Wer größere Internet-Seiten betreut, kennt das Problem mit den toten Links: Externe Seiten verschwinden im Nirvana, beim Aufrufen der entsprechenden Verweise findet der Browser keine Seite. Das Suchen nach derartigen Fehlern im Gewebe des weltweiten Netzes ist oftmals aufwändig – der Artikel verrät Ihnen, wie Sie mit Linkchecker [1] einfacher auf die Jagd nach "Laufmaschen" im Netz gehen.
Zur Installation von Linkchecker greifen Sie am besten auf eine vorkompilierte Version zurück. Für RPM-basierte Systeme wie Suse oder Fedora finden Sie ein entsprechendes RPM-Paket der aktuellen Version 3.3 sowie ein Quellcode-Archiv unter [2]. Benutzer eines Debian-Derivats sollten einen Blick auf [3] werfen oder Linkchecker über apt-get install linkchecker installieren.
Einfache Lückensuche
Die Benutzung von Linkchecker erfolgt über die Kommandozeile nach dem Muster linkchecker Optionen
Testobjekt
, wobei es sich bei Testobjekt entweder um eine lokale oder eine über HTTP respektive FTP erreichbare entfernte Datei handelt. Die Eingabe von linkchecker www.linux-user.de ist möglich, da Linkchecker die URL-Präfixe http:// bzw. ftp:// automatisch ergänzt. Nutzen Sie das Internet über einen Proxy, teilen Sie das dem Lückensucher über die Umgebungsvariablen http_proxy, https_proxy, ftp_proxy und gopher_proxy mit. Wie Sie die Benutzervariablen setzen, hängt von der eingesetzten Shell ab: Unter der Bash-Shell erledigt dies ein export http_proxy="http://localhost:8080", Liebhaber der Tc-Shell verwenden den Befehl setenv http_proxy "http://localhost:8080". Ein Proxy, der auf localhost am Port 8080 lauscht, leitet die Link-Überprüfung ins Internet weiter.
Wie Linkchecker funktioniert, offenbart eine nicht ganz standardkonforme, einfache HTML-Datei namens test.html: Der Aufruf linkchecker test.html ist zunächst nicht sonderlich erfolgreich – der Lückensucher meldet, dass er einen Link geprüft und keinen Fehler gefunden habe (Abbildung 1). In der Testdatei verstecken sich aber tatsächlich drei Links, von denen zwei ins Nirgendwo führen.
Wird die selbe Datei test.html hingegen von einem Webserver ausgeliefert, spürt Linkchecker die fehlerhaften Links auf (Abbildung 2). Die Dokumentation weist zudem darauf hin, dass die aktuelle Version nicht mit JavaScript kooperiert.
Das richtige Strickmuster
Neben der einfachen Textausgabe erfolgt die Fehlerdiagnose wahlweise auch über die in Tabelle 1 aufgeführten Ausgabeformate. Je nachdem, ob Sie eine Bildschirmdarstellung wünschen oder eine spezielle Ausgabedatei benötigen, wechseln Sie über --output=html bzw. --file-output=html/Dateiname
ins HTML-Format. Geben Sie für die Ausgabedatei keinen Dateinamen an, nennt Linkchecker die Datei linkchecker-out und ergänzt sie um den festgelegten Dateityp, zum Beispiel zu linkchecker-out.html. Abbildung 3 zeigt die Browser-Ansicht einer erzeugten Ausgabedatei: Praktisch sind hier vor allem die Links, anhand derer Sie das Ergebnis der Suche gleich noch einmal überprüfen.
Parallel zur Ausgabe in eine Datei erfolgt eine Standardausgabe im Terminal. Soll Linkchecker gänzlich im Hintergrund werkeln, empfiehlt sich die Verwendung der Option -q: Sie unterdrückt die Ausgabe im Terminal. Einige Ausgabeformate wie gml benötigen zusätzlich die Option --verbose, da andernfalls die erzeugten Graphen Lücken enthalten. Linkchecker bezieht auf diese Weise Informationen über funktionierende Links in den Graphen mit ein.
Tabelle 1: Ausgabeformate
| Schlüsselwort | Bedeutung |
|---|---|
| text | Standard-Textausgabe als flacher Text |
| html | Ausgabe als HTML-Code, der auch gleich Links auf die referenzierten Seiten enthält |
| csv | Ausgabe als komma-separierter Text, mit einer URL pro Zeile. |
| gml | Ausgabe als Graph im GML-Format [6] |
| dot | Ausgabe als Graph im .dot-Format [7] |
| gxml | Ausgabe im GraphXML-Format [4]. Anzeigeprogramme gibt es u.a. hier [5] |
| xml | Maschinenlesbar: Die Ausgabe im XML-Format |
| sql | Ausgabe als INSERT-Anweisung in SQL |
| blacklist | Mit dieser Option loggt Linkchecker ausschließlich Informationen über Fehler und schreibt diese in die Datei ~/.linkchecker/blacklist. Das ist sinnvoll für die Automatisierung mit Hilfe von Cron-Jobs.
|
| none | keine Ausgabe, sinnvoll für Skripte |



