Motorola öffnet Open-Source-Portal

Speziell Linux- und Java-Entwickler addressiert Motorola mit dem neu gegründeten Open-Source-Portal http://www.opensource.motorola.com. Wie üblich soll sich die Webseite sukzessive mit den nötigen Materialien und Hilfestellungen wie Quellcodes, Treiber, Frameworks und Dokumentationen füllen. Im Falle des Mobilfunkspezialisten Motorola zählt dazu die Software für die Linux-Handys A1200, A780 und E680.

Das Unternehmen erhofft sich durch die Veröffentlichung von Quellcode einen Ansporn für die Open-Source-Community. Die Entwicklung neuer Open-Source-Anwendungen für mobile Geräte gilt als Ziel. Der US-Konzern sieht sich mit dem Portal mit gutem Beispiel vorangehen.

Vorkämpfer des Gedanken, die Motorola-Handys und deren Linux-Betriebssystem zum Mittelpunkt eines Projekts zu machen, ist allerdings OpenEZX (http://www.openezx.org). Den Teilnehmern des von Harald Welte angestoßenen Projekts geht es um die Sammlung von Informationen zu Hardware und Software der Handys. Außerdem planen sie die Portierung der Treiber für einen aktuellen Kernel der 2.6er-Reihe. Nicht zuletzt ist eine gänzlich freie Linux-Firmware das Ziel. Von der von Motorola erwünschten Java-Programmierung hält der OpenEZX-Initiator wenig: Wer will schon Java-Code entwickeln, wenn das Gerät komplett unter Linux läuft?

Informationen zu den Linux-Handys wie dem E680 stellt Motorola der Open-Source-Gemeinde zur Verfügung.

Novell liefert Treiber nach

Hinter dem umständlichen Namen "Partner Linux Driver Process" verbirgt sich eine Initiative des US-Konzerns Novell, mit der via Verwaltungstool YaST Treiber-Updates bei Benutzern der Suse-Linux-Enterprise-Serie landen. Der Firmenkunde darf – anders als bisher – damit auch zwischen den Novell-Releases mit neuem Treiberfutter rechnen. Herstellern soll das Modell Entwicklung und Bereitstellung neuer Gerätetreiber für Suse Linux erleichtern.

Die Praxis, dass Anwender auf Updates warten mussten, gilt damit als aufgeweicht, vorausgesetzt die Hersteller spielen bei der Treiberpflege mit. Außerdem mildert der Partner-Prozess die Auswirkungen der Entscheidung Novells, keine proprietären Treiber mehr mit seinen Distributionen auszuliefern – beginnend bei Version 10 der SLE-Serie.

Der Administrator weist laut Novell künftig bei den Enterprise-Produkten YaST einfach an, eine weitere Quelle ("Add-on") für Updates anzusteuern. Das darf eine CD oder eine URL sein – je nachdem, was Händler ihren Kunden anbieten. Den Rest bezeichnet Novell als Magie.

Über die Metadaten des Kernel Application Binary Interface (KABI) erfährt YaST, welcher Treiber mit welcher Kernel-Version kompatibel ist. Bei einem Kernel-Update prüft YaST die Metadaten. Passt der Treiber nicht mehr, zieht YaSt das "Add-on" zu Rate, um dort möglicherweise einen aktuellen Treiber vorzufinden. Ist einer vorhanden, folgt die Installation.

Hinter dem vermeintlich magischen Update stecken Novells Partner – etwa HP, IBM und NEC – die versuchen, das Add-on-Repository bei Kernel-Änderungen rasch mit angepassten Treibern zu bestücken. Als Leitfaden für neugierig gewordene Zauberlehrlinge dient ein Wiki zum Partner Linux Driver Process ( http://developer.novell.com/wiki/index.php/Category:Partner_Linux_Driver_Process).

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