Meist ereilen den Rechner Störungen immer dann, wenn Sie sie am wenigsten erwarten: Die Partitionstabelle hat Schaden genommen, ein Virus frisst sich unaufhaltsam durch den Datenbestand, im Netzwerk treten unerklärliche Phänomene auf. Schnelles Handeln hilft, weitere Katastrophen zu verhindern.
Bleibt die Frage: Womit? Programme zum Beheben der Fehler gibt es reichlich. Nur nützen diese nicht viel, wenn das Betriebssystem nicht mehr bootet. Ideal wäre an dieser Stelle eine CD, welche die wichtigsten Tools enthält und selbständig startet.
Die auf Knoppix basierende Live-Distribution Insert [1] verfügt über alle notwendigen Werkzeuge, um Störungen dieser Art zuverlässig zu beheben und passt mit gerade mal 50 MByte bequem in die digitale Westentasche. Eine Übersicht aller, auf der Distribution enthaltenen Programme finden Sie im Internet unter [2]. Für Zeitgenossen, die eine grafische Oberfläche der Kommandozeile vorziehen, bietet der Window-Manager Fluxbox zudem noch eine Menge Komfort.
Booten von CD
Wie erwähnt, handelt es sich bei Insert um eine Live-Distribution, die ohne Installation auf der Festplatte startet. Um die CD zu booten, legen Sie die Heft-CD in das CD-Laufwerk ein und starten den Rechner neu. Achten Sie darauf, dass in der Boot-Reihenfolge des BIOS das Laufwerk an erster Stelle steht.
Am Bootscreen (Abbildung 1) zeigt [F2] die Optionen, die Insert für den Start bereitstellt. Zur Verfügung stehen neben der Sprachauswahl (lang=de) auch die Möglichkeit, die Distribution komplett in den Arbeitsspeicher zu laden (toram) und von dort aus zu betreiben. Das bewirkt einen erheblichen Performance-Vorteil, setzt jedoch ein Minimum von etwa 128 MByte verfügbarem RAM voraus.
Kennern der Kommandozeile ermöglicht die Eingabe von 2 am Boot-Prompt den Start der Distribution im Textmodus. Das System erlaubt auch eine Kombination mehrerer Optionen: So startet das Kommando insert toram lang=de die Distribution mit deutschem Tastaturlayout in den Hauptspeicher des Rechners.
Insert verfügt nicht, wie die meisten anderen Distributionen, über ein KDE-Menü oder dergleichen, sondern arbeitet komplett über das Kontext-Menü. Sie erreichen mit einem Klick der rechten Maustaste auf den Desktop-Hintergrund. Die aufgeführten Punkte stellen Obergruppen dar, die Programme thematisch zusammenfassen.
Stelldichein
Die meisten relevanten Einstellungen wie verwendete Hardware ermittelt Insert bereits zuverlässig beim Booten. Befindet sich ein DHCP-Server im Netz, bezieht das System von diesem eine IP-Adresse und passt automatisch alle notwendigen Einträge wie Gateway und Domain Nameservice an.
Ohne DHCP-Server richten Sie den Netzwerkzugang über ein einfach zu bedienenden Dialog ein, das Sie über den Eintrag SystemEthernet/WLANnetcardconfig erreichen. Dieser fragt sequentiell alle benötigten Daten wie IP-Adresse, Nameserver und Gateway ab.
Auch für Rechner mit WLAN, DSL, ISDN (Abbildung 2) oder Analog-Modem an Bord stellt Insert das passende Konfigurationswerkzeug zum Anschluss in das Netz bereit. Über den Eintrag System des Kontextmenüs erreichen Sie die dafür vorgesehenen Rubriken. Steht Ihnen lediglich ein Proxy als Weg in das Internet zur Verfügung, stellt Insert über AnwendungenNetzwerkProxyconf den passenden Dialog, um die Proxy-Einstellungen an die Gegebenheiten anzupassen.



