Distribits
Linux für Epia
Die nur 17x17 Zentimeter großen Epia-Mainboards von VIA eignen sich hervorragend zum Aufbau kleiner, leiser Wohnzimmerrechner, die als Stereoanlage und Videorecorder dienen. Der richtige Einsatz spezieller Komponenten wie MPEG-Decoder und hardware-beschleunigter Grafik auf den Boards erfordert bei den Standard-Distributionen allerdings viel Handarbeit. Das Projekt EpiOS (http://www.epios.net) versucht, ein speziell auf diese Hardware angepasstes System auf Gentoo-Basis zu entwickeln.
Die Installation des aus nur einer CD-ROM bestehenden Systems beginnt mit der Wahl des Ausgabegeräts. Neben Monitoren unterstützt EpiOS hier auch Fernsehgeräte. Während das grafische Installationsprogramm im Hintergrund das System auf der Festplatte einrichtet, fragt es noch das Root-Passwort ab, richtet einen oder mehrere Benutzer ein und bestimmt Zeitzone und Rechnernamen. Als Desktop kommt ein aktuelles KDE zum Einsatz.
Der Hardware-MPEG-Decoder der Epia-Boards funktioniert, die Videoplayer Xine und Mplayer arbeiten mit Hardware-Support. Neben den Videoprogrammen bringt EpiOS eine Reihe von Anwendungen zum Abspielen von Musik mit. Doch auch an die tägliche Arbeit auf dem Computer haben die Entwickler gedacht: OpenOffice 2 und Opera sind ebenso an Bord wie Grafik-Programme.
Obwohl die Entwickler das System noch als Beta-Software bezeichnen, arbeitet EpiOS bereits sehr stabil. Die gute Unterstützung der Epia-Hardware kommt besonders bei der Wiedergabe von Videos zum Tragen, da es hier aufgrund der etwas schwachbrüstigen Epia-Prozessoren unter anderen Distributionen häufig Ruckler und Aussetzer gibt.
Ausblick auf den Nervösen Molch
Noch ist das kommende Ubuntu 6.06 noch nicht ganz fertig, da macht sich Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth bereits Gedanken über dessen Nachfolger: Er soll Edgy Eft (Nervöser Molch) heißen und im Dezember 2006 erscheinen. Shuttleworth schwebt dabei ein eher experimentelles Release vor: Die Entwickler dürfen neue Techniken wie Virtualisierung mit Zen oder 3D-Desktops mit XGL und AIGLX ausprobieren, ohne dabei übermäßig auf Stabilität zu achten. Wer ein stabiles System braucht, soll weiterhin Ubuntu 6.06 einsetzen, das auch neue Hardware unterstützt.



