Gnome 2.14
GNU-Desktop runderneuert
Neues für Adminstratoren
Viele Unternehmen scheuen noch vor dem Einsatz von Linux auf dem Desktop zurück. Dies liegt nicht zuletzt auch am Fehlen eines zentralen Programms zu Desktop-Konfiguration anhand von Benutzerrichtlinien. Hier springt das von Red Hat entwickelte Sabayon (Abb. 10) in die Bresche. In einem eingebetteten Fenster erstellt oder modifiziert der Administrator Profile für Benutzer und Gruppen verteilt sie auf die Rechner im Netzwerk.
Einen ähnlichen Bereich deckt das Python-Programm Pessulus ab (Abbildung 11). Besonders interessant ist es für Firmen oder Internet-Cafes, die den Desktop auf das nötigste abspecken wollen.
Ausblick: Gnome 2.16
Nach dem Release ist vor dem Release: Derzeit arbeiten die Entwickler schon an Gnome 2.16, das voraussichtlich Mitte September erscheint. Noch ist nicht klar, welche Features und Programme dort Einzug halten sollen. Ohne Gewähr stellen wir Ihnen dennoch ein paar voraussichtliche Highlights vor.
Gnome 2.16 wird auf GTK+ 2.10 basieren, das viele bisherig eigenständige Bibliotheken integriert. Dazu zählt insbesondere die Drucker-API, die nich mehr nur via libgnomeprint Gnome-Anwendungen zur Verfügung steht, sondern sich nun potenziell aus allen Applikationen nutzen lässt. Cairo 1.2, eine der Grundlagen für GTK+, soll den Desktop noch einmal beschleunigen und 3D-Effekte ermöglichen. Metacity bietet dafür die perfekte Grundlage, wie man bereits anhand von Demo-CDs [13] ausprobierten kann. Weitere Informationen zur künftigen Entwicklung des Gnome-Desktops präsentiert das Gnome Live!-Wiki unter [14].
Glossar
HIG
Kurz für Human Interface Guidelines. Die Gnome-HIG definieren, welche Eigenschaften eine Anwendung aufweisen muss, um sich nahtlos in den Gnome-Desktop einzufügen. Dies betrifft sowohl das Look & Feel als auch Benutzbarkeit ("Usability") und Zugänglichkeit für Anwender mit Einschränkungen ("Accessibility").
STUN
Simple Traversal of UDP over NAT. Ein einfaches Netzwerkprotokoll, um Firewalls und NAT-Router zu erkennen und zu umgehen. STUN soll den unkomplizierten Einsatz von Geräten (Programmen in Heimnetzwerken ermöglichen.
LDAP
Lightweight Directory Access Protocol. Kommt bei der Verbindung zu Verzeichnisdiensten ("directories") zum Einsatz, meist zur Abfrage von Benutzerdaten.
CalDAV
Vorschlag für einen Protokollstandard zum Zugriff auf Kalenderdaten via WebDAV.
iCal
Standard zum Austausch von Kalenderinformationen, von Apple im gleichnamigen Programm erstmal verwendet.
HAL
Hardware Abstraction Layer. Abstraktionsschicht zwischen Hardware und Betriebssystem, die Schnittstellenfunktionen bereitstellt.
XNest
X-Server und -Client für verschachtelten Einsatz innerhalb einer anderen X-Session.
Xinerama
Eine Erweiterung für den X-Server, die grafischen Anwendungen und Fenster-Managern das Ansteuern von mehreren Monitoren.
Cairo
Eine geräteunabhängige Vektorgrafik-Bibliothek für das X-Window-System.
Infos
[1] Nautilus Startzeit-Analyse: http://primates.ximian.com/~federico/news-2006-03.html#login-time-1
[2] Weitere Analyse: http://blogs.gnome.org/portal/alexl
[3] Beagle: http://www.beagle-project.org
[4] Artikel zu Beagle: Tim Schürmann, "Spürhund", LinuxUser 07/2005, S. 64
[5] Human Interface Guideline: http://developer.gnome.org/projects/gup/hig/
[6] STUN: http://www.ietf.org/rfc/rfc3489.txt
[7] Hardware Abstraction Layer: http://freedesktop.org/wiki/Software_2fhal
[8] Informationen zu XULRunner: http://developer.mozilla.org/en/docs/XULRunner
[9] Hula-Projekt: http://www.hula-project.org/
[10] Test Fedora Core 5: Oliver Frommel, "Frühlingsmode", LinuxUser 05/2006, S. 84
[11] Informationen zu AIGLX: http://fedoraproject.org/wiki/RenderingProject/aiglx
[12] Informationen zu Xgl: http://www.novell.com/linux/xglrelease/
[13] Kororaa-LiveCD: http://kororaa.org/
[14] Roadmap zu Gnome: http://live.gnome.org/RoadMap



