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Desktop-Datenbank Tellico

01.06.2006 Sie wollen einfach struktutierte Daten unkompliziert verwalten? Dann ist die komfortable Desktop-Datenbank genau das Richtige für Sie.

Tellico [1], das regelmäßige LinuxUser-Leser eventuell noch unter dem Namen Bookcase [2] kennen, war ursprünglich als reine Literaturverwaltung konzipiert. Mittlerweile dient das Programm nicht mehr nur als virtuelle Buchablage, sondern bringt zusätzlich Vorlagen für Video-, Comic-, Münz- und Briefmarkensammlungen mit. Selbst die Bestände eines gut bestückten Weinkellers verwalten Sie mit Hilfe der Software.

Das Programm unterstützt darüber hinaus das Anlegen benutzerdefinierter Sammlungen, so dass es sich ausgezeichnet für kleine Datenbestände eignet. Einziger Wermutstropfen: Das Programm kennt keine Relationen zwischen den Tabellen.

Tellico speichert alle Datensätze in einer XML-Datei. Neben dem eigenen Format liest und schreibt das Programm eine Reihe von Fremdformaten, was die Übernahme bestehender Datenbanken ermöglicht. Für die Datenbanken verwendet das Programm den Begriff Sammlungen. Eine solche Sammlung darf unbegrenzt viele Datensätze mit einer beliebigen Anzahl Felder enthalten.

Auf die Platte

Die Installation von Tellico gestaltet sich erfreulich einfach: Auf der Homepage finden Sie fertige Pakete für die Distributionen Fedora Core, Suse, Slackware und Mandriva. Falls Sie das Programm selbst übersetzen möchten, benötigen Sie neben dem Quelltextpaket tellico-1.1.5.tar.gz mindestens KDE 3.2, die Qt-Bibliothek ab Version 3.2 und die Libxml2 und Libxslt ab Version 1.0.19 samt den dazu gehörenden Entwicklerpaketen. Das Übersetzen aus dem Quellcode gelingt wie gewohnt mit den drei Befehlen ./configure, make und make install in einem Terminal.

Das erste Mal

Beim ersten Start öffnet Tellico eine leere Literatursammlung, die sofort zur Aufnahme von Buch-Datensätzen bereit steht (Abbildung 1). In der Baumansicht im linken Teil des Fensters befinden sich die Datensätze, nach Autoren gruppiert. Rechts präsentiert Tellico eine nach Titeln sortierte Liste der Bücher, darunter zeigt es die Daten eines Eintrags in einer Karteikartenansicht an.

Abbildung 1: Beim ersten Start legt Tellico automatisch eine Literaturverwaltung an.

Zum besseren Überblick können Sie die Einträge der Baumansicht nach verschiedenen Kriterien gruppieren. Zudem bietet Tellico die Option, in der Listenansicht nur benutzerdefinierbare Felder anzuzeigt. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf einen der Spaltenköpfe und wählen Sie im Kontextmenü die Spalten aus, die in der Listenansicht erscheinen sollen.

Um die Gruppierung der Datensätze zu ändern, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Titel der Sammlung und wählen Gruppen-AuswahlName der Gruppe aus dem Kontextmenü. Einen Filter auf Basis der Gruppierung erstellen Sie über das Kontextmenü: Wählen Sie dazu den Eintrag Filtere nach Gruppe.

Die lästige Arbeit, die Datenbank mit Einträgen zu füttern, erledigen Sie bei Tellico über eine grafische Eingabemaske. Diese rufen Sie über den Menüpunkt SammlungNeuer Eintrag oder die Tastenkombination [Strg]+[N] auf. In einem mehrseitigen Dialog geben Sie nun die Daten für das neue Buch ein (Abbildung 2). Sie finden dort passende Felder für Autor, Titel, Erscheinungsort und -jahr.

Abbildung 2: Zur Eingabe der Literaturdaten bringt Tellico einen übersichtlichen Dialog mit.

Mögen Sie es noch ausführlicher, bewerten Sie zusätzlich das Buch und fügen dem Datensatz ein gescanntes Bild des Buchtitels hinzu. Über die Schaltfläche Speichere Eintrag nehmen Sie den neuen Eintrag in die Literaturverwaltung auf. Möchten Sie den Datensatz später verändern, genügt ein Doppelklick auf den entsprechenden Listeneintrag.

Die Vorlagen für die Video-, Comic-, Münz- und Briefmarkensammlungen präsentieren sich ebenso durchdacht und lassen sich ebenfalls ohne weitere Anpassungen sofort verwenden.

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LinuxUser 06/2012

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