Kreatives Brennen
K3b-Workshop – Teil 2
Videos
Die schlechte Nachricht vorweg: K3b kann (noch) keine fertigen Video-DVDs produzieren. Das bedeutet, dass Sie für DVDs Ihre Filme zunächst mit einem externen Tool ins richtige Format umwandeln müssen. In K3b öffnen Sie dann über DateiNeues ProjektNeues Video-DVD-Projekt einen Reiter für die Video-DVD und kopieren die benötigten Dateien in die Verzeichnisse AUDIO_TS und VIDEO_TS. Eine Programmsammlung und detaillierte Hilfe zur Erstellung von Video-DVDs finden Sie im DVD-Authoring-Wiki [5].
Besser sieht es bei Video-CDs aus: Sind die Programme vcdxbuild, vcdxminfo und vcdxrip installiert, brennt K3b aus SVCD-kompatiblen MPEG-Dateien per Knopfdruck eine Video-CD oder eine SVCD. Die drei Programme gehören zum Tool Vcdimager ([6], [7]), für das die meisten Distributionen bereits fertige Pakete anbieten. Ob K3b die Vcdimager-Tools auf Ihrem Rechner findet, sehen Sie unter Einstellungen | K3b einrichten | Programme. Hier sollte unter vcdxbuild der Pfad zum Programm und die Versionsnummer (aktuell ist 0.7.21) stehen (Abbildung 5).
K3b brennt nicht nur Filme, sondern es wandelt auch DVDs ins XVID- und DIVX-Format um. Analog zum Erstellen einer Audio-CD starten Sie auch hier den Auslesevorgang über einen Klick auf das Symbol des CD/DVD-Laufwerks. K3b listet dann die Filme auf der DVD auf und markiert automatisch den längsten Eintrag (Abbildung 6). Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Kopieren, erscheint allerdings bei aktuellen K3b-Versionen ein Hinweis, dass das Modul nicht weiter gepflegt wird. Diesen Hinweis sollten Sie ernst nehmen: In Tests mit K3b 0.12.14 und Transcode 1.0.2 gab es enorme Probleme (Abbildung 7), und K3b war nicht in der Lage, eine bereits kopierte DVD in DIVX oder XVID umzuwandeln.
Möchten Sie es trotzdem versuchen, benötigen Sie Transcode, das Schweizer Taschenmesser für Videokonvertierung ([8], [9]). K3b zeigt dann unter Einstellungen | K3b einrichten | Programme bei tccat, tcdemux und so weiter den Pfad zum Programm sowie ein grünes Häkchen an. Das Einlesen der DVD auf die Festplatte funktionierte in unseren Tests problemlos, sieht man einmal von der kaputten Fortschrittsanzeige (Abbildung 7) ab.
K3b legt dabei im ausgewählten Verzeichnis die Konfigurationsdatei k3bDVDRip.xml an. Diese öffnen Sie über Extras | Video kodieren, falls der Kodierdialog nicht automatisch startet. Der nachfolgende Kodiervorgang zeigte jedoch nach eingen Sekunden stets eine Erfolgsmeldung an, obwohl K3b keine Arbeit verrichtet hatte. Bei einem Wechsel auf den Reiter Erweiterte Audio-/Video-Einstellungen stürzte das Programm sogar gelegentlich ab.
Treten bei Ihrer K3b-Installation ähnliche Probleme auf, möchten Sie die eingelesenen VOB-Dateien eventuell noch ins MPEG4-Format umwandeln. Starten Sie dazu transcode auf der Kommandozeile mit folgenden Parametern:
transcode -i vobdatei.vob -o avi↩ datei.avi -y ffmpeg -F mpeg4
Für vobdatei.avi und avidatei.avi geben Sie jeweils die entsprechende Datei an. Dann fügen Sie die einzelnen MPEG4-Dateien zu einer zusammen:
avimerge -o film.avi -i avidatei↩ 1.avi avidatei2.avi avidatei3.avi
TIPP
Statt Transcode können Sie auch das Perl-Programm DVD-Rip [10] verwenden, um DVDs in ein anderes Format zu konvertieren.
Emovix-DVD
Movix [11] ist eine kleine Live-Distribution, die eigentlich bloß aus einem Mediaplayer und einem Bootloader besteht. Mit Hilfe von K3b erstellen Sie mit wenigen Mausklicks eine Emovix-CD oder -DVD, die nach dem Booten auf Wunsch gleich einen Film oder Musik abspielt. Die Mini-Distribution unterstützt dank MPlayer ziemlich jedes Format – das Ausgangsmaterial zu konvertieren, ist deshalb nicht nötig. Emovix spielt aber nicht nur diejenigen Filme ab, die Sie mit auf die CD oder DVD brennen: Die Distribution greift über eine Shell auch auf lokale Dateien zu und beherrscht dank integrierter Libdvdcss auch kopiergeschützte DVDs.
Überprüfen Sie vor dem Brennen eines Emovix-Projekts zunächst unter Einstellungen | K3b einrichten | Programme, ob K3b die Emovix-Installation gefunden hat. Dann wählen Sie Datei | Neues Projekt| Neues Emovix-DVD-Projekt, um eine Emovix-DVD zu erstellen, und ziehen die Multimedia-Dateien per Drag & Drop auf den Reiter eMovixDVD0. Möchten Sie eine Emovix-CD erstellen wählen Sie anstelle von DVD jeweils den CD-Eintrag aus.
Ein Klick auf Brennen startet den Brenndialog. Er unterscheidet sich durch einen zusätzlichen Reiter eMovix vom normalen Brenndialog (Abbildung 8). Wählen Sie hier unter Audio-Player Hintergrund ein Theme aus und stellen Sie dann unter Schrift für MPlayer Untertitel einen Font ein. Die Themes von Emovix finden Sie unter /usr/share/emovix/backgrounds oder /usr/local/share/emovix/backgrounds.
Unter Startverhalten legen Sie die Sprache und das Tastaturlayout fest. Eine der wichtigsten Einstellungen verbirgt der Punkt Voreingestelltes Boot-Abbild. Hier wählen Sie zwischen verschiedenen Boot-Einstellungen. So sollten Sie für einen aktivierten TV-Ausgang mit einer Nvidia-Karte nvtv oder NvidiaTV wählen, bei allen anderen Karten TV. Bei Schwierigkeiten mit der Grafikkarte hilft vesa oder fb.
Über die Checkboxen unter Verhalten nach der Wiedergabe legen Sie fest, ob Emovix den Rechner nach dem Abspielen der Filme herunterfahren oder neu starten soll. Alternativ wirft das Programm nur den Datenträger aus. Ein Klick auf Brennen startet den Schreibvorgang. Lassen Sie danach die CD/DVD im Laufwerk und booten den Rechner neu, so startet Emovix, und MPlayer spielt die Filme auf der CD/DVD ab. Über [Esc] öffnen Sie das Onscreen-Menü, um zum Beispiel lokale Dateien zu laden oder eine DVD abzuspielen. Die Emovix-CD/DVD startet auch auf Rechnern ohne Linux.



