Gnomogramm

01.04.2006

GPodder liefert Radio nach Maß

Podcasts liegen voll im Trend und sind besonders zum Thema Linux zahlreich vorhanden. Das kleine und übersichtliche Python-Programm GPodder (http://perli.net/projekte/gpodder/) geht dem geneigten Hörer beim Verwalten und Herunterladen von Podcast-Streams zur Hand.

Dabei beschränkt sich das GPodder auf die wesentlichen Funktionen, wie das regelmäßige Aktualisieren der Liste und das Verwalten aller Downloads. Zusatzdaten – wie beispielsweise die Informationen über die Podcast-Themen – wertet das Programm nicht aus.

Das Bedienen gestaltet sich sehr simpel: Sie wählen einfach den gewünschten Beitrag im Podcast aus und starten den Download. Bricht die Verbindung zwischenzeitlich ab, versucht das Programm, den Download an der Abbruchstelle wieder aufzunehmen – vorausgesetzt, der Podcast-Server unterstützt das. Außerdem haben die Entwickler daran gedacht, das GPodder mit einer Proxy-Unterstützung für die Protokolle HTTP und FTP auszustatten. Dies freut besonders Nutzer in geschlossenen Netzwerken.

Im Gegensatz zu früheren Versionen überarbeiteten die Programmierer den Code für GPodder 0.5 komplett. Das Programm wertet jetzt die XML-Informationen eines Podcasts korrekt aus und zeigt ihn mit seinem Namen statt wie bisher mit seiner URL an.

GPodder zeigt die Überschriften, aber keine zusätzlichen Informationen zu Podcast-Beiträgen an.

Corels kleine Brüder

Die Arbeit am Vektorzeichenprogramm VRR (http://atrey.karlin.mff.cuni.cz/projekty/vrr/) begann als Studienprojekt an der Prager Charles-Universität. Ziel war die Entwicklung eines Programms, das den Anwender bei der Illustration mathematischer Artikel unterstützt. Mittlerweile liegt die Software in der Version 0.9.3 vor.

So verwundert es nicht, dass VRR eine Vielzahl geometrischer Objekte kennt. Jedes davon verfügt über ein eigenes Kontextmenü, das alle wichtigen Objektparameter wie Radius, Farbe sowie X- und Y-Koordinaten beherbergt. Mit ihnen passen Sie jede geometrische Form an Ihre Bedürfnisse an.

Wie es sich für ein Vektorzeichenprogramm gehört, verfügt VRR auch über einen Einheitenmanager, der Maße, Winkel und Referenzen für jede Zeichnung festlegt. Ein Plugin-Manager erlaubt Ihnen außerdem, das Programm um eigene, in Scheme programmierte Funktionen zu erweitern. Eine leistungsfähige Undo-Funktion verhindert, dass sich voreilige Änderungen fatal auswirken.

Die Ergebnisse speichert VRR im eigenen Format oder exportiert sie in eine PDF-, PS-, EPS- oder SVG-Datei. Es bietet zudem die Möglichkeit, ein Office-Programm nach Wahl zum Anzeigen der Resultate einzubinden.

Im Kontextmenü passen Sie Form und Ausrichtung jedes Objekts individuell an.

Mathematische Formeln für alle

Bei dem Programm Eqe (http://rlehy.free.fr/) handelt es sich um einen Klon des bekannten OS-X-Programm LaTeX Equation Editor. Wie das Original erlaubt es dem Anwender, mathematische Formeln in LaTex-konformer Kommandofolge einzugeben. Das Programm generiert daraus die entsprechende Formelgrafik. Diese exportiert es auf Wunsch als Datei in verschiedenen Formaten.

Eqe besticht dabei durch eine einfache Oberfläche: Sie brauchen keinen komplexen Editor zu starten oder eine Tex-Vorlage zu laden, sondern geben Ihre Formel direkt in das große Freitextfeld ein. Sie leiten die Eingabe durch ein Dollar-Zeichen ein und beenden sie auch wieder mit einem solchen.

Das Ergebnis erscheint als Formel im oberen Fensterbereich. Die Anfang Februar veröffentlichte Version 1.3.0 führt außerdem Tastaturkürzel zum Generieren der Formel ein, was das Arbeiten sehr beschleunigt.

Eqe akzeptiert Formeln in der Eingabe nur als Tex-Befehlsfolge.

Audio-Dateien maßschneidern

Wenn Sie regelmäßig Audio-Dateien nachbearbeiten, dann ist Sweep (http://www.metadecks.org/software/sweep/) genau das Richtige für Sie: Das Programm beherscht zahlreiche Audio-Formate von WAV über MP3 und RAW bis hin zu Ogg-Vorbis, um nur einige zu nennen.

Neben den üblichen Funktionen wie dem Schneiden oder Entfernen von Passagen erlaubt Sweep auch Übergänge durch Ein- und Ausblenden. Bei starken Schwankungen normalisiert es die Lautstärke der Musik oder baut auf Wunsch ein Echo ein. Bei Bedarf entfernt es außerdem ganze Audio-Kanäle oder fügt weitere hinzu.

Sweep eignet sich auch zum Abspielen von Audio-Dateien. Dank Funktionen wie Vorhören, Schleifen spielen, Stummschaltung oder rückwärts abspielen lohnt es sich für Freizeit-DJs durchaus, einen Blick auf die Software zu werfen.

Das Programm liegt im Augenblick in der Version 0.9.1 vor, bei der die Entwickler insbesondere Fehler in der Unterstützung für Alsa beseitigten. Wer eine ältere Version einsetzt, sollte sie auf jeden Fall aktualisieren.

Das Audio-Bearbeitungsprogramm Sweep stellt jeden Tonkanal übersichtlich in einer Zeile dar.

Kurz notiert

Palm Source (http://www.palmsource.com) stellte auf der diesjährigen 3GSM in Barcelona erste Details seiner Access-Linux-Plattform vor. Das Linux-basierte Betriebssystem für Handys ermöglicht unter anderem, native Linux-Anwendungen auf Basis einer angepassten Version der GTK+-Bibliothek und von Gstreamer zu starten. Neben Linux-Programmen laufen auf dem neuen Betriebssystem auch Java- und klassische Palm-OS-Software. Entsprechende Umgebungen und Emulatoren existieren bereits.

Alljährlich sucht die Gnome-Foundation kompetente Referenten, die ihr Wissen und ihre Erfahrungsschatz auf der Guadec 2006 weitergeben. Gefragt sind Referenten aus den Bereichen Oberflächenintegration, Multimedia, Office-Systeme, Gnome in Schulen und Behörden, Gnome auf kleinen Geräten und Gnome Community Groups. Wer sich in diesen Bereichen auskennt und einen Vortrag halten möchte, reicht bis zum 31. März einen Entwurf ein. Nähere Informationen finden sich unter http://beta.guadec.org/callforpapers/.

Nach Sylpheed hat jetzt auch der funktionell erweiterte Abkömmling Sylpheed-Claws (http://claws.sylpheed.org) den Sprung auf die Version 2.0 geschafft. Die neue Version besitzt ein überarbeitetes Handbuch und Übersetzungen in 16 Sprachen. Darüber hinaus optimierten die Entwickler die Oberfläche sowie zahlreiche Dialogfenster und passten die Symbole an die Anforderungen des Human Interface Guides an. Bei den Erweiterungen fassten die Programmierer außerdem die verschiedenen Clamav- und Spamassassin-Plugins zu jeweils einem Plugin zusammen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, setzt die Republik Mazedonien bereits seit 2004 erfolgreich Linux in 486 Schulen und 182 Computer-Zentren ein. Bei der passenden Distribution fiel damals die Wahl auf Ubuntu. Besonders die einfache Handhabung und vorhandene Anpassung an die Landessprache gaben damals den Ausschlag für Gnome. Aber auch die große Zahl frei verfügbarer Lernprogramme fiel ins Gewicht. Ein Teil der Programme wird sogar an den Schulen in die Landessprache übersetzt.

Das nächste Gnome Release 2.14 steht vor der Tür. Als Termin handeln die Entwickler derzeit den 15. März. Aus diesem Grund gibt es mit der jetzt erschienenen ersten Beta ein Feature-Freeze. Für die Entwickler bedeutet dies, dass sie nur noch Fehler korrigieren, aber keine neuen Funktionen implementieren. Und Fehler sind bis zum Veröffentlichen noch reichlich zu beheben. Um den Termin zu halten, hoffen die Entwickler auch diesmal wieder auf Testbereitschaft und das Feedback der Gemeinde.

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