Von Windows zu Linux

Linspire (http://www.linspire.com) bietet für seine Distribution das Migrationswerkzeug Progression Desktop von Versora (http://www.versora.com) an. Progression Desktop erleichtert die Übernahme von Office-Dokumenten, Kontakten und E-Mails aus Windows-Programmen in ihre Linux-Pendants. So ziehen etwa E-Mails und Kontakte aus Outlook und Outlook Express wahlweise in KMail, Evolution oder Thunderbird um. Auch Benutzereinstellungen wie Hintergrundbilder, Bildschrimschoner, Tastatur- und Mauseinstellungen sind Übernahmekandidaten für den Linux-Desktop. Linspire ist nach Fedora Core 3 und 4, Suse 9.3 und RedHat Enterprise Linux Workstation 4 die fünfte Distribution, die von Progression Desktop unterstützt wird.

Für Linspire-Benutzer ist die Software im CNR-Warehouse für 30 US-Dollar zu haben, Benutzer anderer Distributionen erwerben das Programm direkt beim Hersteller zum gleichen Preis.

Kurz notiert

Der Echtzeitspezialist Concurrent (http://www.ccur.comy) hat zusammen mit Novell eine Echtzeiterweiterung von Suse-Linux vorgestellt. Das Produkt mit der Bezeichnung "Concurrent Real-Time Extensions Powered by Suse Linux" richtet sich an Finanzdienstleister, Telekommunikationsunternehmen und Verwaltungen. Der Hersteller verspricht sehr kurze Latenzzeiten: Die Reaktion auf einen Interrupt erfolgt laut Concurrent in weniger als 30 Mikrosekunden. Die Erweiterung ist für x86- und x86-64-Bit-Prozessoren erhältlich, Support gibt es sowohl von Concurrent als auch von Novell.

Die Firma Pertec hat mit UbuntUSB (http://www.zinside.com) eine Ubuntu-Variante hergestellt, die sich problemlos auf USB-Datenträgern installieren lässt, ohne dass zuvor ins System – etwa ins BIOS – einzugreifen ist. Auf der Homepage des Herstellers finden Sie ein 497 MByte großes ISO-Image, das mit Hilfe eines von Pertec entwickelten Installationsprogramms auf den Datenträger kopiert wird. UbuntUSB kostet 24 Euro.

Die Live-CD Kanotix (http://www.kanotix.com) ist in Version 2005-4 erschienen. Zu den Neuerungen zählen die auf udev 079-1 basierende Hardware-Erkennung, die aber keine ISA-Karten mehr unterstützt; UnionFS, das die Installation neuer Software auf dem Live-System ermöglicht und die Aktivierung von DMA-Modus nebst ACPI-Powermanagments beim Systemstart. Kano hat außerdem die Software auf den aktuellen Stand gebracht. Da Kanotix ausschließlich Software aus dem Entwicklerzweig von Debian Sid einsetzt, lassen sich zum Update die regulären Debian-Quellen verwenden. Das System ist für x86- und x86-64-Bit-Prozessoren zu haben.

Die zweite Beta von Open Suse 10.1 (http://www.opensuse.org) steht für Tester zum Ausprobieren bereit. Im Vergleich zur letzten Alpha-Version sind aktuellere Software-Versionen enthalten. So ist die Virtualisierungs-Software Xen 3.0 integriert und auch die Sicherheits-Software AppArmor – von Novell kürzlich unter der GPL freigegeben – ist dabei. Daneben ergänzt der Network-Manager zum Verwalten unterschiedlicher Netzwerkverbindungen das System. Die Desktops KDE 3.5 und Gnome 2.12 sind gleichberechtigt vorhanden, nachdem Novell den Plan aufgegeben hat, Gnome als Standard voreinzustellen. Da die Distribution noch Fehler enthält, raten die Entwickler vom Einsatz auf wichtigen Systemen dringend ab. Die fertige Version von OpenSuse 10.1 soll zur CeBIT erscheinen.

Die Benutzeroberläche GPE (http://gpe.handhelds.org) für Linux-PDAs hat Version 2.7 erreicht. GPE ist für den Einsatz mit der Familiar-Distribution gedacht, die auf dem Sharp Zaurus und verschiedenen Ipaq-Modellen von HP läuft. In der aktuellen Variante integrierten die Entwickler einen neuen Browser, korrigierten etliche Fehler und verbesserten den Datenaustausch mit dem Desktop-Rechner. Der Instant-Messager Gaim hielt ebenso Einzug in GPE wie das PPP-Einwahlprogramm Gkdial. Einige der GPE-Programme laufen mittlerweile auch auf der von Nokia entwickelten Maemo-Plattform (http://www.maemo.org).

Die Entwickler von Debian (http://www.debian.org) überlegen, ob die nächste Version der Distribution nur noch acht Plattformen unterstützt. Neu hinzugekommen ist AMD64. Die Varianten für ARM, m68k, s390 und Sparc sollen nach derzeitigem Stand unter den Tisch fallen. Steve Langasek, Mitglied des Debian-Release-Teams, sieht allerdings für Sparc noch gute Chancen, in den Release-Zweig aufgenommen zu werden. Ganz chancenlos sind auch die anderen Archtekturen nicht, falls die Maintainer es schaffen, die Varianten auf den aktuellen Stand zu bringen und kritische Fehler zu beseitigen. Schließen sicch die anderen Entwickler Langaseks Vorschlag an, gibt es die kommende Debian-Version "Etch" für x86, Alpha, AMD64, IA64, MIPS (big- und little-Endian), HPPA und PowerPC.

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