Apt & Co.

Fortschrittlich packen

Mit dem cleveren Advanced Package Tool erledigen Sie das Paketmanagement im Handumdrehen – und das nicht nur auf Debian und dessen Derivaten.

Back to the roots: Viele Linux-Distributionen liefern zwar die meisten Programme auf Installations-CD/DVDs aus. In letzter Zeit nimmt allerdings die Anzahl der Pakete, die es lediglich zum Download im Internet gibt, wieder deutlich zu. Anhänger von Debian und Debian-basierten Systeme haben sich längst an diesen Zustand gewöhnt – gibt es doch mit Apt ein Paketverwaltungssystem, das Programme aus dem Netz herunterlädt, installiert und Abhängigkeiten zu anderen Paketen automatisch auflöst.

Weiterhin bietet Apt Funktionen, mit denen man gezielt nach Software suchen, einzelne Pakete oder das ganze System aktualisieren kann. Aber auch Anwender von Suse Linux müssen sich nicht mit YaST zufrieden geben: Zwar löst das Distributions-eigene Tool ebenfalls Abhängigkeiten automatisch auf und greift auf einige externe Quellen zu, die größere Auswahl gibt es allerdings mit Apt.

Der Artikel zeigt, wie Sie Apt unter Debian GNU/Linux und Suse Linux 10.0 (32-Bit-Version) einrichten, gibt Tipps und Tricks zum Einsatz auf der Kommandozeile und stellt grafische Frontends vor. Eine schnelle Internet-Verbindung bzw. eine Flatrate ist Voraussetzung, damit die hier gezeigten Schritte Spaß machen. Wer noch mit einem Modem surft, muss (gerade für größere Downloads) viel Zeit und Geduld mitbringen.

Ein Apt für alle Fälle

Apt bezieht die Software aus verschiedenen Paketquellen, so genannten Repositories. Die Einrichtung mehrerer Quellen ist möglich: Apt arbeitet die Liste von oben nach unten ab, schaut im Zweifelsfall nach der Versionsnummer und und spielt die jeweils neueste Programmversion ein.

Benutzer Debian-basierter Distributionen machen schon während der Installation des Systems mit Apt Bekanntschaft. Bei der Konfiguration des Grundsystems richtet der Debian-Installer Apt und verschiedene Paketquellen ein (Abbildung 1). Bereits an dieser Stelle können Sie nicht nur auf CDs/DVDs, sondern auch auf Pakete aus dem Netz (via HTTP oder FTP) zugreifen, sofern eine Internet-Verbindung besteht.

Abbildung 1: Debians Herzstück – der Installer konfiguriert Apt schon bei der Einrichtung des Basissystems.

Anwender von Suse Linux 10.0 finden Apt [1] auf den offiziellen Distributionsmedien und spielen die Pakete apt und apt-libs über YaSTs Software-Modul ein. Eine minimale Zusammenstellung von Online-Repositories wandert automatisch mit auf die Platte. Der nächste Abschnitt zeigt, wie Sie Apt fit für den Einsatz in der Praxis machen.

Gut eingerichtet

Sämtliche Konfigurationsdateien landen sowohl unter Debian GNU/Linux als auch bei Suse Linux im Verzeichnis /etc/apt. Dreh- und Angelpunkt ist die Datei /etc/apt/sources.list, die definiert, aus welchen Quellen Apt die Pakete beziehen soll. Sie bearbeiten die Datei als Systemadministrator mit einem Text-Editor Ihrer Wahl. Auskommentierte Einträge erkennen Sie am Rautezeichen vor den Zeilen. Die grundsätzliche Struktur der Einträge sieht so aus:

Typ URI Distribution Komponente1↩ Komponente2 …

Nach dem Archiv-Typ (z. B. deb oder rpm) steht unter URI das Basisverzeichnis der Distribution (z. B. ftp://ftp.de.debian.org/debian/ oder ftp://ftp.gwdg.de/pub/linux/suse/apt/). Es folgt das gewünschte Release: In diesem Bereich stehen unter Debian GNU/Linux entweder die Codenamen, wie sarge, etch oder sid, oder Statusbezeichnungen wie stable, testing oder unstable. Für Suse Linux finden Sie hier beispielsweise Einträge wie SuSE/10.0-i386.

Als Letztes geben Sie den Bereich der Distribution an, z. B. main, non-free oder contrib (für Debian) respektive base, extra, security usw. für Suse Linux. Eine kurze Übersicht der einzelnen Bereiche bieten die Tabellen "Repositories für Debian" und "Wichtige Repositories für Suse Linux".

Repositories für Debian

Repository Erklärung
main Das Hauptarchiv mit der offiziellen Debian-Distribution; alle hier angebotenen Pakete folgen den Debian Free Software Guidelines [2].
contrib Diese Pakete stehen zwar selbst unter einer freien Lizenz, benötigen aber Software aus einer anderen Abteilung.
non-free Pakete, die unter keiner freien Lizenz stehen, deren Verwendung oder Weiterverbreitung also eingeschränkt ist.

Wichtige Repositories für Suse Linux

Repository Erklärung
base Freie Pakete, die sich normalerweise auch auf offiziellen Suse-Medien befinden.
extra Nicht-freie Pakete, die lediglich bei der Kaufversion (nicht OSS) dabei sind.
security Sicherheitsaktualisierungen.
update Fehlerbereinigungen.
java Das Java Runtime Environment.
kde Offizielle KDE-Updates von Suse.
gnome Offizielle Gnome-Updates von Suse.
usr-local-bin Inoffizielle Gnome-Updates und sehr viele Gnome-Programme, die nicht Teil von Suse Linux sind.
mozilla Neue Versionen von Mozilla Firefox und Thunderbird.
openoffice.org Die neuesten Versionen von OpenOffice.
packman-i686 Zahlreiche Multimedia-Pakete von Packman.
suser-guru Weitere Multimedia-Pakete.
jacklab Audioprogramme.
rpmkeys Digitale Schlüssel der Paketbauer zur Überprüfung der Herkunft der Pakete.

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