Chatten mit Gajim

Gajim (http://www.gajim.org) – nicht zu verwechseln mit Gaim – ist ein Chat-Client für das Jabber-Protokoll XMPP. Das Programm ist in sechzehn Sprachen verfügbar und bringt alles mit, was des Chatters Herz begehrt. Neben amüsanten Funktionen wie Emoticons, die TextSmilies durch lustige Bilder ersetzen, bietet Gajim auch eine Ernsthaftes wie beispielsweise eine Rechtschreibprüfung.

Wer auf sichere Kommunikation Wert legt, kann seine Gespräche mit GPG oder TLS verschlüsseln – vorausgesetzt, die Gegenseite unterstützt dies ebenfalls. Falls kein direkter Zugang zum Internet besteht, kann Gajim auch über einen Proxy-Server kommunizieren. Kommt es bei der Kommunikation trotzdem zu Problemen, hilft die eingebaute XML-Konsole bei der Fehleranalyse. Funktionen wie Dateitransfer und die Verwaltung mehrerer Benutzerkonten auch auf unterschiedlichen Jabber-Servern runden das positive Gesamtbild ab.

Die Entwickler empfehlen die Verwendung der aktuellen Version 0.9.1, da eine Reihe von Fehlern beim Gruppen-Chat und beim Anlegen neuer Benutzerkonten korrigiert wurden. Für das Ubuntu-Release Breezy Badger steht ein aktualisiertes Paket zur Verfügung; eine Anleitung zur Einbindung der benötigten Paketquellen gibt es unter https://wiki.ubuntu.com/UbuntuBackports.

Abbildung 3: Der Jabber-Client Gajim lässt sich bis ins Detail konfigurieren.

Offene Dateien im Überblick

Für jeden Systemverwalter zählt der Befehl lsof zum Handwerkszeug: Das Kommadozeilenprogramm zeigt alle geöffneten Dateien an, doch leider ist seine Ausgabe recht unübersichtlich. Das grafische Frontend Glsof (http://glsof.sourceforge.net) bietet mehr Komfort und bringt Übersicht in die Sache.

Jeder einzelne Aufruf wird als so genannte Query angelegt, von denen Glsof beliebig viele bei einem Durchlauf abarbeitet. Zur besseren Übersicht stellt das Programm die Liste aller Queries samt ihrer Suchergebnisse als Baum dar. Detaillierte Informationen zu jedem Treffer werden in einem weiteren Fenster bei Anklicken des Ergebnisses dargestellt.

Damit eine Query nicht zuviele Ergebnisse zurückliefert, kann der Anwender die Suche durch Prozessnamen, Login-ID, Dateibeschreibungen, Prozess-ID und Ähnliches eingrenzen. Standardmäßig stehen diese Parameter in einer ODER-Beziehung, der Benutzer kann aber auch eine UND-Verknüpfung festlegen.

Abbildung 4: Auf einem modernen Linux-System ist eine Unzahl von Dateien geöffnet. Mit Glsof kann sich der Admin bequem einen Überblick verschaffen.

Kurz notiert

Zur Guadec 2006, die Ende Juni in Vilanova südlich von Barcelona stattfindet, haben die Veranstalter einen Logo- und Web-Theme-Wettbewerb (http://art.gnome.org/) ausgerufen. Der Gewinner darf sich über die Erstattung der Reise- und Unterbringungskosten für zwei Personen freuen. Dazu gibt es zwei VIP-Pässe für die Gnome-Konferenz selbst. Details zum Wettbewerb finden sich unter http://www.guadec.org.

GParted (http://gparted.sourceforge.net/), die Gnome-Oberfläche für den Partitionseditor GNU Parted, gibt es jetzt als Live-CD. Das System basiert auf einem abgespeckten Slackware-Linux mit Kernel 2.6, dem X-Server Xvesa und dem Window-Manager Fluxbox. Laut dem Entwickler soll es auf allen Rechnern ab Pentium-II Prozessor sowie mit Vesa-kompatibler Grafikkarte laufen. Das rund 34 MByte große ISO-Image passt auf eine CD im Visitenkartenformat – ein praktisches Werkzeug zum Anlegen und Ändern von Betriebssystempartitionen.

Entgegen früheren Verlautbarungen findet die freie Dotnet-Implementation Mono (http://www.mono-project.com) jetzt doch Aufnahme in die Fedora-Distribution: Ab dem kommenden Release Fedora Core 5 soll sie dabei sein. Laut dem Blog des Fedora-Entwicklers Christopher Blizzard ist der Hauptgrund für die Integration die steigende Anzahl von Mono-Applikationen, beispielsweise die Desktop-Suchmaschine Beagle und die Fotoverwaltung F-Spot. Mit seinem Integrationsbestreben befindet sich Fedora nicht allein: Auch das Debian-Projekt denkt über Mono als Teil der Distribution nach.

IBMs Entwicklerportal DeveloperWorks hat unter http://www-128.ibm.com/developerworks/opensource/library/os-gtk1/ eine dreiteilige Serie über das GTK+-Toolkit gestartet. Das englischsprachige Tutorial geht im ersten Teil auf die Vorzüge von GTK+ ein, im zweiten Teil zeigt der Autor den Einsatz von GTK+-Funktionen unter C, Python und C-Sharp. Der dritte Teil beschäftigt sich schließlich mit Kompatibilität und Portierbarkeit.

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