Neue Software

01.06.2006

Kurz notiert

Wer Ostern auf die Web-Seite von Kubuntu.de (http://www.kubuntu.de/) wollte, sah sich unvermittelt mit einer Protestnote des Teams konfrontiert. Hintergrund bildeten Differenzen zwischen dem Kubuntu.de-Team und dem Ubuntu-Hersteller Canonical. So blieben in der Vergangenheit wiederholt Anfragen bezüglich Sponsoring, Kooperation oder aktuellem Projektstatus unbeantwortet. Da sich das Team unter diesen Bedingungen außerstande sah, die Arbeit fortzusetzen, sagte es bereits seine Teilnahme am Linux-Tag ab. Canonical hat sich bis dato nicht zu dem Protest geäußert.

Lange bevor Podcasting in Mode kam, gab es mit Radio Tux schon einen Stream rund um Linux, der als MP3-Datei bereit stand. Ungeachtet einiger Höhen und Tiefen überdauerte Radio Tux die Zeit und feiert in diesen Tagen sein fünfjähriges Jubiläum mit einer Sondersendung, die ein Resümee über die zurückliegenden Jahre zieht. Wer Radio Tux noch nicht kennt, erhält mit der Jubiläums-Feature einen guten Einblick. Das Projekt sucht nach wie vor motivierte Mitstreiter, die die kommenden fünf Jahre durchhalten.

Das Unternehmen VMware legt die Spezifikation für sein Format virtueller Festplatten offen. Interessenten erhalten auf Anfrage eine Kopie bei der Firma. Der Hersteller verspricht sich davon eine breitere Akzeptanz durch Entwickler und Drittanbieter. Darüber hinaus plant VMware, zukünftig auch andere virtuelle Festplattenformate in den eigenen Produkten zu unterstützen, sofern ein signifikantes Kundeninteresse besteht.

Das in finanziellen Schwierigkeiten steckende OpenBSD-Projekt bekommt Hilfe von der Mozilla Foundation: Mit einer Spende von 10 000 Euro greift das Browser-Projekt den Entwicklern, die unter anderem OpenSSH betreuen, unter die Arme. Wie viele andere Projekte und Firmen nutzt die Mozilla-Foundation sichere Verbindungen durch OpenSSH. Rückläufige CD-Verkäufe bei gleichzeitig stiegendem Datenaufkommen auf den Servern des OpenBSD-Projektes erzeugten die finanzielle Schieflage. Das OpenBSD-Projekt freut sich über jedwede Geld- und Hardware-Spende. Näheres dazu findet sich auf einer eigenen Spenden-Website (http://www.openbsd.org/donations.html).

Das Linux Professional Institute hat in Zusammenarbeit mit Ubuntu-Hersteller Canonical einen neuen Test namens Ubuntu Certified Professional entworfen, den es im Rahmen der LinuxWorld Johannesburg Mitte Mai erstmals anbietet. Das LPI reagiert damit auf verstärkten Einsatz der Distribution in Unternehmen. Die Prüfung baut auf LPIC-1 auf und setzt diese voraus. Anwender können sie, wie alle LPI-Test, in den Testzentren von Thomson Prometric oder Pearson VUE ablegen. Die Prüfungsgebühr beträgt 100 US-Dollar.

Kurz vor Ostern veröffentlichte nVidia die Version 1.0-8756 seines Grafiktreibers für Linux. Sie unterstützt erstmalig auch die Geforce 7300, 7400 go, 7600 sowie 7900 und aktiviert standardmäßig die Hardware-Beschleunigung für die Renderer-Extension. In Kombination mit einem Kernel ab 2.6.14 kommen außerdem die Energiesparfunktionen des neuen Treibers sowie eine verbesserte Suspend-Funktion zum Tragen. Der Treiber ist jetzt GLX-1.4-konform, wodurch OpenGL-Anwendungen unter anderem im Xinerama-Modus Fenster von mehr als 4096 Pixel zeichnen.

Es muss nicht immer Gecko sein

Die meisten grafischen Web-Browser unter Linux oder Unix basieren auf der Gecko-Layout-Engine der Mozilla Foundation. Dass es auch anders geht, zeigt die plattformunabhängige Browser-Suite Opera (http://www.opera.com), die jetzt in der Version 8.54 erschien.

Beim Funktionsumfang steht Opera seinen Mitbewerbern in nichts nach: Neben dem Browser bietet die Suite einen Mail- und IRC-Client sowie einen RSS-Feed-Reader. Außerdem beherrscht Opera Popup-Blocking, Tabbed Browsing, besitzt integrierte Aufrufe für gängige Suchmaschinen, verfügt über einen Password Manager, kann mit Mouse Gestures umgehen und unterstützt skalierbare Vektorgrafiken – um nur einige Funktionen zu nennen.

Einen besonderer Vorzug von Opera stellen die so genannten Quick Preferences dar. Hier aktivieren oder deaktivieren Sie im laufenden Betrieb mit wenigen Klicks Proxy-Server, Javascript, Popup-Blocking oder Cookies, ohne sich dazu vorher durch Menüstrukturen zu kämpfen. Die Möglichkeit, alle offenen Tabs beim Schließen des Browsers zu sichern, um sie beim folgenden Start wieder zu öffnen oder versehentlich geschlossene Tabs wieder zurückzuholen, steigert die Produktivität.

Die grafische Oberfläche von Opera basiert auf den Qt-Bibliotheken, welche die statisch gelinkte Opera-Version bereits enthält. Damit besitzt der Browser keine weiteren Abhängigkeiten. Das macht ihn besonders für Anwender älterer Linux-Distributionen (wie etwa Debian 3.0) interessant, die mangels Bibliotheken wie Xft oder Gtk2 keine aktuellen Versionen von Firefox erlauben.

Dank Quick-Preferences lassen sich wichtige Einstellung des Browsers Opera im Betrieb schnell ändern.

Zurück zu den Wurzeln

Dosbox (http://dosbox.sourceforge.net) emuliert mit Hilfe der SDL-Bibliotheken einen Rechner mit i386-Prozessor, einer S3/Trio-Grafikkarte und einer Soundblaster-2.0-kompatiblen Sound-Karte. TCP/IP über ein virtuelles Modem und die Implementation des Novell-Protokolls IPX machen das System sogar in bescheidenem Maß netzwerkfähig.

Das Verhalten der virtuellen DOS-Maschine legen Sie in einer Konfigurationsdatei fest. Vom maximal verfügbarem Arbeitsspeicher über den Kompatibilitätsmodus der Sound-Karte bis zu Einträgen in für die Datei autoexec.bat haben Sie zahlreiche Möglichkeiten, das System anzupassen.

Eine umfassende Datenbank auf der Website gibt Auskunft, welche DOS-Programme mit welcher Dosbox-Version bereits erfolgreich liefen. Dabei handelt es sich überwiegend um Spiele, doch auch Anwendungs-Software wie Windows 3.1 führt der Emulator klaglos aus. Im Gegensatz zu anderen Lösungen wie Dosemu benötigt Dosbox keine zusätzliche DOS-Version. Ein rudimentäres System mit den wichtigsten Funktionen und Befehlen ist bereits enthalten. Über einen speziellen Mount-Befehl hängen Sie Verzeichnisse aus dem Linux-System als Laufwerke in die Dosbox ein.

Dosbox gibt es nicht nur für Linux, sondern auch für zahlreiche andere Betriebssysteme wie Mac OS X, OS/2 oder Windows. Eine Reihe von Zusatzprogrammen erleichtert dem Anwender darüber hinaus die Konfiguration.

Nach dem Start von Dosbox kann der Anwender die Arbeitsgeschwindigkeit der Emulation stufenlos variieren.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_09

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...
Öhm - wozu Benutzername, wenn man dann hier mit Klarnamen angezeigt wird?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:30, 1 Antworten
Hallo Team von Linux-Community, kleine Zwischenfrage: warum muß man beim Registrieren einen Us...