Mit Version 2.14 besinnt sich Gnome wieder auf sein traditionelles Motto "Weniger ist mehr". Mit völlig neuen Bedienkonzepten hebt sich der Desktop derzeit von der Konkurrenz ab, die erst in der nächsten Hauptversion mit ähnlichen Paradigmen aufwarten kann. Die Entwickler haben in der aktuellen Release ganz besonders auf den Ressourcen-Verbrauch von Gnome geachtet.
Vollgas auf dem Desktop
Gnome 2.14 erntet die Früchte des in der Version 2.10 angegangen Performance-Projekts. Konsequent haben die Entwickler Flaschenhälse beseitigt und intelligentere Algorithmen eingebaut. Prominentestes Beispiel ist das Gespann Gnome-terminal / Vte, das nun zu den schnellsten Terminal-Emulationen unter Linux zählt. Auch andere Kernkomponenten, nicht zuletzt auchg der Dateibrowser Nautilus, profitieren von der Performance-Verbesserung.
Gnome-Mitbegründer Federico Mena-Quintero hat die Startzeit von Nautilus und den beteiligten Komponenten analysiert [1], weitere Flaschenhälse deckte Nautilus-Hauptentwickler Alexander Larsson auf [2]. Die aktuelle Version des Gnome-Dateimanagers behebt bereits etliche der so entdeckten Probleme, die anderen wollen die Entwickler in den nächsten Wochen noch beseitigen.
Eine augenfälligere Neuerung stellt die nun in Nautilus integrierte Suche dar (Abbildung 1). Beagle ([3], [4]), eine von Novell entwickelte Desktop-Suchmaschine, bietet das Grundgerüst dafür. Sie setzt allerdings ein installiertes Mono-Framework voraus, das inzwischen jedoch die meisten Distributionen mitbringen. Beagle erlaubt, Suchaktionen abzuspeichern und jederzeit wieder aufzurufen. Die Resultate stellt es als virtuellen Ordner dar und erleichtert so die Navigation.
Dem konsistenten Gesamtbild von Gnome kommen sicherlich die HIG-Anpassungen [5] diverser Nautilus-Dialoge zugute. So bietet die Oberfläche nun komplett die Fähigkeit zur Auto-Vervollständigung, die bislang nur im Datei-Auswahldialog zu finden war: Um zu einer Datei zu springen, muss der Benutzer nur noch die Anfangsbuchstaben des Filenamens tippen.
Hilfe leicht gemacht
Wie Nautilus integriert auch der Hilfe-Browser Yelp (Abbildung 2) eine auf Beagle basierende Suche. Sie arbeitet Anfragen zügig ab, da Beagle im Hintergrund die Hilfedateien bereits indiziert. Yelp bietet endlich auch eine Funktion zum Ausdruck an, die bislang völlig fehlte; zudem kann der Hilfe-Browser nun auch mit Info- und Man-Seiten umgehen.



