KDE-Konferenz 2006 in Dublin

Das Dubliner Trinity College, die älteste Universität Irlands, dient vom 23. bis 30. September als Tagungsort der KDE-Konferenz Akademy. Die Mitglieder des KDE e.V. votierten mehrheitlich für die Hauptstadt der grünen Insel. Sie setzte sich gegen Florida, Quebeck, Sophia und Glasgow durch.

Neben den Mitgliedern des KDE e.V. treffen sich dort KDE-Entwickler, Enthusiasten und interessierte Neueinsteiger zum Ideenaustausch. Ein einwöchiges Entwicklertreffen verschafft vor allem der Arbeit an KDE 4 zusätzlichen Schub. Einen Call for Papers für die Konferenz wollen die Veranstalter rechtzeitig herausgeben.

Freiwillige Helfer des Trinity Colleges zeichnen für die Organisation verantwortlich. Ganz neu ist diese Art der Veranstaltung indes für das altehrwürdige Trinity College nicht: Schon vor zwei Jahren gastierte am gleichen Ort die GNOME-Konferenz Guadec.

Dublin ist bereits die vierte Station der Konferenz. Zuvor fanden die Akademy-Treffen in Malaga und Stuttgart sowie (unter dem Namen Kastle) im tschechischen Nove Hrady statt.

In diesem Jahr treffen sich die KDE-Enthusiasten auf der grünen Insel.

Neue Arbeitsgruppe Computer-Interaktion

Mit einer neuen "Human-Computer Interaction Working Group" (HCI) will der KDE e.V. die Zusammenarbeit seiner Experten für Benutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit, und Lokalisierung koordinieren sowie auch die Zunft der Designer einbinden. Zudem dient die Atbeitsgruppe als Katalysator für neue Ideen.

Zu den Mitgliedern zählen die Usability-Experten Celeste Lyn Paul, Ellen Reitmeyer und Thomas Zander, der Accessiblity-Spezialist Olaf Schmidt sowie die Künstler Nuno Pinheiro und Kenneth Wimer. Als vorrangiges Ziel sieht die Arbeitsgruppe Entwürfe für bessere Schnittstellen, die bereits in KDE 4 einfließen sollen.

Die HCI-Arbeitsgruppe entstand kurz nach einer neuen technischen Arbeitsgruppe sowie der auf Promotion spezialisierten Marketing-Arbeitsgruppe. Eine Großzahl der Projektmitglieder hatte sich auf der letzten Versammlung des KDE e.V. für solche Arbeitsgruppen zur Koordination und zum Vereinfachen der Prozesse für die Entscheidungsfindung ausgesprochen.

Zweite Beta-Version von KOffice 1.5

Das KOffice-Team hat die neue Beta-Version der kompakten KDE-basierten Office-Suite freigegeben. Seit der letzten Beta flossen mehr als 1 500 Verbesserungen in die Software ein. Nun erhoffen sich die Macher zusätzliche Hinweise auf Fehler und Probleme. KOffice 1.5 gilt als Meilenstein in der Entwicklung der Programmkollektion, da es erstmals den von der OASIS spezifizierten OpenDocument-Standard als natives Dateiformat verwendet.

Als weiterer Glanzpunkt der Beta-Version gilt die verbesserte Charting-Engine KChart, die das Darstellen von Diagrammen ermöglicht. Die neue Version, wie die vorhergehende eine Code-Spende der schwedischen Firma Klarälvdalens Datakonsult AB, implementiert auch das Charting nach den Vorgaben des OpenDocument-Formats und bietet einige neue Darstellungstypen.

Zusätzlich beschleunigten die Entwickler der integrierten Bildbearbeitungs-Software Krita einige Operationen nachhaltig. Dazu zählen das Laden großer Bilder, das Rendern komplexer Grafiken sowie das Erzeugen von Gradienten und Vorschauen bei Effekten. Auch das erstmals mit KOffice veröffentliche Projektplanungs-Tool KPlato weist einige grundlegende Änderungen in der Benutzerschnittstelle sowie in den internen Berechnungsroutinen auf.

Die aktuelle Beta liegt im Quellcode sowie in Form von Paketen für Suse 9.3 und 10.0, Kubuntu Breezy Badger und Dapper Drake sowie Debian Sid zum Testen bereit. Als Einstieg für Tester empfiehlt sich die Ankündigung auf http://www.koffice.org.

Die neue KOffice-Beta kommt mit einer verbesserten Charting-Engine.

KOffice 2 Design: Sieger steht fest

Der Gewinner des KOffice GUI-Wettbewerbs, den die Macher der Büro-Suite für KDE vor geraumer Zeit ausgerufen hatten, heißt Martin Pfeiffer. Das Preisgeld in Höhe von 1 000 Euro stellte ein anonymer Spender für genau diesen Zweck bereit.

Auch die anderen Beiträge würdigte die Jury aus KOffice-Entwicklern: Insgesamt sei ein Trend zu einem Paletten-basierten Interface deutlich erkennbar. Diese vor allem aus Adobe-Produkten und dem NextSTEP-Betriebssystem bekannt gewordene Technik wollen die Entwickler in die kommende Version 2.0 von KOffice hineintragen.

Einige Ideen ließen sich nicht unmittelbar umsetzen, jedoch seien grundlegend andere Herangehensweisen beim Thema Office-Workflow explizit gewünscht, so begründete die Jury ihrer Entscheidung. Alle Einsendungen zeigten das Bestreben, außerhalb der gewohnten Paradigmen einer Office-Suite zu denken. Die Einsendungen unterliegen der GPL-Lizenz und stehen unter http://www.koffice.org/competition/ zur Einsicht bereit.

Unkonventionelle Ideen sollen KOffice einfacher bedienbar machen und den Workflow verbessern.

KDE-Dialoge für GTK-Anwendungen

Viele Distributionen verwenden mittlerweile einheitliche Symbole und Styles, um das Aussehen von KDE- und Gnome-Anwendungen unter dem jeweils anderen Desktop anzugleichen. Die letzte Bastion nimmt nun möglicherweise eine Software, die unter dem Namen KGtk auf KDE-Look.org zum Download bereitsteht: Sie ermöglicht es, KDE-Dateidialoge zumindest in einigen GTK-Anwendungen zu benutzen.

Der Autor weist in den Release Notes jedoch ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei KGtk eigentlich eher um einen Hack als eine ordentliche Integration handelt, denn KGtk greift zu drastischen Mitteln: Es schiebt GTK-Anwendungen mit Hilfe der Umgebungsvariable LD_PRELOAD eine Bibliothek unter. Findet Linux diese Variable, schlägt es vom Programm angeforderte Bibliotheksaufrufe zunächst in der dort spezifierten Bibliothek nach. Zudem funktioniert KGtk nur unter vollwertigen KDE-Sitzungen, da es den KDE Meta-Daemon (KDED) benötigt.

Zu den Programmen, die mit der Erweiterung funktionieren, zählen das Videoschnitt-Tool Kino, der Browser Firefox ab Version 1.5 sowie die Vektorgrafik-Software Inkscape.

Um das Problem langfristig und sauber zu lösen, riefen Mitglieder des Open Source Development Labs (OSDL) zusammen mit Vertretern der wichtigsten Open-Source-Projekte das Portland-Projekt ins Leben. Zu den Zielen von Portland zählt eine Desktop-unabhängige API für Dateidialoge.

Gimp mit KDE-Dateidialog: KGtk funktioniert bereits auf einigen GTK-basierten Anwendungen.

Barcodes generieren leicht gemacht.

KBarcode-Maintainer Dominik Seichter hat mit der Version 2.0 seiner Software zum Generieren der maschinenlesbaren Strichcodes eine Reihe von Features hinzugefügt, die das Programm für den Großeinsatz nützlich machen. Die möglichen Einsatzbereiche erstrecken sich vom Drucken einfacher Visitenkarten bis hin zu komplexen Aufklebern mit verschiedenen Barcode-Typen.

Dazu verfügt das Programm über einen WYSIWYG-basierten Label-Designer, eine Reihe von Assistenten sowie eine große Anzahl von vordefinierten Labels. Laut Angaben des Autors kommt es auch mit dem Druck einer großen Anzahl von Labels gut klar. Als wichtige Neuigkeit weisen die Release Notes die Fähigkeit aus, Abfragen und Tabellen aus SQL-Datenbanken, CSV-Dateien sowie das KDE-Adressbuch als Datenquellen für die Labels heranzuziehen.

Zudem interpretiert das Programm nun Javascript, was das Generieren von Barcode-Werten, Textfeldern und die Auswahl relevanter Komponenten vereinfacht. Ein Assistent hilft ganz erheblich bei Seriendrucken. Außerdem wartet das Programm mit einem kompletten PDF-Handbuch in englischer Sprache auf.

Der WYSIWYG-Designer von KBarcode ermöglicht auf einfache Weise, individuelle Labels zu erstellen.

Hörvergnügen maximieren

Linux bietet Audio-Kompressionsverfahren im Überfluss. Diese unterscheiden sich jedoch erheblich in Qualität, Größenersparnis und Lizenz. Außerdem verfügt nicht jeder Mensch über das gleiche Audio-Equipment oder gar das gleiche Gehör, und so verhageln die psychoakustischen Modelle einiger Kompressionsalgorithmen ab einem gewissen Grad gehörig den Hörgenuss.

Das ABX-Comparator-Plugin für den KDE-Audioplayer Amarok bietet die Möglichkeit, den jeweils perfekten Audio-Codec zu ermitteln. Sie finden das nur 5 KByte große Sktipt auf http://KDE-Apps.org. Zum Einstellen des Comparators benötigen Sie zunächst eine Referenz-Datei, die im passenden Format kodiert ist. Als Quelle für Hörproben empfiehlt sich die Seite http://www.ff123.net. Wählen Sie zwei Dateien als A- und B-Beispiel.

Der ABX-Comparator wählt eines der beiden zufällig aus und stellt dieses Auswahl als Beispiel bereit. Nach einigen Durchläufen steht dann beispielsweise fest, ob Sie den Unterschied zwischen einer mit 192 kbit/s kodierten MP3-Datei und einer im Platzbedarf oft weitaus weniger gierigen Q6-Ogg-Vorbis Datei erkennen.

Der ABX-Comparator ermittelt das ideale Audioformat für Ihre Ohren.

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