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Eindrucksvolle Präsentationen mit KeyJnote

Betrachter gesucht

KeyJnote ist der etwas andere PDF-Viewer: Mit schicken 3D-Effekten und effektiven Skripting sorgt es für beeindruckende Präsentationen.

An Präsentationssoftware herrscht unter Linux zwar wahrlich kein Mangel: Mit MagicPoint, OpenOffice.org, KPresenter und nicht zuletzt einigen LaTeX-Paketen stehen reichlich Möglichkeiten zur Auswahl, um ansehnliche Folien zu erstellen. Allerdings geht es mit all diesen Methoden bei der Anzeige selbst eher bieder zu.

KeyJnote widmet sich diesem Aspekt gezielt: Mit Hilfe moderner Grafikhardware stellt es attraktive Folienüberblendungen dar, verschiedene Markierfunktionen richten die Aufmerksamkeit auf bestimmte Teile des Texts und eine Übersichtsfunktion erleichtert die Navigation in längeren Präsentationen.

KeyJnote einrichten

Das in Python geschriebene KeyJnote nutzt zum Darstellen OpenGL. Um das Rendering der PDF-Dokumente in anzeigefertige Bilddaten kümmert sich GhostScript, das kleine Tool Pdftk leistet optional Schützenhilfe beim Auswerten der Metadaten. Zumindest GhostScript und Python selbst gehören bei praktisch jeder Distribution zum Standard-Installationsumfang.

Die verschiedenen Python-Erweiterungen gilt es jedoch oft aus dem Netz nachzuinstallieren. Sie Benötigen hier die Pakete für PyOpenGL, PyGame und PIL, die Python Imaging Library. Nutzer von Debian-basierten Distributionen spielen all diese Abhängigkeiten mit einem Rutsch ein; Ubuntu-Anwender schalten dazu zunächst das Repository Universe frei.

# apt-get update
# apt-get install python python-↩opengl python-pygame python-imag↩ing gs pdftk

KeyJnote selbst laden Sie bei SourceForge [1] herunter. Für den Einsatz unter Linux holen Sie dort lediglich das rund 100 KByte große .tar.gz-Paket ab. Um das Programm zu "installieren", kopieren Sie mit administrativen Rechten die Datei keyjnote.py einfach nach /usr/local/bin. Dabei können Sie das Suffix .py auch weglassen, damit die Namensgebung konsistent mit dem Rest des Systems bleibt:

$ tar xzf keyjnote-0.8.1.tar.gz
# cp keyjnote-0.8.1/keyjnote.py ↩/usr/local/bin/keyjnote

Gentoo-Nutzer haben es etwas einfacher, können sie das Programm doch samt aller Abhängigkeiten einfach mittels emerge keyjnote installieren.

Um KeyJnote mit befriedigender Performance nutzen zu können, sollte der Rechner auf jedem Fall Hardware-3D-Beschleunigung bieten. Mit Software-Rendering läuft das Programm zwar auch, aber dann steigt die Reaktionszeit auf Benutzereingaben deutlich an – und man muss auf die Animationen verzichten, die den eigentlichen Reiz von KeyJnote ausmachen.

Die Präsentation vorbereiten

Da KeyJnote sich lediglich um die Anzeige der Folien kümmert, erstellt man die eigentlichen Inhalte mit anderen Programmen. Hier empfehlen sich die eingangs erwähnten Software-Pakete OpenOffice.org und LaTeX: OpenOffice exportiert die Folien über Datei | Exportieren als PDF... im passenden Format. Für pdflatex gibt es das bekannte Paket beamer, das ebenfalls sehr ansehnliche PDF-Dateien erzeugt.

Exportiert das gewählte Programm keine PDF-Dateien oder bereitet der PDF-Export auf eine andere Art Probleme, kann man KeyJnote auch Bilder in den Formaten PNG, TIF oder JPEG unterschieben. Dabei müssen alle Bilddateien in einem Verzeichnis ohne weitere Unterverzeichnisse liegen. Die Anzeigereihenfolge der Seiten entspricht dabei einer einfachen alphanumerischen Sortierung, wie von ls gewohnt. Die Option, Bilder statt PDFs anzuzeigen, eröffnet auch einen interessanten zweiten Anwendungszweck für KeyJnote: Die Slideshow mit den Fotos vom letzten Urlaub gewinnt durch die Übergangseffekte ebenfalls deutlich an Pep.

Haben Sie eine PDF-Datei – etwa folien.pdf – erzeugt, starten Sie KeyJnote mit einem einfachen keyjnote folien.pdf. Für eine Bilder-Slideshow geben Sie statt der PDF-Datei den Namen des abzuspielenden Verzeichnisses (nicht der Dateien darin!) an. KeyJnote kennt ferner etliche Kommandozeilenoptionen, die die Option -h oder die beigefügte (englische) Bedienungsanleitung ausführlich erklären. Die wichtigsten sind -f, um den Vollbildmodus schon beim Start auszuschalten, und -g, um die Bildschirmauflösung einzustellen. Folgender Aufruf zeigt die Bilder aus dem Verzeichnis NeueFotos in einem 800x600 Pixel großen Fenster an:

$ keyjnote -f -g 800x600 NeueFot↩os

Nach dem Aufruf zeigt Keyjnote zunächst das Startlogo und einen Ladebalken an. Dabei rendert es jede Seite der Präsentation in den Arbeitsspeicher vor, um später schnelleren Zugriff zu gewährleisten und die Übersichtsseite zu füllen. Diesen Vorgang kann man jedoch auch mit einem beliebigen (Maus-)Tastendruck vorzeitig abbrechen. Ganz ausschalten lässt sich dieses Vorladen mit der Option -c. Diese hilft vor allem bei Rechnern mit wenig Arbeitsspeicher, da KeyJnote dann auch später nicht versucht, alle bereits angezeigten Seiten im RAM zu halten.

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