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Desktop-Suche mit Beagle unter KDE

Kerry

Das zweite Frontend für Beagle, Kerry, stammt ursprünglich aus den Suse-Labors und erschien zum ersten Mal in Suse Linux 10.1. Mittlerweile haben sich die KDE-Entwickler des Tools angenommen und integrierten es in die Desktop-Umgebung. Kerry setzt KDE ab Version 3.4 sowie ein möglichst aktuelles Beagle ab Version 0.2.1 voraus.

Setzen Sie keine aktuelle OpenSuse 10.1 oder die Beta-Version des kommenden Ubuntu Linux 6.06 ein, führt kein Weg am Übersetzen aus dem Quelltext vorbei. Das Programm zeigt sich dabei ein wenig sperrig: Unter Mandriva 2006 ließ es sich erst nach einem Update auf KDE 3.5 kompilieren, unter Ubuntu 5.10 war die Installation eines frischen Mono und eines ebensolchen Beagle notwendig. Mit dem in den Backports-Quellen von Ubuntu enthaltenen Mono funktioniert Kerry nicht.

Sind diese Hürden genommen, entpacken Sie das Archiv kerry-0.1.tar.bz2 mit dem Befehl tar -xjvf kerry-0.1.tar.bz2, wechseln in das neu entstandene Verzeichnis kerry und starten dort mit Eingabe von ./configure das Erzeugen der Makefiles. Ein make stößt das Übersetzen des Quelltextes an, ein su -c "make install" endlich befördert das Programm, mit allem was dazu gehört, an die richtige Stelle im Verzeichnisbaum.

Der Aufruf von kerry & in einer Terminal-Emulation öffnet das Hauptfenster des Programms (Abbildung 5). In das Textfeld oben geben Sie den Suchbegriff oder die Suchbegriffe ein, in der Box darunter sehen Sie das Ergebnis. Dabei zeigt das Programm Vorschaubilder von bekannten Dateitypen an.

Abbildung 5

Abbildung 5: Das Hauptfenster von Kerry zeigt die Suchergebnisse übersichtlich an.

In der Liste In: hinter dem Eingabefeld für die Suchbegriffe schränken Sie die Suche auf bestimmte Typen wie HTML-Seiten oder Textdokumente ein. Ein Klick auf Weitere Ergebnisse lädt die restlichen Treffer in das Programmfenster. Ein Rechtsklick auf ein Suchergebnis bringt ein Kontextmenü zum Vorschein, in dem Sie auswählen, wie Sie die Suchergebnisse sortiert haben möchten.

Kerry nistet sich wie KBeaglebar mit einem Icon in der Startleiste ein, wo Sie es schnell erreichen. Ein Klick mit der rechten Maustaste auf das Kerry-Icon in der Kontrollleiste öffnet ein Menü, über das Sie auf die letzten fünf Suchen zugreifen (Abbildung 6). Auch der Konfigurationsdialog des Programms findet sich in diesem Menü unter dem Punkt Kerry konfigurieren (Abbildung 7).

Abbildung 6

Abbildung 6: Über ein Kontextmenü erlaubt Kerry einen schnellen Zugriff auf die letzten fünf zurückliegenden Abfragen.

Abbildung 7

Abbildung 7: Kerry ermöglicht, den Suchdienst Beagle automatisch beim Beginn der KDE-Sitzung zu starten.

Auf der ersten Seite des Konfigurationsdialogs legen Sie die Tastenkombination fest, die das Suchfenster zutage bringt, und bestimmen die Reihenfolge, in der Kerry die Suchergebnisse anzeigt. Hier gilt die Relevanz des Ergebnisses als Kriterium – wobei unklar bleibt, nach welchen Kriterien das Programm oder das Backend diese bewertet.

Die Option Such- und Indizierungsdienste automatisch starten setzt Beagle bei Beginn der KDE-Sitzung in Gang. Über Maximale Anzahl der Suchergebnisse legen Sie wie bei KBeaglebear das Aussehen der Ergebnisübersicht fest. Im Unterschied zu diesem existiert bei Kerry aber keine Grenze nach oben.

Auf der zweiten Seite richten Sie Beagle ein; hier fügen Sie auch Pfade zum Suchen hinzu und schließen bestimmte Dateien oder ganze Ordner vom Indizieren durch Beagle aus.

Fazit

Beagle erleichtert den Zugriff auf die lokal gespeicherten Daten. KBeaglebar und Kerry integrieren sich zwar perfekt in KDE und erlauben den einfachen Zugriff auf den gespeicherten Index. Allerdings verschenkt KBeaglebar diesen Vorteil, indem es nur bis zu neun Suchergebnisse anzeigt. Dafür punktet es mit dem platzsparenden Design.

Kerry liegt mit einer übersichtlichen Ergebnisanzeige vorne, die auch ein Filtern erlaubt. Zudem zeigt es Vorschaubilder der gefundenen Dateien. In seinen Konfigurationsoptionen zeigt sich das Programm zudem deutlich flexibler.

Glossar

Gtk#

Sprich Gtk-sharp. Eine .NET-Bibliothek für die Anbindung an das GUI-Toolkit Gtk+.

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