Neue Hardware

Thin Clients für Linux-Teams

Mal tot gesagt, mal hochgelobt – Thin Clients befinden sich in ihrer Bewertung als kostengünstiger Desktop-Ersatz auf einer endlosen Achterbahnfahrt. Richtig durchgesetzt haben sie sich nie, verschwunden sind sie auch nicht. Fujitsu Siemens präsentiert mit der Serie Futro S nun neue Modelle mit Embedded Linux.

Im Fall des Futro S400 haben die Entwickler auf 25 x 7 x 18 cm ein System integriert, das ein AMD NX1500 mit einer Taktrate von 1 GHz antreibt. Das Betriebssystem findet auf einer CompactFlash-Karte Platz – wahlweise ist das ein Embedded Linux (eLUX NG) oder Windows CE. An Bord – sprich auf der CF-Karte – sind zudem Browser, Acrobat Reader und die Java Virtual Machine von Sun.

Die ansonsten für den Einsatz in der Firma oder Arbeitsgruppe nötigen Anwendungen schöpft das kleine Gerät über die Verbindung zu einem Terminal-Server. Die auf dem Mainboard integrierte Netzwerklösung bietet dafür Gigabit-Ethernet an. Der Hersteller wartet zudem mit einer Liste von Optionen auf – WLAN-Fähigkeiten und Druckeranschluss zählen dazu. Außerdem dürfen Benutzer über einen USB-Anschluss für externe Medien das Konzept des Terminals ohne Festplatte unterwandern.

Der Futro S400 http://www.fujitsu-siemens.de/sme/products/deskbound/thin_clients/futro_s.html ist ab sofort verfügbar. Der Preis hängt von der Ausstattung ab und beginnt bei rund 400 Euro.

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Platzsparend und erweiterbar: Der Thin Client Futro S400 von Fujitsu Siemens arbeitet mit Embedded Linux.

Klein und leise – Farblaser von Samsung

Der Farblaserdrucker CLP-300 N von Sammsung präsentiert sich mit der Tiefe eine A4-Blattes und einer Breite von rund 35 Zentimetern als Platzsparer für kleine Büros oder den heimischen PC-Arbeitsplatz. Zudem kommt die von Samsung entwickelte "No Nois"-Engine zum Einsatz, die einen leisen Druckvorgang verspricht – wer zielgruppenspezifisch nicht weit vom Drucker entfernt sitzt, dürfte das schätzen.

Das zur CeBIT in Deutschland vorgestellte Gerät empfängt den Papiernachschub über eine offene Kassette, die maximal 150 Blatt aufnimmt. Die runde Tonerpatronen des CLP-300 N werden vorne eingeschoben, was den geringen Abmessungen zugute kommt. Anschluss findet das Gerät wahlweise über USB oder Ethernet – das "N" im Produktnamen steht für die Netzwerkfähigkeit.

Der Drucker ist laut Hersteller zu Linux kompatibel. Die Liste der unterstützten Betriebssysteme führt ausdrücklich Red Hat, Fedora, Mandriva (Mandrake) und Suse auf. Auf der CeBIT gab Samsung (http://www.samsung.de) einen Preis von rund 300 Euro für den CLP-300 N an, der in den kommenden Wochen in den Handel kommen soll.

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Kompakter Drucker fürs Büros oder Arbeitszimmer: Der Samsung CLP-300N kommt auch mit Linux klar.

VoIP schnurlos mit AVM

DSL-Modem, WLAN-Router, DECT- und VoIP-Telefon in einem Gerät – diese Integrationsleistung hat AVM mit dem FT 7150 D verwirklicht. Die Basistation vereint auf der Fläche einer CD-Hülle die genannten Funktionen. Das DECT-Mobilteil erledigt Anrufe per VoIP oder Festnetz, ohne den PC zu benötigen. Verbindung mit der Außenwelt nimmt das Gerät via DSL oder optional über das Festnetz auf. Dabei erkennt das FT 7150 D automatisch, ob ein analoger oder ISDN-Anschluss zugrunde liegt. Bei DSL-Verbindungen akzeptiert das Multifunktionsgerät auch ADSL2+-Anschlüsse.

Die Datenverbindung erfolgt über LAN und WLAN (802.11b/g, "802.11g++" mit 125 Mbit/s). Zur Datensicherheit setzt das FT 7150 D auf eine bereits werksseitig aktivierte WPA-Verschlüsselung nebst individuellem Kennwort. Als USB-Host eingesetzt, bindet die Box Speicherstick, Drucker oder Festplatten im Netzwerk ein. Sämtliche Einstellungen erfolgen über den Browser – das gilt auch für die Pflege des Telefonbuchs.

AVM (http://www.avm.de) bietet das FT 7150 D im Laufe des Jahres über Netzbetreiber und Provider an.

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Der Mobiltelefon-Router FT 7150 D von AVM integriert Fritzbox-Funktionen in ein DECT-Telefon.

Küchenhelfer mit Pfeffer

Dass beim einem Linux-basierten Tablet-PC mit dem Namen "Pepper Pad" die Verbindung zur Küche nahe liegt, hat sich offenbar der US-Küchenausstatter Salton gedacht und eine Kooperation mit dem Entwickler des Multimedia-Geräts vereinbart.

Erstmals im Jahr 2004 vorgestellt, hat das Pepper Pad (http://www.pepper.com) Anfang 2006 eine Überarbeitung zur Version "Plus" erfahren. Das drückt sich in einer größeren Festplatte (30 GByte), eine aktuellen WLAN-Version (802.11g), Bluetoth-Unterstützung sowie verbesserten Akkus ausdrückt. Die Auf Kernel 2.6.13 und GTK+ basierende Software-Ausstattung hat sich um WMA/WMV-Codecs und UPnP (Universal Plug and Play) vermehrt.

Ansonsten bietet das Pad ein 8,4-Zoll-TFT-Display mit einer Auflösung von 800 x 600 Pixeln. Eine Intel Xscale-CPU mit 624 MHz und ein Multimedia-Chip des Typs Intel 2700G können auf 256 MByte SDRAM zugreifen. Der 2700G ist dabei für Hardware-beschleunigte Grafik zuständig. Die Bedienung erfolgt über eine Tastatur.

Als Küchenhelfer allein wäre das Pepper Pad zum Preis von rund 850 US-Dollar etwas kostspielig. Salton (http://www.saltoninc.com) sieht das Gerät deshalb mehr als Steuerelement für ein vernetztes Haus der Zukunft. Die Infrarot-Funktionen etwa steuern entsprechend ausgerüstete Geräte wie den Fernseher oder die Stereoanlage, WLAN sorgt für Internet-Zugang im ganzen Haus, auf der Festplatte lagren Musik und Filme. Pepper bietet Entwicklern Zugang zur Software und dem modifiziertem Linux-Quellcode des Pads unter http://www.pepper.com/linux.

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Das Linux-basierte Pepper Pad dient dem Liebhaber moderner Wohnkultur als elektronischer Begleiter.

ATI FireGL mit Speicherrekord

Grafikspezialist ATI feiert bei seiner Workstation-Serie FireGL eine Premiere: Der Hersteller verbaut auf dem Board des Topmodells V7350 ein volles GByte an GDDR3-Grafikspeicher. Die professionelle Zielgruppe, die extensives CAD oder DCC (Digital Content Creation) betreibt – letzteres etwa in der Spiele- oder Filmproduktion – berappt für das üppige Speicheraufkommen nebst neuer R520-GPU stolze 1700 Euro.

Die für OpenGL in Version 2.0 optimierten Treiber für die PCI-Express-Karte (http://www.ati.com/products/fireglv7350/index.html) bietet ATI für Linux und Windows an, egal ob 32- oder 64-Bit-System.

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Unter der dick aufgetragenen Kühlung der ATI V7350 verbirgt sich unter anderem 1 GByte Speicher.

Linux Screen Reader für Sehbehinderte

IBM hat eine frühe Alpha-Version des Linux Screen Readers (LSR) für den Gnome-Desktop zum Download freigegeben. Die Anwendung dient zur Transformation von Bildschirminhalten für andere Ausgabemedien, anfangs für IBMs hauseigene Text-to-Speech-Technologie ViaVoice.

Der LSR ist in Python geschrieben und nutzt das Assistive Technology Service Provider Interface (AT-SPI) des Gnome-Desktops, um System-Events für seine Zwecke umzumodeln. Eine Erweiterung der für die Transformation zuständigen Skripte ist erwünscht. So ruft IBM etwa dazu auf, Definitionen für Braille-Geräte beizusteuern. Die Skriptbasis dafür sei bereits vorhanden.

IBM will neben der Testversion in Kürze eine Anleitung für Entwickler veröffentlichen. Zuddem steht für den LSR ein Forum (http://www.alphaworks.ibm.com/tech/lsr) zur Verfügung.

Opulente Linux-Tage 2006 in Chemnitz

Mit einem opulenten Ausstellungs- und Vortragsprogramm rund um das freie Betriebssystem warteten am ersten März-Wochenende die Chemnitzer Linux-Tage 2006 auf. Trotz des Schneekatastrophen-Wetters füllten auch dieses Jahr wieder rund 2500 Besucher aus dem gesamten deutschsprachigen Raum das als Veranstaltungsort dienende Hörsaalgebäude der TU Chemnitz bis in den letzten Winkel.

Im Ausstellungsprogramm präsentierten sich 56 Open-Source-Projekte und Unternehmen. 81 Vorträge in 16 Tracks vermittelten profundes Linux-Wissen von Einsteigerthemen wie der Wahl der richtigen Distribution bis hin zum System- und Netzwerkmanagement in Enterprise-Umgebungen.

Wer sein Wissen gezielt vertiefen wollte, dem gab dazu ein gut gemischtes Angebot von 12 mehrstündigen Workshops Gelegenheit: In den Hands-on-Veranstaltungen konnte man unter fachmännischer Anleitung am Rechner beispielsweise den Umgang mit der Kommandozeile, die Konfiguration des VoIP-Servers Asterisk oder das Aufsetzen von GFS-Clustern trainieren. In einer Fotogalerie (http://chemnitzer.linux-tage.de/2006/info/bilder.html) verlinken zahlreiche Teilnehmer ihre Schnappschüsse von der Veranstaltung, die einen guten Überblick zum Spektrum des gebotenen vermitteln.

Quantität wie Qualität der Veranstaltung beeindruckten auch den Keynote-Speaker Thomas Jurk, seines Zeichens sächsischer Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit. Er lobte die Chemnitzer Linux-Tage als deutschlandweite Veranstaltung, die eine Brücke zur Gesellschaft schlägt. Sein Interesse an der Veranstaltung war so groß, dass er mehrfach spontan vom Protokoll abwich – so zum Beispiel, um am OpenWRT-Stand über Antennenbauformen und deren Leistungen zu fachsimpeln.

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Klare Aussagen aus der Politik: Staatsminister Thomas Jurk fachsimpelte am OpenWRT-Stand über Vorzüge und Nachteile verschiedener Antennenbauformen.

Die Chemnitzer Linux-Tage 2006 überzeugten jedoch nicht nur durch Vordergründiges, sondern vor allem auch mit durchdachter Organisation. Dies demonstrierte nicht nur der reibungsfreie Technik-Einsatz in den Vorträgen und Workshops, sondern auch mit ein flächendeckendes 802.11b/g-Funknetz und einem gut genutzer Gigabit-Uplink ins Internet. Der kam auch bei Live-Streaming aller Vorträge ins Web zum Einsatz. Die rund 90 Stunden Vortrags-Mitschnitt sowie die (meist im PDF-Format gehaltenen) Präsentationen des Vortragsprogramms stehen unter http://chemnitzer.linux-tage.de/2006/vortraege/ zum Download bereit.

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