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Verblüffend ähnlich

Xandros 3.11 Open Circulation Edition im Überblick

01.05.2006 Speziell Windows-User haben beim Umstieg auf ein linux-basiertes Betriebssystem oft ihre liebe Mühe, sich im neuen Umfeld zurechtzufinden. Xandros überbrückt elegant die Unterschiede beider Welten.

Viele Windows-Anwender scheuen den Umstieg auf Linux, weil es zum einen für sie umständlich zu bedienen ist, und zum anderen lieb gewonnene Software nicht läuft. Auch auf die obligatorische Multimedia-Unterstützung möchte der Windows-Anwender nicht verzichten. Die kommerzielle, auf Debian basierte Linux-Distribution Xandros [1] hat sich zum Ziel gesetzt, genau diese Klientel zu bedienen.

Ein Maximum an Komfort verbunden mit einem Minimum an Konfigurationsaufwand. Diese Eigenschaften kombiniert mit einer Windows-ähnlichen Oberfläche und fertig ist ein Linux-System, das sich in Bezug auf Verhalten und Optik kaum vom Redmonder Produkt unterscheidet.

Die Distribution bringt alle wichtigen Werkzeuge für einen Desktop-Rechner mit: Von der freien Office-Suite OpenOffice über diverse Media-Player bis hin zu Netzwerkprogrammen zum Kontakt mit Application-Servern verfügt der Anwender über ein nahezu komplettes Software-Repertoire. Die auf der Heft-CD enthaltene kostenlose Open Circulation Edition unterschiedet sich nur im Details von der Vollversion für etwa 80 Euro. Die Vollversion enthält folgende zusätzliche Merkmale:

  • Vollversion von CrossOver Office 5.0
  • Unbegrenzte Brenngeschwindigkeit
  • Anti-Viren-Software
  • Personal Firewall
  • 60 Tage technischer Support
  • Verschlüsseln von Dateien und Verzeichnissen

Auf die Platte…

Schon bei der Installationsroutine zeigt sich die Strategie der Entwickler, das System möglichst einfach bedienbar zu halten. Allerdings hat sich ein Schönheitsfehler eingeschlichen: Am Bootscreen der Installationsroutine erlaubt ein Druck auf [Umschalt] die Auswahl zwischen verschiedenen Setup-Varianten (Abbildung 1). Ein Erklärungstext zu den kryptischen Boot-Parametern fehlt jedoch.

Abbildung 1: Zwar bietet Xandros eine reichhaltige Auswahl möglicher Setup-Varianten, es fehlt jedoch eine Hinweis auf den genauen Zweck der verschiedenen Punkte.

Im Default-Setup bootet das Installations-System in einem Modus, der die meisten Anwendungsfällen abdeckt. Nach dem Akzeptieren der Lizenzvereinbarung erlaubt der folgende Bildschirm die Auswahl zwischen einer benutzerdefinierten und der Express-Installation.

Letztere macht ihrem Namen durchaus Ehre: Bis auf die Eingabe weniger Parameter wie Benutzername und Root-Passwort ist keine weitere Interaktion seitens des Benutzers erforderlich. Anders beim benutzerdefinierten Setup: Hier eröffnet das Installationsprogramm dem Anwender die Wahl zwischen den Varianten Minimal, Standard, Complete und benutzerdefinierter Desktop (Abbildung 2). Standard und Complete gleichen sich in dieser Version jedoch.

Abbildung 2: Vier Verschiedene Installations-Varianten erlauben die Installation von vordefinierten Software-Sets.

Abhängig von der getroffenen Auswahl zeigt das darunterliegende Fenster die zu installierenden Pakete. Diese beschränken sich jedoch lediglich auf Zusatz-Software, systemnahe Programme sind nicht gelistet. Im folgenden Fenster, der Disk-Konfiguration, legen sie in erster Linie fest, wohin das Setup die Distribution installiert.

Die Auswahl reicht vom Verwenden des kompletten freien Speicherplatzes über das verkleinern vorhandener Windows-Partitionen zum manuellen Partitionieren der Festplatte. Anschließend folgt das Einrichten des Bootmanagers. Hier zeigt sich jedoch, dass das Vereinfachen eines Systems auch Nachteile mit sich bringt: Es zeigt sich lediglich die Auswahl, ob und in welchen Master Boot Record (MBR) der erkannten Platten der Bootloader landet.

Auch das darauf folgende Netzwerk-Setup beschränkt sich auf die Abfrage der IP-Adresse, das Standard-Gateways und des DNS. Nach Eingabe des Root-Passwortes und dem optionalen Anlegen eines Users ist das Setup abgeschlossen. Danach Xandros installiert das System mit den gewählten Komponenten und Einstellungen auf die Festplatte.

Der erste Start

Am Boot-Screen stehen die drei Start-Methoden Xandros Desktop, Safe Video Mode und Configure (Expert) zur Auswahl. Die erste startet das System normal, Safemode jedoch nicht wie erwartet mit einer niedrigeren Auflösung. Stattdessen präsentiert sich nach dem Aufruf von startx als User root der rudimentäre Window-Manager TWM. Ähnlich verhält es sich bei der Expertenkonfiguration, die nicht wie erwartet ein Setup-Fenster sondern ein Terminal startet.

Nach dem ersten Start im Normalmodus (Xandros Desktop) erscheint der Ersteinrichtungs-Assistent, den sie auch über die Startleiste unter Anwendungen | System | Ersteinrichtungs-Assistent erreichen. Dieser hilft Ihnen bei dem Einrichten der grundlegenden Systemeinstellungen. Der wohl interessanteste Punkt findet sich unter Systemverhalten: Hier Sie festlegen, wie sich Xandros zukünftig zeigt und verhält. Sie haben die Auswahl zwischen KDE, Unix, Microsoft Windows, AppleMacOS und Xandros-Standard (Abbildung 3).

Abbildung 3: Wie der Desktop aussieht und sich verhält, entscheiden Sie nach Ihren persönlichen Vorlieben.

Jede der Einstellungen beinhaltet sowohl ein an das gewählte Betriebssystem angepasste Desktop-Thema sowie die passenden Tastaturkürzel, Startmenü-Darstellungen und Fenster-Layouts. Die Details der potentiellen Veränderungen zeigt der Kasten im unteren Teil des Fensters.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


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LinuxUser 06/2012

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