Alles sicher

Datenbank-Backups mit DVD-Backup

01.06.2006
Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Ein Shell-Skript genügt für Backups auf DVD-Medien. Das vorgestellte Tool DVD-Backup macht auch vor den Datenbanken von MySQL und PostgreSQL nicht Halt.

Natürlich kann man sich mit Linux-Befehlen auch ein eigenes Skript für regelmäßige Backups der eigenen Daten schreiben. Dazu braucht es kaum mehr als das Tar-Kommando und ein Programm, das mit Backup-Medien umgehen kann. Stellt sich der Wunsch ein, das Skript konfigurierbar zu machen, zum Beispiel um die zu sichernden Verzeichnisse vorzugeben, gerät das Projekt aber leicht außer Kontrolle. Deshalb ist es einfacher, auf ein bereits erprobtes Tool wie DVD-Backup [1] zurückzugreifen, das sich über eine Konfigurationsdatei steuern lässt.

Datenbank-Dump

DVD-Backup schreibt die Sicherungsdateien als gepacktes Tar-File auf eine DVD. Dazu muss das Programm growisofs installiert sein. Zusätzlich zu gewöhnlichen Backups von Dateien unterstützt DVD-Backup die Sicherung der Datenbanken MySQL und PostgrSQL. Es erstellt selbständig einen so genannten Dump der Datenbank: eine Datei, die alle Datenbank-Inhalte als SQL-Befehle enthält. Diese Datei nimmt DVD-Backup mit in das Backup-Tar auf, das es auf DVD brennt.

Zu installieren gibt es bei DVD-Backup nichts. Sie entpacken einfach dvd_backup-0.4.0.tar.gz von der Heft-CD. Am besten arbeiten Sie immer im DVD-Backup-Verzeichnis, denn DVD-Backup legt dort Verwaltungsdaten ab – mehr dazu später.

Dem Paket liegt eine Beispiel-Konfigurationsdatei backup.conf.sample bei, die Sie nach backup.conf kopieren, um diese anschließend zu bearbeiten. Die Konfigurationsdatei ist sehr einfach aufgebaut und beinahe selbsterklärend. Listing 1 zeigt einen Ausschnitt.

Listing 1

BACKUP_DEVICE="/dev/hdc"
BACKUP_PATHS="/etc"
BACKUP_EXCLUDE="*.tar.bz2 *.tar.gz *.tar *.zip *.rpm *.deb *.tgz temp backup no_backup"
…
# Leave this fields empty to disable MySQL database backup
BACKUP_MYSQL_USER=root
BACKUP_MYSQL_PASSWORD=dbpasswd

Hinter BACKUP_DEVICE stellen Sie die Gerätedatei des DVD-Brenners ein, BACKUP_PATHS gibt die Verzeichnisse an, die DVD-Backup sichern soll.

BACKUP_MYSQL_USER legt den Datenbank-Account für MySQL fest, BACKUP_MYSQL_PASSWORD das entsprechende Passwort. Die Schlüsselwörter für PostgreSQL lauten entsprechend. Achten Sie darauf, dass der Datenbank-User die nötigen Rechte besitzt, die Datenbanken zu lesen, die Sie sichern wollen. Normalerweise heißt der Datenbank-Superuser root oder mysql.

Los geht's

Beim ersten Backup starten Sie ./backup.sh als Administrator mit dem Parameter --init. Ohne weitere Überprüfungen erstellt das Skript dann zuerst einen Datenbank-Dump, packt sie alle eingestellten Verzeichnissen zusammen in eine Tar-Datei, die es anschließend auf DVD brennt.

Bei weiteren Backups verwenden Sie den Parameter --add. Das Skript liest nun beim Start erst die Datei .backup_last_date, die es beim ersten Lauf im aktuellen Verzeichnis geschrieben hat. Das darin enthaltene Datum vergleicht es mit dem Datum des Aufrufs und sichert nur die seitdem veränderten Dateien. Auf der DVD landet dann ein weiteres Tar-File, das die neuen Backup-Dateien enthält. Allerdings müssen der Brenner und die Medien mehrere Sitzungen beherrschen.

Zum Wiederherstellen der Sicherung bringt DVD-Backup kein Tool mit. Dafür genügt allerdings ein einfacher Tar-Befehl. Allerdings sollte man beim Wiederherstellen mit dem ältesten Backup beginnen, um ältere Versionen von Dateien durch neuere zu überschreiben.

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