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K3b-Workshop – Teil 2

Kreatives Brennen

K3b ist unbestritten die Nummer Eins unter den grafischen CD- und DVD-Brennprogrammen. Auch im Multimedia-Bereich hat das KDE-Tool einiges zu bieten.

Der erste Teil des K3b-Workshops stellte die grundlegenden Funktionen von K3b vor. In diesem Artikel lesen Sie nun, wie Sie mit Hilfe externer Zusatzprogramme auch die kreative Seite von K3b ideal nutzen.

Audio-CDs auslesen

K3b bietet zahlreiche Funktionen, um Audio-CDs zu brennen, zu kopieren oder auszulesen. Das Programm kommt dabei auch mit den meisten Kopierschutzmechanismen problemlos klar. Um eine Audio-CD in ein anderes Format umzuwandeln, klicken Sie im Ordnerbrowser von K3b auf das Symbol des CD-Laufwerks. Das Brennprogramm zeigt Ihnen dann im Fenster daneben die einzelnen Songs an. Bei aktiver Internetverbindung fragt K3b die Informationen der zentralen CD-Datenbank CDDB ab. So müssen Sie Interpret und Titel der einzelnen Tracks nicht von Hand eingeben. Um die Auslese der markierten Songs zu starten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Track und wählen Auslese starten (Abbildung 1). Über das Kontextmenü wählen Sie auch einzelne Stücke aus und ab.

Abbildung 1: Über einen Klick mit der rechten Maustaste auf einen der Songs konvertiert K3b die Daten auf der CD.

Im folgenden Dialog (Abbildung 2) legen Sie dann unter Dateityp das neue Format fest. K3b bietet dazu rund zehn verschiedene Formate. In der Grundeinstellung wandelt K3b die Songs ins unkomprimierte Wave-Format um. Damit können Sie später ohne Qualitätsverlust eine neue CD brennen. Ist auf Ihrem System der freie Encoder Flac [1] installiert, können Sie die CD auch in dieses verlustfreie Format umwandeln. Flac eignet sich auch gut als temporäres Format, um aus mehreren Audio-CDs eine neue CD zusammenzustellen, da es weniger Platz als das Wave-Format beansprucht, aber bei der Komprimierung keine Informationen verloren gehen. Über ein externes Plugin, das K3b auf der Download-Seite anbietet [2], erstellt das KDE-Tool auch Dateien im Format Monkey's Audio [3]. Für MP3s bringt K3b ein Lame-Plugin mit.

TIPP

Suse Linux liefert eine K3b-Version ohne Lame-Unterstützung aus: Hier sollten Sie sich K3b von Packman installieren [4].

Abbildung 2: K3b-Dialog für die CD-Auslese. Über den rot markierten Button richten Sie die Qualität des Encoders ein.

Über das Zahnrad-Symbol hinter dem Dateiformat (Abbildung 2, rot markiert) können Sie bei einigen Codecs zusätzlich Qualität und Bitrate festlegen. Weitere Möglichkeiten bietet K3b unter Einstellungen | K3b einrichten | Module. Die möglichen Parameter hängen vom jeweiligen Encoder ab. Auf dem Reiter Erweitert finden Sie einige Optionen, mit deren Hilfe Sie auch fehlerhafte oder schwer lesbare CDs umwandeln (Paranoia-Modus). Im Modus 0 arbeitet das Ausleseprogramm am schnellsten, bleibt aber bei stark verkratzten CDs eventuell hängen. Erhöhen Sie dann den Modus. Für eine detaillierte Hilfe drücken Sie [Umschalt]+[F1] und klicken dann auf Paranoia-Modus. Um fehlerhafte Stücke nicht auszulesen, markieren Sie die Option Niemals überspringen. Ist der Eintrag Pregaps nicht lesen markiert, ignoriert K3b die Pausen zwischen den einzelnen Songs.

Nach einem Klick auf Auslese starten wandelt K3b die Audio-Dateien ins gewählte Format (Abbildung 3). Der Vorgang dauert je nach Rechenleistung und Codec zwischen 20 und 40 Minuten. Brechen Sie den Vorgang frühzeitig ab, so bleiben die bereits erfolgreich eingelesenen Songs erhalten. Bruchstücke löscht K3b selbständig.

Abbildung 3: Während des Auslesevorgangs zeigt K3b ein detailliertes Informationsfenster an. Ein Abbruch ist jederzeit möglich.

Audio-CDs brennen

Um eine neue Audio-CD erstellen wählen Sie DateiNeues ProjektNeues Audio-CD-Projekt. Per Drag & Drop ziehen Sie dann die Dateien aus dem Browserfenster auf den Projektreiter. Das Format der einzelnen Audio-Dateien spielt dabei keine Rolle, da K3b sämtliche Daten vor dem Brennen ins WAV-Format umwandelt (Abbildung 4). Damit Sie nicht aus Versehen einen Song auf CD brennen, den Sie gar nicht mögen, können Sie jeden Titel mit dem integrierten Audioplayer noch einmal anhören.

Abbildung 4: K3b erstellt Audio-CDs aus beliebig verschiedenen Formaten. Die Reihenfolge der Stücke ändern Sie per Drag & Drop.

Über das Kontextmenü, das Sie mit der rechten Maustaste aufrufen, bietet K3b einige spezielle Funktionen. So können Sie zum Beispiel mit Stille einfügen zwischen den einzelnen Liedern eine Pause von einigen Sekunden festlegen. Bei Live-Mitschnitten ist die Option Titel auftrennen interessant: Damit schneidet K3b Songs vor dem Brennen auseinander. Diese Funktion erweist sich auch dann als sehr Hilfreich, wenn Sie zum Beispiel Schallplatten digitalisieren möchten und dabei Seite A und Seite B jeweils am Stück aufgenommen haben.

Bei Liedern unbekannter Herkunft hilft ein Klick auf das Musicbrainz-Logo rechts vom Audio-Player. K3b erstellt dann einen elektronischen Fingerabdruck des Stücks und vergleicht diesen mit den Einträgen in der Musicbrainz-Datenbank. Mit Hilfe der gefundenen Treffer können Sie das Stück dann hoffentlich einordnen. Eine ähnliche Funktion bietet der Button CDDB-Abfrage gleich daneben. In den Tests stürzte K3b beim Betätigen dieses Buttons jedoch regelmäßig ab.

Möchten Sie die Songs nicht brennen, sondern in ein anderes Audio-Format umwandeln, klicken Sie auf das Symbol mit dem blauen Pfeil rechts des Brennen-Buttons. K3b zeigt dann ein neues Fenster an, in dem Sie das gewünschte Ausgabeformat festlegen. Sie können mit K3b also zum Beispiel auch MP3s in Ogg Vorbis umwandeln oder Flac in MP3 und so weiter. Um die CD zu brennen, klicken Sie auf Brennen.

Der Brenndialog gleicht im Wesentlichen dem von Daten-CDs. Auf dem Reiter CD-Text füllen Sie noch die CD-Text-Informationen aus, falls Ihr CD-Player dies unterstützt. Bei MP3s und Ogg-Vorbis-Dateien mit entsprechenden ID3-Tags fügt K3b die passenden Werte automatisch ein. Auf dem Reiter Erweitert bietet K3b als besonderes Schmankerl die Option, das erste Stück zu verstecken. Der Player fängt dann mit dem zweiten Song an und spielt das erste Stück nur ab, wenn Sie zweimal [<<] drücken.

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