Gnome 2.14
GNU-Desktop runderneuert
Desktop unter Kontrolle
In der neuesten Version des Gnome-Kontrollzentrums flossen einige kleinere, aber wichtige Erweiterungen ein. Der Konfigurationsdialog Bevorzugte Anwendungen stellt die Optionen für Webbrowser, E-Mail-Client und Terminal-Programm nun übersichtlicher dar (Abbildung 6). Gleiches gilt für den Dialog Audio-Einstellungen. Die Klänge, die bei einer Aktion wiedergegeben werden sollen, lassen sich nun präziser einstellen (Abbildung 7).
Einige Distributoren stellen dem Kontrollzentrum ein neues Programm zur Seite, mit dessen Hilfe man die Stromsparfunktionen eines Laptops besser nutzen kann. Die Energieverwaltung bietet Optionen, wie man sie bisher nur von Windows oder Mac OS X gewohnt war: etwa das Dimmen des Screens bei Inaktivität. In Zukunft sollen weitere Funktion in das Programm einfließen. HAL [7] bietet eine gute Basis, um unabhängig von der eingesetzten Hardware das System bis in die kleinsten Winkel zu konfigurieren.
An die Stelle von XScreensaver, der bisher bei Gnome zur Konfiguration des Bildschirmschoners diente, tritt nun Gnome Screensaver (Abbildung 8). Man merkt den Programm allerdings sein jugendliches Alter an, derzeit bietet es nur drei Optionen an:
- die Art und Motiv des Bildschirmschoners,
- wann dieser aktiviert wird,
- und ob nach der Aktivierung der Bildschirm gesperrt werden soll.
Das "Fast User-Switcher Applet" alias FUSA ermöglicht einen Wechsel zwischen den Benutzerkonten, wie man das aus der Windows- und Mac-OS-X-Welt kennt. Den neuen Benutzer meldet es optional in einem XNest-Fenster an. Versucht man, zum Account eines bereits angemeldeten Benutzers zu wechseln, warnt das System und bietet den Abbruch der Aktion an. Dabei fügt sich FUSA nahtlos in Gnome ein und lässt sich auch aus dem Gnome-Panel bedienen.
Über das Applet lassen sich zudem Benutzer verwalten, der Anmeldebildschirm konfigurieren und die persönlichen Angaben bearbeiten.
Metacity
Auch der Standard-Fenstermanager Metacity hält in Gnome 2.14 einige Neuerungen bereit. Dazu zählt etwa der "Kantenmagentismus": Die Desktop-Kanten ziehen in ihre Nähe geratende Fenster an, wodurch sich die Anwendungen auf dem Desktop schneller anordnen lassen. Fenster von entfernten Rechnern kennzeichnet der Fenstermanager mit einem entsprechenden Hinweis in der Titelleiste.
Daneben haben die Entwickler die Multimonitor-Unterstützung weiter ausgebaut. Dialoge fremder Toolkits erscheinen nun nicht mehr in der Mitte (also je zur Hälfte auf jedem Monitor), sondern komplett auf einem Bildschirm. Dabei spielt es keine Rolle, ob Xinerama aktiviert ist.
Ziel der neuen Version war auch, den brachliegenden Composition-Manager wieder zu reaktivieren und mit neuer Funktionalität auszustatten. Damit rüstet Metacity bestens für neue Gimmicks wie wobbelnde, transparente oder ausblendende Fenster auf. Erste Einblicke, was mit Metacity alles möglich ist, erlaubt Fedora Core 5 [10], das einen passenden X-Server [11] mitbringt. Einen ähnlichen Weg geht Novell, das jedoch Metacity durch Compiz [12] ersetzt.



