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Matt oder Remis?

Schachprogramm Shredder für Linux

Fehlende Features

Viele aus der Windows-Version bekannte Features suchen Sie in der Linux-Version vergeblich. So existiert zwar große Online-Endspieldatenbanken; ein Anbindung ist in die Linux-Version jedoch nicht integriert. Auch an den vielen, cleveren, von der Windows-Version bekannten Analyse-Möglichkeiten mangelt es der Linux-Version.

Die Partien-Datenbank des Programms erlaubt keine Suche nach Stellungsbildern und riegelt bei 2000 Datensätzen ab – was bei üblichen Größenordungen jenseits der Hunderttausend einen sinnvollen Einsatz verhindert. Zwar erlaubt Shredder unter Linux das Einbinden verschiedener UCI-Engines, es fehlt aber ein Modus, in dem diese – wie unter Windows – gegeneinander antreten. Selbst eine Druckfunktion fehlt, um sich einmal gespielte Partien mit Diagrammen auszudrucken.

Immerhin bindet Shredder 9 Linux ein knapp 100 MByte großes Eröffnungsbuch ein, das nach dem Erwerb des Registrierschlüssels ebenfalls als 27 MByte großer Download zur Verfügung steht. Eine Tabellenübersicht der möglichen Züge findet sich im Engine-Fenster.

Ein Handbuch zur Linux-Version fehlt zwar, doch erschließen sich – vorausgesetzt, Sie sind mit dem Schachspiel vertraut – sämtliche Funktionen des Programms von selbst aus den gut geordneten Menüs. Die umfangreichen Paletten für schnelle Partiekommentare erreichen Sie durch einen Rechtsklick im Notationsfenster. Das Menü Modus beherbergt die möglichen Spielmodi.

Der Eintrag Analyse prüft eine Stellung beliebig lang auf die besten Lösungen hin, wobei Shredder Linux auch die Multivariantenanalyse beherrscht. Wissbegierige Schachschüler dürfen Variantenarme eingeben und deren Möglichkeiten gegen verschiedene Engines durchspielen. Gute Varianten lassen sich zur Hauptvariante aufwerten, schlechte wieder verwerfen. Auf Wunsch signalisiert Shredder mögliche Drohungen mittels eines roten Pfeils oder schlägt durch einen grünen Zeiger kraftvolle Züge vor ([Strg]+[T]).

Spielstärke

Für fortgeschrittene Vereinsspieler offeriert Shredder die Option, Partien nach Turnierregeln in einem vorgegebenen Zeitrahmen zu spielen. Blitzpartien mit Zeitaufschlag sind ebenso möglich, wie längere Partien mit mehreren Zeitkontrollen. Der Benutzer darf sich selbst auch einen Menschbonus genehmigen – in Anbetracht des hohen Zeitverbrauchs beim Ziehen von Figuren mit der Maus sicher ein sinnvolles Feature.

Aber auch Anfänger und Wenigspieler kommen bei Shredder 9 auf ihre Kosten. Unter ModusSpielstufen ermöglicht die Software dem Spieler ein stufenloses Drosseln der Stärke seines Computergegners. Als Einstellungswert für die Spielstärke gilt hier die übliche Einheit ELO (Abbildung 2).

In den unteren Spielstufen imitiert das Programm sogar typisch menschliche Zugfehler. Andere Schachprogramme werten in den Anfänger- und Spaßstufen lediglich ihre Figuren herab und ziehen zudem aggressiv häufig mit der Dame. Shredder 9 verhält sich dagegen in der Tat wie ein schwächerer menschlicher Spieler.

Die unterste Spielstufe (1000 ELO) dürfte es selbst Gelegenheitsspielern erlauben, gegen die Engine zum Erfolg zu kommen: Hier "übersieht" Shredder bereits die gängigen Mattfelder g7 und h7 nach der Eröffnung. Die wenigsten Leser dürften allerdings die Praxis haben, Shredder 9 ohne Beschränkung zu besiegen.

Abbildung 2: Shredder 9 verfügt über zahlreiche Optionen für zeitbeschränkte Spielvarianten und erlaubt ein Drosseln der Spielstärke.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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