Distribits

Ubuntu 6.04 beinahe vollständig

Unter dem Namen Dapper Flight 4 (https://wiki.ubuntu.com/DapperFlight4) erschien Mitte Februar planmäßig die vierte Alpha-Version des kommenden Ubuntu 6.04. Das System ist mittlerweile komplett, bis auf das in Kürze erwartete Gnome 2.14 nehmen die Entwickler keine neue Software mehr auf. Alle anderen Pakete unterliegen dem Upstream Version Freeze (UVF). Bis zur finalen Version des Produkts widmen sich die Developer nur noch dem Beseitigen von Fehlern.

Flight 4 enthält einige Verbesserungen im Gfxboot-Installer, der Splash-Screen bekam ein neues Design, und auch am Login-Screen haben die Entwickler gefeilt. Wie gewohnt steht das System als Live-CD zur Verfügung, der diesmal ein neues Installationsprogramm beiliegt.

Diese Alpha ist wie alle vorgehenden Testversionen nicht für den täglichen Einsatz gedacht, da Datenverluste und Abstürze nicht ausgeschlossen sind. Mit der endgültige Version rechnen die Entwickler nicht vor April 2006.

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Die kommende Version von Ubuntu bietet dem Anwender wieder eine Distribution mit topaktueller Software und interessanten Features.

Suse 10.1 auf dem Weg

Mittlerweile liegt die vierte Betaversion der kommenden Suse 10.1 (http://www.opensuse.de) vor. Erstaunlich spät entschieden sich die Entwickler, einen neuen Paketmanager ins System zu integrieren. Das führt dazu, dass derzeit nur eine komplette Neuinstallation möglich ist; ein Update von einer Vorversion scheitert.

Die Paketabhängigkeiten verwaltet künftig die Bibliothek Libzyppy. Für die Benutzer ändert sich nichts, den das System unterstützt weiterhin sowohl Yast als auch Apt-get. Der Vorteil von Libzyppy liegt darin, dass sie transparent auf eine Vielzahl von Paketquellen unterschiedlicher Art zugreift.

Ebenfalls mit Beta 4 haben sich die Entwickler von Open Suse dazu entschieden, künftig keine unfreien Treiber mehr auszuliefern. Das betrifft nicht nur das freie Projekt, sondern auch die darauf aufbauenden Produkte Suse Enterprise Server und Novell Desktop Linux.

Novell arbeitet bereits an einer Lösung, um derartige Treiber dennoch einfach zugänglich zu machen. Daneben unterstützt Novell die Hardware-Hersteller beim Entwicklen von Open-Source-Treibern. Proprietäre Firmware, wie sie manche Treiber etwa für Centrino-Chips nachladen, kommt unter Suse Linux weiterhin zum Einsatz.

Zusätzlich haben die Entwickler noch einige Kernel-Erweiterungen entfernt, die zwar unter einer Open-Source-Lizenz stehen, aber nicht im offiziellen Kernel enthalten sind. Ein prominentes Opfer ist das Dateisystem Reiser4.

Die Beta 4 ist in Form von fünf CD-Images für 32- und 64-Bit-PCs sowie PowerPC-Systeme verfügbar. Über das Release-Datum der endgültige Version diskutieren die Entwickler zur Zeit.

OpenBSD live und in Farbe

Gabriel Paderni hat mit Olive (http://g.paderni.free.fr/olivebsd/) ein Live-System auf der Basis von OpenBSD 3.8 zusammen gestellt. Der Schwerpunkt der Software-Ausstattung liegt auf dem Bereich Internet. Hier sind mit dem aktuellen Firefox, Thunderbird und Gaim Programme für die wichtigsten Anwendungsgebiete enthalten.

Die Rubrik Büroprogramme ist etwas unterbesetzt, einzig das Tabellenkalkulationsprogramm Abs fand Eingang in Olive. In Sachen Grafik ist mit Gimp und Ghostview wieder eine etwas bessere Ausstattung vorhanden. Als CD-Brennprogramm findet sich CD-Rchive auf dem Image.

Die knapp 700 MByte große ISO-Datei liegt auf der Projekt-Homepage und einigen Spiegelservern zum Herunterladen bereit.

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Olive ist ein gut ausgestattetes Desktop-System auf OpenBSD-Basis.

Cooker für alle

Die deutsche Mandriva User Group hat ein Skript namens Smart-urpmi (http://www.mandrivauser.de/smart-urpmi/) geschrieben, das beim Zusammenstellen von Paketquellen für Mandrivas Paketmanagment hilft. Es übernimmt dabei vor allem das Eintragen in die Datei /etc/urpmi/urpmi.cfg, das mitunter sehr fehlerträchtig ist.

In zwei Schritten nimmt das Programm die Mandriva-Version des Benutzers, die Architektur des Systems und die gewünschten Paketgruppen entgegen und gibt dann eine Liste der Server aus, die diese Paketquellen führen. Anschließend sorgt es dafür, dass nur Server in der Konfigurationsdatei landen, die auch erreichbar sind.

Im letzten Schritt erzeugt Smart-urpmi wiederum ein kleines Skript, das dem Benutzer beim Eintragen der neuen Paketquellen in die Datei /etc/urpmi/urpmi.cfg hilft.

Ein Linux aus Nigeria

Die nigerianische Firma Leapsoft hat mit Wazobia Linux (http://www.wazobialinux.com) eine Distribution zusammengestellt, die auf die sprachlichen und kulturellen Eigenheiten Nigerias abgestimmt ist. Besonderen Wert legt der Hersteller auf eine einfache Installation der Distributtion. Das Verwalten des Systems erfolgt über ein zentrales Programm.

Wazobia enthält alle zum Einrichten eines Arbeitsplatzes notwendige Software und liegt in den Sprachen Hausa, Yoruba, Igbo und Englisch vor. Die Entwickler planen zudem, das System in weitere afrikanische Sprachen zu übersetzen. Neben der Desktop-Software enthält die Distribution auch Tools zur Software-Entwicklung sowie zum Aufbau von Netzwerken.

Leapsoft vertreibt neben der eigentlichen Distribution auch gedruckte Handbücher und bietet E-Mail- und Telefonsupport an. Eine Live-CD steht auf der Homepage des Unternehmens zum kostenlosen Download bereit. Diese erlaubt allerdings keine Installation auf der Festplatte, auch gibt es für dieses System keinen Support.

Kurz notiert

Linux Openwall (http://www.openwall.com) ist in Version 2.0 erschienen. Die Distribution legt besonderen Wert darauf, eine sichere Umgebung bereitzustellen und eignet sich deshalb besonders für Server-Einsätze. Openwall verwendet einen eigens angepassten Kernel mit der Version 2.4.32-owl. Dieser erlaubt kein Ausführen von Code auf dem Stack, so dass sich Buffer Overflows nicht auf die Systemstabilität auswirken. Bei der Software-Auswahl legt der Entwickler vor allem Wert auf Stabilität, so dass das System nicht alle Programme in der neuesten Version enthält.

OPTIONAL LANG MIT BILD 100usd-laptop.jpg Der amerikanische Distributor Red Hat (http://www.redhat.com) steuert zu dem vom Massachusetts Insitute for Technologie (MIT) entwickelten 100-Dollar-Laptop das Betriebssystem bei. Der taiwanesische Notebook-Hersteller Quanta produziert das Gerät, das in Entwicklungsländern zum Einsatz kommt.

Techalign (http://www.techalign.com), Distributor von Mepis Linux, möchte in Zukunft Updates nur noch für registrierte Benutzer zugänglich machen. Techalign plant, eine Seriennummer zu vergeben, die an die MAC-Adresse des Rechners gekoppelt ist. Ab Version 3.4-3 sollen die Seriennummern in das System integriert sein. Benutzer der freien Mepis-Variante haben dann keine Möglichkeit mehr, die von Techalign bereit gestellten Updates zu benutzen. Techalign verweist aber auf die regulären Debian-Archive, zu denen Mepis kompatibel ist.

Edgar Hucek, ein Mitglied des Xbox-Linux-Teams, hat es geschafft, Linux auf einem Mac mit Intel-Prozessor zum Laufen zu bringen. Bis jetzt bootet der Kernel, Interrupts und USB-Support sind vorhanden, ansonsten ist es aber noch ein weiter Weg zu einem funktonierenden Linux auf dieser Plattform. Interessenten halten sich unter http://xbox-linux.org/mactel/index.php/Main_Page auf dem Laufenden.

Unter dem Namen IPFire (http://www.ipfire.org) existiert seit kurzem eine Erweiterung der Linux-Firewall IPCop. IPFire ergänzt die Firewall um einige Server-Dienste wie Samba, Asterisk, OpenVPN und Cups. Die Konfiguration des Systems erfolgt über ein Web-Oberfläche, mit deren Hilfe die Inbetriebnahme der Firewall trotz der sehr lückenhaften Dokumentation ganz gut gelingt.

HP (http://www.hp.com) und Novell (http://www.novell.com) haben einen Vertrag über die Zertifizierung von Suse Enterprise Server 9 für HP-Server abgeschlossen. Beim Kauf eines HP-Servers steht dem Kunden künftig der Erwerb einer Lizenz für den SLES offen. Diese umfasst Service und Support durch HP. Der Preis richtet sich nach der Zahl der verwendeten Server, unabhängig davon, wie viele physische oder virtuelle Prozessoren darauf laufen.

Schon vier Wochen nach Version 2.1 liegt die nächste Variante von Damn Small Linux (http://www.damnsmalllinux.org) vor. Die wichtigste Änderung zur Vorversion stellt die Rückkehr zu Kernel 2.4.26 dar, um die Unterstützung älterer Hardware zu verbessern. Das System erkennt nun USB-2.0-Controller bereits beim Booten. Beim Herunterfahren des Systems findet ein Check statt, ob sich noch vom Benutzer installierte Programmpakete auf der RAM-Disk befinden.

Access Co., Mutterfirma von Palmsource (http://www.palmsource.com), schafft mit der Access-Linux-Plattform (ALP) ein offenes und flexibles Linux-System für Smartphones und andere Mobilgeräte. Die Plattform baut auf einem Kernel der Reihe 2.6 auf und integriert GTK+ zum Erstellen grafischer Oberflächen. Sie enthält ebenfalls GStreamer und SQLite. ALP unterstützt die Entwickler mit dem Framework MAX beim Programmieren von Anwendungen. Mit Hilfe von MAX laufen mehrere Anwendungen, auch im Hintergrund, parallel. Ein erstes SDK für ALP plant das Unternehmen Ende des Jahres 2006.

Linux-Entwickler Dave Miller hat es geschafft, Linux auf einem Rechner mit UltraSPARC T1 alias Niagara zu starten (http://vger.kernel.org/~davem/cgi-bin/blog.cgi/2006/02/17#niagara_boots). Sun hatte kurz zuvor die CPU-Architektur unter der GPL freigegeben und hofft auf breite Unterstützung der Open-Source-Gemeinde für diese Plattform.

Das von Red Hat gesponserte Fedora Project (http://fedora.redhat.com) hat die dritte Testversion von Fedora Core 5 zum Testen freigegeben. Die Änderungen gegenüber der letzten Vorversion sind geringfügig. Die Entwickler integrierten die aktuelle Vorabversion von Gnome 2.14, brachten X.org auf den aktuellen Stand und die Virtualisierungssoftware Xen 3.0 auch auf x64-Systemen zum Laufen. Der Installer beherrscht jetzt das Einrichten auf Systemen mit RAID-Controllern, die Dmraid unterstützen. Die ISO-Dateien für fünf CDs oder eine DVD liegen auf dem Download-Server http://download.fedora.redhat.com.

Skolelinux (http://www.skolelinux.no) hat den ersten Release Candidate der kommenden Version 2.0 zum Download freigegeben. Skolelinux basiert auf Debian Sarge und bietet alle Werkzeuge zum schnellen und einfachen Aufbau eine kompletten Schulnetzwerkes. Wenn nicht noch größere Fehler auftauchen, geben die Entwickler nach diesem Release Candidate in Kürze die endgültige Version frei.

OPTIONAL LANG MIT BILD zenwalk-2.2.jpg Die auf Slackware basierende Distribution Zenwalk (http://www.zenwalk.org) ist in Version 2.2 erschienen. Unter den 140 Updates ragt die Verwendung von Kernel 2.6.15.4 und – damit einhergehend – ein neues Hotplug-System heraus, das vollständig auf Udev basiert und den Boot-Vorgang beschleunigt. Als Desktop verwendet Zenwalk nach wie vor die Entwicklerversion XFCE 4.3. Firefox, Thunderbird, Gnumeric und Abiword sind in aktualisierten Versionen an Bord. Dank Ndiswrapper und der entsprechenden Kernel-Treiber kommt Zenwalk nun auch mit den meisten WLAN-Karten zurecht.

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