Gnomogramm

01.07.2006

Das System im Blick mit GKrellM

Hinter dem sperrigen Namen GKrellM (http://members.dslextreme.com/users/billw/gkrellm/gkrellm.html) verbirgt sich eine System-Monitoring-Suite, mit der Sie bequem alle relevanten Systemparameter im Auge behalten. Aktuell ist derzeit Version 2.2.9 des funktionsreichen Programms.

Das GKrellM-Fenster stellt sich als senkrechter Balken dar, der zahlreiche Sensoren aufnimmt. Das Erscheinungsbild können Sie mit Themes anpassen. Neben Datum und Uhrzeit zeigt das Programm die aktuelle CPU-Auslastung oder das Verkehrsaufkommen auf dem Netzwerkanschluss an. Bei mehrere Netzwerkkarten im System stellt GKrellM den Datendurchsatz für jedes Interface in einem eigenen Fenster dar.

Darüber hinaus behält das Programm auch den Verbrauch von System- und Swap-Speicher im Auge, zeigt an, wieviel Platz auf den eingebundenen Partitionen verbleibt und gibt auf Notebooks Auskunft über den Ladestand des Akkus. Kommen die Kernel-Module aus dem Paket Lm-Sensors (http://ttp://www2.lm-sensors.nu/~lm78/) mit dem Motherboard Ihres Rechners klar, dann teilt GKrellM Ihnen außerdem noch die Systemtemperatur und die Geschwindigkeit der Lüfter mit.

Fortlaufende Informationen, wie CPU-Auslastung oder Netzwerk-Traffic, stellt GKrellM als von rechts nach links wandernde Verlaufsgraphen dar. Systemdaten, die sich weniger rapide ändern, etwa den Speicherverbrauch, zeigt GKrellM mit einer Art Tachonadel an.

Wie es sich für einen Systemmonitor gehört, können Sie für jeden überwachten Bereich Grenzwerte festlegen, bei deren Überschreitung eine Warnung oder ein Alarm erfolgt. Für jeden Schwellwert können Sie außerdem Befehle angeben: So können Sie GKrellM zum Beispiel anweisen, ein Nachrichtenfenster zu öffnen, sobald eine Festplattenpartition zu 90 Prozent voll ist.

Das Programm lässt sich mit Dutzenden von Plugins erweitern. Vom Prozessortakt über die Empfangsqualität der WLAN-Karte bis hin zu Tickern für Nachrichtenfeeds und Aktienkurse können Sie sich eine Vielzahl von Informationen anzeigen lassen. Auch zur Steuerung des Media-Players XMMS existiert eine Erweiterung. Das Plugin zeigt die Bedienelemente des Players sowie einen Lauftext mit dem aktuellen Titel.

Im GKrellM-Fenster können Sie eine Vielzahl von Sensoren und Plugins zur Systemüberwachung einbinden.

Parano prüft Ihre Dateien

Prüfsummenalgorithmen wie MD5, SHA1 oder CRC32 helfen zu überprüfen, ob eine Datei verändert wurde. Parano (http://parano.berlios.de) geht ihnen bei der Erstellung und Verwaltung der Prüfsummen zur Hand.

Die Bedienung des Programms, das zur Zeit in der Version 0.3.3 verfügbar ist, erschließt sich intuitiv. Wählen Sie einfach die Dateien oder Verzeichnisse, für die Sie Prüfsummen erstellen möchten. Parano speichert die Prüfsummen zusammen mit den zugehörigen Dateinamen in einer Textdatei. Welcher Algorithmus verwendet zum Einsatz kommt, legen Sie über die Dateiendung md5, sha1 oder sfv fest.

Laden Sie diese Textdatei später wieder in Parano, kontrolliert das Programm automatisch, ob die gespeicherten Prüfsummen mit den aktuellen Werten übereinstimmen und zeigt den Status durch ein Symbol an. Ein rotes X kennzeichnet eine Veränderung, einem grüner Haken signalisiert unveränderte Daten.

Veränderte Dateien zeigt Parano zuoberst an und markiert sie mit einem roten X.

Ein schlanker PDF-Reader

Linuxbenutzer wissen, dass es nicht immer der schwergewichtige Adobe Reader sein muss – kleine freie PDF-Betrachter wie EPDFView (http://www.emma-soft.com/projects/epdfview/) haben in jedem Fall den Geschwindigkeitsvorteil auf ihrer Seite.

EPDFView verwendet das Toolkit Gtk+ sowie Poppler, die PDF-Bibliothek auf der Codebasis von XPDF 3.0. Zurzeit befindet sich das Programm mit Version 0.1.4 noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Grundlegende Funktionen wie Zoomen oder Drehen von Dokumenten sind aber bereits implementiert. Die jüngste Version beherrscht das automatische Zoomen auf die Breite oder Gesamtgröße einer Seite selbst dann, wenn die Seiten eines Dokuments unterschiedlich groß ausfallen. Auch eine Gliederungsübersicht und die Suche im Text sind schon vorhanden. Laut Entwickler lassen sich die meisten PDF-Dokumente mit EPDFView bereits verwenden.

Einfach aber leichtgewichtig: Der freie PDF-Betrachter EPDFView.

Kurz notiert

Wie bereits im Vorjahr stellt Gnome auch beim diesjährigen Programmierwettbewerb Google Summer of Code (http://code.google.com/soc/) Projektvorschläge bereit, die die Teilnehmer bearbeiten können. Die umfangreiche Liste der voranzutreibenden Projekte enthält illustre Vertreter wie Gstreamer, Totem, Epiphany oder Sane. Auch von Projekten unabhängige Ideen, wie ein PHP-Binding für Gnome, stehen zur Auswahl. Welche Vorschläge letztlich verwirklicht werden und welcher Programmierer die Preisgelder kassiert, zeigt sich erst im Herbst.

Kennen Sie Vilanova? In diesem spanischen Ort findet vom 24. bis 30. Juni die Guadec 2006 statt. Wer mehr über den Gastgeber wissen möchte, findet unter http://stream.fluendo.com/archive/6uadec/vilanova.html einen kurzen Informationsfilm im Ogg-Format. Außer Wissenswertem über die Stadt vermittelt er Informationen zum örtlichen Kulturangebot. Der Clip ist 50 MB groß, 15 Minuten lang und englischsprachig – keine Angst, die Sprecherin ist sehr gut verständlich.

Nicht nur die Firma Sun setzt auf Gnome als Schlüssel zum Desktop-Markt: Nun wollen auch die Entwickler des Unix-Derivats FreeBSD dem Einsatz auf dem Arbeitsplatzrechner mehr Aufmerksamkeit widmen. Laut Joe Clark, der die Desktop-Entwicklung bei FreeBSD leitet, wäre dabei ein lauffähiges Gnome Hardware Abstraction Layer ein Meilenstein in der Entwicklung. So könnte FreeBSD ein zeitgemäßes Hotplugging von Wechselmedien bieten. Allerdings beklagte Clark auch, dass die Gnome-Entwickler zu Linux-orientiert seien, was die gerade laufende Portierung des Codes erschwert.

Nach fast einem Jahr Arbeit ist Anjuta (http://anjuta.org), eine integrierte Entwicklungsumgebung für C/C++, in Version 2.0.2 erschienen. Die Entwickler bezeichnen den Zweig 2.x nach wie vor als Alpha-Serie und bitten um Feedback. Die neue Version mit dem Codenamen "The Breeze" bringt nützliche Neuerungen. Dazu zählen unter anderem ein Plugin für die Debugging-Suite Valgrind, eine Projektkonfiguration, die jetzt auch Automake vollständig unterstützt sowie einen Editor auf der Basis von GtkSourceView. Das Drag&Drop zwischen den Editor-Tabs funktioniert nun so, wie es Anwender beispielsweise von Firefox gewöhnt sind. Außerdem überarbeiteten die Programmierer das Verhalten der Toolbars beim Neustart des Programms und verbesserten das DevHelp-Plugin.

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