Mal eben Daten übertragen

Wer kennt dieses Szenario nicht: Nach der Einrichtung eines Ad-hoc-Netzwerks möchte man mal eben eine größere Datei übertragen, aber deswegen nicht gleich einen FTP- oder SMB-Server einrichten. Die Lösung für dieses Problem heißt Netrw (http://www.fi.muni.cz/~xdenemar/netrw/index.en.html).

Die Anwendung von Netrw gestaltet sich denkbar einfach. Der Empfänger startet das Programm Netread und legt lediglich einen Port fest, an dem das Programm auf Daten wartet. Außerdem gilt es noch eine Datei anzugeben, in die Netread die eingehenden Daten schreibt, da diese anderenfalls auf dem Bildschirm landen.

Der Sender ruft unterdessen Netwrite mit der zu sendenden Datei sowie Adresse und Port des Empfängers auf. Kommt eine Verbindung zustande, begeben sich die Daten unverzüglich auf den Weg. Üblicherweise verwendet Netrw das TCP-Protokoll zur Übertragung, es kommt aber auch mit UDP zurecht. Damit die Daten korrekt eintreffen, erstellt Netrw während der Übertragung Prüfsummen. Den dazu verwendeten Algorithmus kann der Anwender aus drei Varianten wählen.

netread bietet zahlreiche Funktionen und eignet sich hervorragend für eine ad hoc Datenübertragung.

Kurz notiert

Nur einen Monat nach Erscheinen von Apple iMac-Rechnern mit Intel-Prozessor legt das MacTel-Linux Projekt bereits einen gepatchten lauffähigen Linux-Kernel für die neue Architektur vor. Er startet mit Hilfe von elilo, einem modfizierten Lilo-Bootloader. Er ist notwendig, da die iMacs kein PC-BIOS, sondern eine EFI-Firmware verwenden. Eine Anleitung zur Installation eines Gentoo-Basis-Systems existiert bereits. Vom produktiven Einsatz ihrer Lösung raten die MacTel-Entwickler aber noch ab, da es unter anderem noch Probleme mit der Radeon-Grafikkarte gibt.

Unter welchem Hochdruck die Community bei der Portierung von Linux auf die neuen iMac-Rechner arbeitet, zeigen auch die Ergebnisse der osxbook.com-Entwickler. Ihnen gelang der Start einer Knoppix 4.0 mit angepasstem Kernel auf einem iMac. Interessierte Anwender müssen sich für den Augenblick noch mit Screenshots begnügen. Die Entwickler planen erst nach weiteren Systemtests eine fertig angepasste Knoppix-Version über Bittorrent zu verteilen. Ein Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.

OpenOffice.org veröffentlicht jetzt die Version 2.0.2 seiner Office-Suite. Bei der Installation fällt sofort ins Auge, dass die deutschen Wörterbücher der Rechtschreibkontrolle jetzt im Installationspaket enthalten sind und nicht nachinstalliert werden müssen. Neu sind außerdem Importfilter für Quattro Pro 6 und Word 2.0. Zur besseren Oberflächenintegration implementierten die Entwickler eine KDE-Adressbuch-Anbindung und überarbeiteten Serienbrief und Mail Merge-Funktion. Ein Update auf die neue Version lohnt also in jedem Fall.

Nach viermonatiger Laufzeit steht der Sieger des Wettbewerbs Extend FireFox der Mozilla Foundation fest. Dabei konnte die Erweiterung Reveal die Kategorie "Beste neuentwickelte Erweiterung" für sich entscheiden. Das Programm generiert eine Thumbnail-Übersicht aller besuchten Seiten und erleichtert so das Auffinden bereits besuchter Websites. In der Kategorie "Beste aktualisierte Erweiterung" setzte sich Web Developer durch, das FireFox um Menüs und Toolbars für Web-Entwickler erweitert. Der Preis für die beste Nutzung neuer Firefox-Funktionen ging an FireFox Showcase, das eine Thumbnail-Übersicht aller offenen Tabs und Fenster erstellt. Außerdem vergab die Jury Preise in den Kategorien Innovation, Nützlichkeit, Benutzerfreundlichkeit und Integration.

### STREICHKANDIDAT ### Pünktlich zur CeBit gabt das Linux Professional Institute ein neues Partnerprogramm für Bildungseinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt. Das LPI Approved Academic Partner getaufte Programm erlaubt es den angeschlossenen Einrichtungen, selber LPI-Prüfungen und Kurse abzuhalten, vorausgesetzt sie verfügen über LPI-geprüfte Dozenten. Einrichtungen, die am LAAP-Programm teilnehmen möchten, müssen jährlich 199 Euro an das LPI entrichten. Sie erhalten dafür vom LPI geprüfte Lehrunterlagen, dürfen mit dem LAAP-Logo auf eigenen Unterlagen werben und können ihren Studenten mit 65 Euro plus Mwst. preisgünstige Prüfungen anbieten.

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