Buchtipp

Office gründlich und aktuell

Wer demnächst eine Uni-Arbeit mit OpenOffice verfassen möchte, sollte sich das Buch von Natascha Nicol und Ralf Albrecht ansehen. Es beschäftigt sich mit allen Widrigkeiten dieser komplexen Schriftwerke und behandelt mit OpenOffice 2.0.2 die jüngste Programmversion.

Die Autoren empfehlen sinnvolle Grundeinstellungen für Writer und führen den Leser in die Arbeit mit Formatvorlagen ein. Eigene Kapitel widmen sich Tabellen, Formeln und Diagrammen. Hier kommen auch die Komponenten Calc und Math zum Einsatz, zum Erstellen der Bibliographie dient die eingebaute OpenOffice-Literaturdatenbank.

Zu allen Themen liefern die Autoren Schritt-für-Schritt-Anleitungen samt Screenshots, mit deren Hilfe sich der Anwender rasch in den umfangreichen Dialogen zurechtfindet. Daneben wägen sie die Vor- und Nachteile verschiedener Arbeitstechniken ab, beispielsweise das Verwenden externer Grafiken oder eingebetteter OLE-Objekte. Das Entwickeln von geeigneten Formatvorlagen für eine Arbeit mit Deckblatt, Verzeichnissen, Textteil und Literaturverzeichnis gestalten sie als Workshop.

Dieses Buch ist systematische OpenOffice-Einführung für alle, die eine umfangreiche Arbeit planen. Dank klarer Gliederung und ausführlichem Index eignet es sich auch zum Nachschlagen während des Abfassens. Der Text bezieht sich zwar sich stets auf die Windows-Version, die beigelegte CD enthält neben vorgefertigten Dokumentenvorlagen aber auch RPM-Pakete. (mhu)

Info

Ralf Albrecht, Natascha Nicol Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit OpenOffice.org Addison-Wesley 2006 ISBN: 3-8273-2301-0 336 Seiten, 24,95 Euro http://www.addison-wesley.de

Kompakt, doch wenig kreativ

Mit dem Inkscape-Büchlein von Daniela Lamprecht bringt selbst ein Ungeübter das Vektorgrafikprogramm zum Laufen und lernt sämtliche Funktionen kennen. Die Arbeitsfläche nutzen, mit Bezierkurven Linien basteln, Objekte gruppieren, Füllungen definieren – all das spielt die Autorin durch.

Für Kenner der Materie Vektorgrafik gibt es allerdings wenig Interessantes, da der Text kaum mehr erwähnt, als sich über das Programm selbst intuitiv erschließt. Zu den Fragen geübter Anwender, die beispielsweise von Freehand auf Open Source umsteigen möchten, schweigt das Buch. Wie füge ich mehrere weitere Seiten ein – muss ich dazu immer ein neues Dokument öffnen? Wie funktioniert das Übertragen eines Objektstils aus der Zwischenablage genau – und was fange ich damit an? Diese Fragen bleiben unbeantwortet.

Noch bedauerlicher ist, dass die Autorin den Aspekt des Gestaltens vernachlässigt. Sie stellt das Zeichenprogramm vor, als wäre es eine Buchhaltungs-Software. Den Spaß an der Arbeit mit Inkscape weckt sie damit nicht. Dabei wäre das ganz einfach: Gute Gestaltungsbeispiele würden Lust machen, selbst etwas auszuprobieren.

Hilfreich wäre auch ein Workshop, in dem elementare Techniken vorkommen und der Leser das Programm in Aktion erlebt. So etwas würde vermutlich das Kompakt-Format sprengen, doch auch bei einem kurzen Einsteigerbuch wären ein ansprechenderer Buchsatz und mehr gestalterisches Denken wünschenswert. (Jutta Weber/mhu)

Info

Daniela Lamprecht Inkscape kompakt Bomots 2006 ISBN: 3-939316-05-9 140 Seiten, 12,80 Euro http://www.bomots.de

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