Die richtige Mischung

Die besten Paketquellen

01.07.2006
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Was die Distributoren nicht paketieren, finden Sie Netz. Wir zeigen, wie Sie Ihr System mit inoffiziellen Repositories komplettieren.

Audio-Codecs, Bleeding-Edge-Software oder kommerzielle Addons – nicht alles findet ich in den Repositories der Distributoren. Die Gründe dafür sind vielfältig: Mal verträgt sich die Lizenz der Pakete nicht mit der Ideologie, mal scheuen die Distributoren einen möglichen Rechtsstreit.

Die Wahl für eine Distribution entscheidet sich meist an grundsätzlichen Fragen und dem generellen Einsatzgebiet. Dabei nehmen viele User es in Kauf, dass einige Pakete fehlen, die zum Beispiel für eine vollständige Multimedia-Unterstützung notwendig wären. Dieser Artikel schließt die Lücken und verrät, wo Sie im Netz weitere Paketquellen finden und was Sie beim einbinden der Software beachten sollten.

Suse Linux

Suse Linux beinhaltet eine große Auswahl an Software – doch besonders der Multimedia-Bereich ist aus lizenzrechtlichen Gründen nur eingeschränkt vertreten. Viele Abspielprogramme stehen bei Packman für Suse 9.3 bis 10.1 in einer aktuellen Version mit allen Funktionen bereit. Das Repository enthält auch Software, die nicht zum Lieferumfang von Suse zählt, wie zum Beispiel das DVD-Authoring-Tool DVDStyler.

Im Web finden Sie eine nach Kategorien sortierte Übersicht [1] der Pakete. Für das Einbinden in YaST benutzen Sie den Link http://packman.iu-bremen.de/suse/Suse-Version oder am Besten einen der Mirrors [2,3,4].

Abbildung 1: Der Paketmanager Smart bindet verschiedene Quellen problemlos unter Suse Linux ein.

Das Packman-Repository und auch die Mirrors stehen oft unter starker Last. Hier bietet sich eine Funktion des alternativen Paketmanagers Smart [5] an: Smart wertet mehrere Mirrors für ein Repository aus und nutzt den aktuell schnellsten. Es arbeitet parallel zu YaST, da beide auf die RPM-Datenbank zurückgreifen. Besonders für die problematische Paketverwaltung von Suse 10.1 bietet Smart (Abbildung 1) eine willkommene Alternative.

Das Programm unterstützt alle wichtigen Repository-Typen (zum Beispiel Yum, YaST, Apt und Urpmi) und bindet im Gegensatz zu YaST auch lokale Verzeichnisse ohne spezielle Repository-Struktur zuverlässig ein. Smart ist bei Suse 10.1 enthalten, für andere Suse-Version erhalten Sie es über Gurus RPM Site.

Außer diesem Tool enthält das Guru-Software-Archiv aktuelle Versionen vieler Programme aus unterschiedlichen Bereichen. Die Packman-Maintainer schreiben: "Wenn bei Packman etwas nicht dabei ist, der Guru hat es wahrscheinlich". Tatsächlich sind Packman und Guru die wichtigsten inoffiziellen Paketlieferanten für Suse. Eine Paketübersicht über die Guru-Pakete finden Sie im Netz [6], die URL zum Einbinden in den Paketmanager lautet ftp.gwdg.de/pub/linux/misc/suser-guru/rpm/Suse-Version.

Zum Schluss noch ein paar weitere Software-Tipps für wagemutige Suse-Anwender:

  • Pakete für den Software-Videorekorder MythTV stehen unter [7] bereit, regelmäßige Snapshots der Entwickler-Version unter [8].
  • Audio-Enthusiasten finden unter http://ftp.gwdg.de/pub/linux/misc/jacklab/ einen Echtzeitkernel, den Soundserver Jack sowie einige Bibliotheken und Tools.
  • Viele Gnome-Pakete – unter anderem aktuelle Beagle-Versionen und Gimp-Entwicklerversionen – stellt das Repository Usr-local-bin bereit [9].

Red Hat und Fedora

Fedora-Benutzer haben es gut: Das Paketmanagement-Tools Yum erlaubt es, Online-Repositories zu nutzen und damit auf ein breites Angebot an Software zurückgreifen. Aktuelle Fedora-Versionen (4 und 5) binden von Haus aus das von Red Hat betreute Repository Extras ein. Es enthält eine Menge Programme, die auf der DVD und im entsprechenden Core-Repository fehlen. Support für Multimedia fehlt allerdings auch in Fedoras Extras komplett.

Deshalb ist die wichtigste Anlaufstelle für die meisten Fedora-Fans das Livna-Repository [10], das vor allem die entsprechenden Pakete führt, wie beispielsweise Mplayer und MP3-Unterstützung für viele Audio-Player. Auch die Binärtreiber von Nvidia und ATI finden sich dort, genauso wie der Support zum Abspielen von Video-DVDs.

Livna (Abbildung 2) lässt sich schnell in die eigene Yum-Konfiguration einbinden: Für ältere Fedora-Versionen listet die Livna-Website die relevanten Teile der Yum-Konfiguration auf, die Sie einfach per Cut & Paste übernehmen. In Fedora 5 installieren Sie mit einer einzigen Kommandozeile den Livna-Support.

Abbildung 2: Livna.org führt nicht begehrte Multimedia-Pakete für Fedora, sondern setzt sich auch für das Recht auf Privatkopie ein.

Wer bei Livna nicht fündig wird, sollte einen Blick auf die Repositories von Dag Wiers [11] und Dries Verachtert [12] werfen. Beide bauen eine Vielzahl von Paketen für eine ganze Reihe von Fedora- und Red-Hat-Distributionen. Ihre Archive sind seit längerer Zeit Yum-fähig und vertragen sich im Allgemeinen gut mit den Fedora-eigenen. Gelegentlich gibt es jedoch Konflikte, was mit Meinungsverschiedenheiten zwischen den Repository-Machern und Fedora zu tun hat [13].

Zu guter Letzt noch ein Tipp für Audio-User mit einem Fedora-System: Praktisch alle wichtigen Audio-Pakete stehen auf dem Planet-CCRMA-Server [14] zur Verfügung, teilweise auch für Red-Hat-Versionen. Aufgrund der Vielzahl an Paketen haben die Paketbauer allerdings Schwierigkeiten, mit dem Fedora-Entwicklungszyklus Schritt zu halten. Deshalb ist die neueste derzeit unterstützte Distribution Fedora Core 4. Außerdem setzt Planet CCRMA statt Yum den Paketmanager Apt voraus, den Sie allerdings leicht mit einem dort angebotenen Paket nachinstallieren.

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