Arbeitsgruppe unterstützt KDE-Entwickler

Künftig steht den KDE-Entwicklern eine technische Arbeitsgruppe bei Problemen zur Seite. Die Mitglieder dieser Gruppe sind auch für die Planung und Umsetzung der Release-Prozesse verantwortlich, die jeder neuen Version der Desktop-Umgebung vorangehen.

Die Gründung der Arbeitsgruppe fand auf der letzten Entwicklerkonferenz im spanischen Malaga breite Zustimmung. Die Mehrheit der anwesenden Entwickler sprach sich zudem auch für die Einrichtung verschiedener Arbeitsgruppen unter dem Mantel des KDE e.V. aus. Der eingetragene Verein ist die öffentliche Vertretung des KDE Projekts. Die Beschreibung des Aufgabengebietes und des Regelwerks für die technische Arbeitsgruppe liegt unter http://ev.kde.org/corporate/twg_charter.php offen. Derzeit haben Interessenten noch die Gelegenheit zur Kandidatur. Später stimmen die Vereinsmitglieder aus aller Welt über die personelle Besetzung ab.

KDE 4 mit "solider Hardware-Unterstützung"

Obwohl immer mehr drahtlose Netze zur Verfügung stehen, hat sich der Umgang mit ihnen nicht zur Routine entwickelt. WLANs erkennen und dem Benutzer über einfaches Plug-and-Play die darauf abgestimmten Netzwerkparameter einzustellen, vermögen bisher nur wenige Betriebssysteme. Meist ist dazu auch noch zusätzliche Software nötig.

Um diese Kontaktprobleme aus der Welt zu schaffen, hat das Team um KDE-Entwickler Kévin Ottens das Solid-Projekt aus der Taufe gehoben. Es soll der kommenden Generation von KDE bei Hardware-Erkennung, Power- und Netzwerkmanagement helfen, besser mit dem Betriebssystem zu kooperieren.

Ottens, der bereits seit längerem Betreuer Hardware-relevanter Teile von KDE 3 ist, stellte dazu auf der Homepage des Solid-Projektes (http://solid.kde.org) eine Roadmap vor. Sie unterteilt die Planung der Entwickler bis zur Veröffentlichung von KDE 4 in sieben Meilensteine. Über das grundlegende Design sind sich die Entwickler einig und arbeiten nun daran, bestehenden Code aus KDE 3 umzustrukturieren. Damit hat das junge Projekt bereits die zweite Wegmarkierung auf der Route zu KDE 4 erreicht.

Gemeinsames Framework für Kontact und Evolution?

Das Neujahrstreffen der europäischen KDE-Entwickler aus dem Bereich Personal Information Management (PIM) in Osnabrück hat mittlerweile Tradition. In den Räumlichkeiten der Firma Intevation diskutierten die Entwickler vor allem die Zukunft der Kommunikations-Suite Kontact und seiner Komponenten. Das Resultat ist "Akonadi" – ein Framework, das als eine Art lokale Datenbank PIM-Daten wie E-Mails und Kontakte speichert oder im Cache vorhält. Die Teilnehmer versprechen sich davon vor allem eine stärkere Abstraktion und bessere Wartbarkeit. Außerdem dient Akonadi als eine Schnittstelle für Desktop-Suchmaschinen wie Beagle, Kat oder das noch nicht veröffentlichte Tenor.

Die Entwickler streben damit eine weitgehende Neustrukturierung des Quellcodes einiger Programme an. Ein ähnliches Konzept wie Akonadi verfolgt bereits der Evolution Data Server (EDS). Da der jedoch in seiner jetzigen Struktur Performance-Probleme hat und nicht mit Mails umgehen kann, prüfen nun auch die Evolution-Entwickler, ob sie künftig auf Akonadi setzen. Damit stünde ein Desktop-übergreifendes und per Plug-ins erweiterbares Speicherkonzept für persönliche Kommunikationsdaten zur Verfügung.

Einige KDE-PIM-Entwickler treffen sich alljährlich im niedersächsischen Osnabrück.

Qt Centre öffnet die Tore

An alle, die sich an Qt oder KDE-Programmierung versuchen möchten, richtet sich die Seite Qt Centre (http://www.qtcentre.org). Das Forum kümmert sich sowohl um Einsteigerfragen als auch um knifflige Problemstellungen erfahrener Qt- und KDE-Entwicklern.

Die Seite betreuen Trolltech und die ehemaligen Forenmoderatoren der Seite http://Qt-Forum.org gemeinsam. Letztere hatten sich mit dem neuen Besitzer des Portals überworfen, weil der nach Meinung der Moderatoren wenig Interesse für die inhaltlichen Aspekten der Web-Seite zeigte.

Suse 10.0 mit KDE 3.5 als VMWare-Image

Wer schon immer ein aktuelles KDE 3.5 ausprobieren wollte, darf das nun in aller Ruhe tun: Dank Suse-Mitarbeiter Stephan Binner gibt es nun eine Suse-10.0-Installation mit aktuellem KDE 3.5 als VMWare-Image. Interessierte Nutzer spielen das Image mit dem kostenlos verfügbaren VMWare-Player ab. Damit das Testen nicht ins Stocken kommt, sollte das Gastsystem jedoch über mehr als 512 MByte Arbeitsspeicher verfügen.

Einmal gebootet, erwartet den Erkundungsfreudigen eine Installation, die er im Gegensatz zu gängigen Live-CDs nach Belieben modifizieren kann. Das Image gibt es unter http://developer.kde.org/~binner/vmware/.

Replaygain regelt Amarok-Sound

MP3-Sammlungen auf Festplatte oder CD, deren Titel unterschiedlich laut aus den Boxen dröhnen, sind ärgerlich, aber weit verbreitet. Selten haben verschiedene Stücke dieselbe Lautstärke. Das aktuelle Lied ist oft lauter als das vorherige. Die unangenehmen Folgen: Beziehungskrisen mit Nachbarn und Mitbewohnern.

Eine Technik namens Replaygain soll Abhilfe schaffen. Dabei prüft ein Programm die Durchschnittslautstärke eines Titels sowie dessen Spitzenwerte, berechnet daraus einen Korrekturwert und legt ihn als Metainformation in der Datei ab, ohne die eigentlichen Nutzdaten anzurühren.

Das gleichnamige Plug-in, das Amarok-Benutzer über die Script-Verwaltungsfunktion herunterladen, wertet diese Meta-Tags aus und passt Amaroks internen Lautstärkeregler entsprechend an. Künftige Planungen sehen vor, dass das Script die ReplayGain-Informationen selbstständig ermittelt und einträgt, bislang sind dazu externe Programme notwendig.

HAL-basierter Device-Manager für KDE

Kubuntu-Maintainer Jonanthan Ridell hat eine KDE-Anwendung entwickelt, die die aktuelle Konfiguration des Rechners sowie den Zustand der Hardware aus dem Hardware Abstraction Layer (HAL) ausliest.

Doch nicht alle Distributionen setzten bereits auf den HAL. Wer das Programm ausprobieren will, muss vorher prüfen, ob der Dienst hald läuft und ob die Python-Pakete für KDE und den D-Bus-Dienst installiert sind.

Der HAL-Manager für KDE zeigt detaillierte Informationen über die Hardware.

KTorrent 1.2 unterstützt UPnP

Die neue Version 1.2 des Bittorrent-Clients KTorrent vom Team um die Autoren Joris Guisson und Ivan Vasic stellt über eine Serie von Release-Kandidaten neue Features zum Testen vor.

Das über Plug-ins erweiterbare Programm bietet in der neuen Version eine bequeme, aber nicht unkritische Funktion an: Statt der Möglichkeit, bestimmte IP-Adressen gezielt zu blockieren, kommt die UPnP-Funktion Besitzern von DSL-Routern entgegen. Das Bittorrent-Protokoll benötigt eine ganze Reihe von Ports, die der Router direkt an den PC des Nutzers weiterleiten muss, um einen effizienten Upload im Austausch zu ermöglichen. Wer seinen Router nicht entsprechend konfiguriert hat, wird mit niedriger Download-Priorität gestraft.

Benutzer die einen UPnP-fähigen DSL-Router einsetzen, beauftragen die neue KTorrent-Version, die Ports selbstständig beim Router zu beantragen – eine aufwändige Konfiguration entfällt. Das UPnP-Feature ist allerdings nur für den privaten Gebrauch empfehlenswert – im Firmeneinsatz lassen sich darüber Sicherheitsmaßnahmen gezielt umgehen.

Dank Absprache mit dem Router lädt KTorrent ungebremst die aktuelle Distribution herunter.

Kurz notiert

Die neue Multimedia-Architektur, von den Entwicklern bislang M<+>2<+>M genannt, firmiert künftig unter dem Namen Phonon. Sie dürfte den aRts-Soundserver ablösen, der nicht länger aktiv betreut wird. Die neue Architektur setzt auf bestehende Implementierungen wie GStreamer oder NMM und hat unter anderem eine einfachere Nutzung dieser Komponenten für KDE-Anwendungen zum Ziel. Die Entwickler erhoffen sich auch, durch die Konsolidierung die Zahl der Hardware-Konflikte stark zu reduzieren.

Bei einem Treffen zwischen OpenSync- und KDE-Entwicklern in Amsterdam nutzten die Teilnehmer die Zeit, um die KDE-Integration des vormals unter dem Namen MultiSync bekannten OpenSync voranzutreiben. Zu den Zielen des Projektes zählt die Unterstützung des unter Mobilfunkherstellern zum De-Facto-Standard ernannten SyncML-Formats, mit dem die meisten Handys ihre Daten mit dem Computer austauschen. Mit Erscheinen dieses Heftes soll eine erste Beta-Version von OpenSync mit Unterstützung für KDE 3.5 verfügbar sein.

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