestätigte, dass ein modifiziertes Debian zum Einsatz komme – ein Download-Angebot für den Quellcode der Simplico-Oberfläche sei aber nicht geplant. Damit würde Fujitsu Siemens möglicherweise gegen die GPL verstoßen.

Farbiges Bedienkonzept: Simplico unterteilt die Anwendungen in vier Bereiche ein.

DD-WRT: Neue Firmware für WLAN-Router

Auf Basis eines abgespeckten Linux tüftelt das DD-WRT-Projekt (http://www.dd-wrt.com) an einer alternativen Firmware für WLAN-Router. Die jetzt veröffentlichte neue Version V23 SP1 arbeitet mit mehr Geräten zusammen. Je drei Router von Buffalo (WLA-G54, WBR2-G54 WBR2-G54s) und Belkin (F5D7130, 7330, 7230-4) zählen dazu. Die Bedienoberfläche hat ebenfalls eine Generalüberholung erfahren.

DD-WRT gibt es in verschiedenen Ausprägungen, je nach Einsatzgebiet. So existieren eine schlanke Mini-Version, die Standard-Ausgabe sowie speziell für VoIP- und VPN-Zwecke aufbereitetet Ausgaben. Ein Wiki (http://wrt-wiki.bsr-clan.de) erklärt die Unterschiede und enthält zusätzliche Informationen.

WLAN-Router wie der WRT54GL profitieren von den Errungenschaften der freien Firmware. Das Projekt entwickelte sich aus dem Linksys-Familie WRT54G.

Motorola öffnet Open-Source-Portal

Speziell Linux- und Java-Entwickler addressiert Motorola mit dem neu gegründeten Open-Source-Portal http://www.opensource.motorola.com. Wie üblich soll sich die Webseite sukzessive mit den nötigen Materialien und Hilfestellungen wie Quellcodes, Treiber, Frameworks und Dokumentationen füllen. Im Falle des Mobilfunkspezialisten Motorola zählt dazu die Software für die Linux-Handys A1200, A780 und E680.

Das Unternehmen erhofft sich durch die Veröffentlichung von Quellcode einen Ansporn für die Open-Source-Community. Die Entwicklung neuer Open-Source-Anwendungen für mobile Geräte gilt als Ziel. Der US-Konzern sieht sich mit dem Portal mit gutem Beispiel vorangehen.

Vorkämpfer des Gedanken, die Motorola-Handys und deren Linux-Betriebssystem zum Mittelpunkt eines Projekts zu machen, ist allerdings OpenEZX (http://www.openezx.org). Den Teilnehmern des von Harald Welte angestoßenen Projekts geht es um die Sammlung von Informationen zu Hardware und Software der Handys. Außerdem planen sie die Portierung der Treiber für einen aktuellen Kernel der 2.6er-Reihe. Nicht zuletzt ist eine gänzlich freie Linux-Firmware das Ziel. Von der von Motorola erwünschten Java-Programmierung hält der OpenEZX-Initiator wenig: Wer will schon Java-Code entwickeln, wenn das Gerät komplett unter Linux läuft?

Informationen zu den Linux-Handys wie dem E680 stellt Motorola der Open-Source-Gemeinde zur Verfügung.

Novell liefert Treiber nach

Hinter dem umständlichen Namen "Partner Linux Driver Process" verbirgt sich eine Initiative des US-Konzerns Novell, mit der via Verwaltungstool YaST Treiber-Updates bei Benutzern der Suse-Linux-Enterprise-Serie landen. Der Firmenkunde darf – anders als bisher – damit auch zwischen den Novell-Releases mit neuem Treiberfutter rechnen. Herstellern soll das Modell Entwicklung und Bereitstellung neuer Gerätetreiber für Suse Linux erleichtern.

Die Praxis, dass Anwender auf Updates warten mussten, gilt damit als aufgeweicht, vorausgesetzt die Hersteller spielen bei der Treiberpflege mit. Außerdem mildert der Partner-Prozess die Auswirkungen der Entscheidung Novells, keine proprietären Treiber mehr mit seinen Distributionen auszuliefern – beginnend bei Version 10 der SLE-Serie.

Der Administrator weist laut Novell künftig bei den Enterprise-Produkten YaST einfach an, eine weitere Quelle ("Add-on") für Updates anzusteuern. Das darf eine CD oder eine URL sein – je nachdem, was Händler ihren Kunden anbieten. Den Rest bezeichnet Novell als Magie.

Über die Metadaten des Kernel Application Binary Interface (KABI) erfährt YaST, welcher Treiber mit welcher Kernel-Version kompatibel ist. Bei einem Kernel-Update prüft YaST die Metadaten. Passt der Treiber nicht mehr, zieht YaSt das "Add-on" zu Rate, um dort möglicherweise einen aktuellen Treiber vorzufinden. Ist einer vorhanden, folgt die Installation.

Hinter dem vermeintlich magischen Update stecken Novells Partner – etwa HP, IBM und NEC – die versuchen, das Add-on-Repository bei Kernel-Änderungen rasch mit angepassten Treibern zu bestücken. Als Leitfaden für neugierig gewordene Zauberlehrlinge dient ein Wiki zum Partner Linux Driver Process ( http://developer.novell.com/wiki/index.php/Category:Partner_Linux_Driver_Process).

Firefox im Firmenlook

Das Firefox Client Customization Kit (CCK) erlaubt es Unternehmen und ambitionierten Benutzern, den Browser individuell anzupassen. Mit dem Kit (http://www.mozilla.org/projects/cck/firefox/) bekommt etwa die Titelleiste einen neuen Eintrag. Logos und Startseite des Browsers dürfen gewechselt und eigene Hilfemenüs kreiert werden. Erfordert der Firmeneinsatz bestimmte Plugins, bereitet deren Vorinstallation keine Probleme. Ein alternativer Eintrag für eine Suchmaschine eigener Wahl lässt sich ebenfalls bewerkstelligen.

Zu beachten sind beim Tuning aber die Mozilla-Lizenzen für Browser und Kit. Als Faustregel für einen unbedenklichen Einsatz gilt: Die angepasste Version darf das Unternehmen nicht verlassen. Jeder andere Einsatz oder der Vertrieb außerhalb bedarf der Prüfung. Für das CCK gilt die Mozilla Public License http://www.mozilla.org/MPL/. Weitere in Frage kommende Lizenzen hat die Organisation auf einer eigenen Webseite http://www.mozilla.org/foundation/trademarks/ zusammengetragen.

CUPS 1.2 bringt Neues

Mit über 90 Änderungen gegenüber der Vorversion haben die Entwickler das Common Unix Printing System (CUPS) in Version 1.2 auf den Weg gebracht. Die Unterstützung für IPv6 zählt dazu, auch wenn die Evolution des Internet Protocol derzeit kaum eine Rolle spielt. Das überarbeitete Web-Interface dürfte den Administratoren aber sofort auffallen – und je nach Hardware-Ausstattung auch, dass CUPS Plug-and-Print-Support für viele lokale und im Netzwerk arbeitende Drucker mitbringt. Die Entwickler haben alle neuen Funktionen und Verbesserungen in einer langen Liste http://www.cups.org/documentation.php/whatsnew.html zusammengetragen. Interessierte finden den Source-Code von CUPS 1.2 beim Projekt zum Herunterladen http://www.cups.org/software.php.

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