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Tux im Boot Camp

Linux auf dem iMac

Eigentlich simpel

Die Linux-Installation verläuft zumindest theoretisch denkbar einfach. Aus dem laufenden Mac-System heraus installiert man zunächst Boot Camp. Damit das EFI-Update greift, muss nun der Rechner neu gestartet werden. Im Anschluss partitionieren man mit Boot Camp die Festplatte und richtet eine Partition für Windows ein – Partitionen für andere Betriebssysteme bietet Boot Camp von Haus aus nicht an.

Anschließend startet man von der CD der Linux-Distribution und klickt auf den Schalter Windows-Installation starten von Boot Camp. Das lädt wiederum von der CD den Boot-Sektor, und man landet in der gewohnten Linux-Installationsumgebung.

Allerdings gilt es aufzupassen, beim Partitionieren den richtigen Bereich auszuwählen – anderenfalls überschreibt man Mac OS. Der korrekte Partitionstyp lautet 82 (Linux) – ihn setzt jedoch meist die Distribution automatisch. Als Bootmanager kommt statt des Grub der gute alte Lilo zum Einsatz, der im Boot-Sektor der Linux-Partition residieren muss.

Nach Abschluss der Linux-Installation erfolgt die Auswahl des zu bootenden Systems, indem man während des Starts des Macs die Optionstaste auf der Tastatur gedrückt hält. Aus dem daraufhin erscheinenden Auswahlmenü lässt sich das gewünschte Betriebssystem starten. (Abbildung 3).

Abbildung 3: Nach Abschluss der Installation erwartet Sie ein typischer Linux-Desktop auf der Apple-Hardware.

Abseits des Boot Camps

Linux fühlt sich auf auch ohne Boot Camp auf allen Intel-Mac-Varianten heimisch. Wohl macht die Installation des quellfreien OS ohne Apples Tool etwas mehr Aufwand als der Drill im Boot Camp – jedoch nicht viel mehr. Grund zum Ansetzen der Code-Feile liefert vor allem der modernisierte BIOS-Ersatz EFI, der dem Betriebssystem von vornherein im Protected Mode kommt: Darauf ist kaum ein OS gefasst, startet doch das angestaubte BIOS im Real Mode --aus Gründen, die noch von den Vorvorfahren überkommen sind.

Generell vertragen sich EFI und Linux jedoch bestens, wie Intel schon früh in einem Grundsatzpapier dokumentiert hat [8]. Die Anpassungen beschränken sich im Wesentlichen auf den EFI-konformen Bootloader Elilo [9], das Bootmenü-Toolkit Refit [10] (Abbildung 4) sowie angepasste Vmlinuz- und Initrd-Dateien. Letztere gibts mitsamt einer Bedienungsanleitung und zahlreichen Erfahrungsberichten auf der Mactel-Linux-Website [6]. Auf der Sourceforge-Seite des Mactel-Linux-Projekts findet sich für nur gedämpft bastelfreudige Aspiranten auch eine auf Ubuntu basierende Live-CD [11], die gefahrlose erste Experimente mit Linux auf dem Intel-Mac ermöglicht.

Abbildung 4: Unheilige Dreifaltigkeit: Das Boot-Menü-Toolkit Refit vereinigt auf dem Intel-iMac scheinbar unvereinbares – wie etwa zwei gestandene Unixe mit dem leibhaftigen Redmond-Produkt.

Hardware-Probleme

Wie bereits erwähnt, ähneln die aktuellen Mac-Rechner im Grunde Notebooks nach Centrino-Standard. Der größte Teil der verwendeten Hardware ist also bekannt und wird von Linux sogar weitgehend unterstützt. Trotzdem bleibt der Himmel für Linux auf dem Mactel nicht wolkenfrei: Im Test stellte sich heraus, dass trotz des vielversprechenden Ansatzes mitunter ernste Schwierigkeiten auftreten.

Ubuntu beispielsweise bootete zwar von der CD ins Setup, nach der Auswahl der Sprache und der Tastatur war der Ofen allerdings im wahrsten Sinne des Wortes aus: Der Bildschirm blieb schwarz. Debian andererseits ließ sich relativ problemlos einrichten, sogar die Installation und Konfiguration von X war kein Hexenwerk.

Ob der persönlicher Favorit unter den Distributionen funktioniert oder nicht, muss man einfach ausprobieren. Eine ganze Reihe von Hinweisen dazu liefern die Websites Mactel-Linux [6] und Mac OS X Internals [7]. Wer ohnehin schon einen iMac sein eigen nennt, kann entsprechende Tests gleich in Angriff nehmen. Wer dagen erst plant, eine entsprechendes Gerät anzuschaffen, sollte beim lokalen Mac-Händler um eine Testgelegenheit bitten. Entsprechende Geräte zu Vorführzwecken stehen dort meist bereit.

Auch bei Boot Camp selbst ist noch nicht alles Gold, was glänzt: Zwar kam es im Test nicht zu Problemen. Im Netz berichten jedoch viele Mac-Benutzer, dass ihr Mac-OS-System nach der Installation von Windows nicht mehr zu weiterer Zusammenarbeit zu überreden war und eine Neuinstallation anstand. Auch klagten Benutzer darüber, dass Boot Camp zwar eine Partition für Windows anlegte, Microsofts Betriebssystem diese aber nicht erkannte.

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