Feuerzauber

Filigrane Grafiken

01.06.2006
Aus mathematischen Formeln generiert Fyre faszinierende grafische Strukturen. Die sehen nicht nur hübsch aus, sondern lassen sich auch filmisch aufbereiten.

Fyre gehört nicht zu den Tools, die Sie unbedingt brauchen. Das Programm ist vielmehr ein faszinierender Pausenfüller, eine Spielerei. Es errechnet auf der Basis einer simplen mathematischen Gleichung faszinierende Grafiken, die Sie über ein GTK+-Frontend interaktiv verändern. Das Ergebnis präsentiert sich als HDR-Bild. Gefällt Ihnen eine Variante oder Bewegung besonders, halten Sie diese als Film fest.

Feuer frei

Den Quellcode des Programms finden Sie auf der Heft-CD und installieren ihn über den üblichen Dreischritt ./configure, make und im Root-Modus make install. Sie starten Fyre, indem Sie [Alt]+[F2] drücken und fyre eingeben.

Auf der rechten Seite sehen Sie zunächst eine schwarze Figur auf weißem Hintergrund. Über die Variablen A, B, C und D auf der linken Seite beeinflussen Sie das Objekt selbst, die restlichen Parameter betreffen eher die Erscheinung der Figur auf dem Bildschirm. Über Width und Height ändern Sie den Umfang der Fläche, auf der die Figur liegt. Mit Zoom vergrößern und verkleinern Sie das Gebilde. Die Werte X offset und Y offset verschieben das Objekt als Ganzes, über Rotate drehen Sie es um die Z-Achse.

Die Farbeinstellungen verändern Sie über Foreground und Background. Sehr schön sieht die Figur beispielsweise in roter Farbe auf schwarzem Hintergrund aus. Um zugleich die Farbintensität anzupassen, erhöhen Sie den Gamma-Wert, über Exposure regeln Sie die Helligkeit der Figur. Behalten Sie die Parameter des Gebildes für eine Weile bei, dann verzeichnet die Statuszeile ganz unten einen Qualitätsanstieg, da die zugrunde liegende Gleichung das Ergebnis laufend optimiert.

Film läuft

Um einen Film zu realisieren, fixieren Sie zunächst einen Anfangs- und einen Endzustand für das Gebilde. Der Film zeigt dann den Übergang von einem Zustand in den anderen. Über den Menüeintrag ViewAnimation Window rufen Sie das Animationsfenster auf, ein Klick auf Hinzufügen legt den ersten Keyframe für die Figur fest (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der erste Schritt zum Film: Über Hinzufügen legen Sie einen Ausgangspunkt für das Rendern fest, der Wert von Transition bestimmt die Dauer der Transformation.

Nun verzerren Sie die Figur über die Variablen A bis D und setzen einen zweiten Keyframe. Dann weisen Sie dem ersten Keyframe einen Wert für Transition zu. Dieser steuert, wie schnell sich die Transformation im Film vollzieht. Versuchen Sie es zunächst mit fünf Sekunden, um das Rendern abzukürzen. Den Transition-Wert für das zweite Keyframe setzen Sie auf zwei Sekunden, damit das Bild nach der Verwandlung noch einen Augenblick stehen bleibt.

Nun folgt der eigentliche Rendering-Prozess:Über FileRender legen Sie die Frame Rate für den Film fest – gewöhnlich sind das 24 Frames pro Sekunde – und weisen dem Film einen Namen und einen Speicherort zu. Klicken Sie abschließend auf OK, erzeugt das Programm aus den einzelnen Bildern einen netten kleinen Experimentalfilm.

Glossar

HDR

High Dynamic Range, ermöglicht Digitalbilder mit sehr hohen Kontrastverhältnissen, die den Fähigkeiten des menschlichen Auges entsprechen.

Keyframe

Bild mit Schlüsselfunktion, das zum Beispiel am Anfang oder am Ende einer Transformation steht.

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