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Der Window-Manager Enlightenment DR17

Es werde Licht

Der Window-Manager Enlightenment hat eine begeisterte Fangemeinde, doch die nächste Version lässt seit Jahren auf sich warten. Wer sich an die Development Release 17 wagt, wird bereits jetzt mit einer ästhetischen und sehr flexiblen Oberfläche belohnt.

Enlightenment begann sein Dasein 1997 als Hack des Window-Managers Fvwm. Derzeit ist die Version 0.17 in Arbeit, und das Ziel der Entwickler ist eine funktionsreiche Desktop-Umgebung mit hohem ästhetischen Anspruch, die sich möglichst frei konfigurieren lässt.

Während der Vorgänger Enlightenment 16 schon mehrere Jahre alt ist und sich einer großen Anhängerschaft erfreut, verlief die Geschichte der derzeitigen Entwicklerversion Enlightenment DR17 (Development Release 17, auch E17 genannt) eher holprig. Das hing unter anderem damit zusammen, dass die Entwickler zahlreiche Bibliotheken und Dienstprogramme neu schrieben und zwischenzeitlich den Code komplett verwarfen. Daneben sind sie für andere namhafte Bibliotheken verantwortlich, beispielsweise die Grafikbibliothek Imlib2, die auch in Gnome zum Einsatz kommt.

Auch wenn sich E17 nach wie vor in einem Pre-Alpha-Stadium befindet, wird er mittlerweile von vielen Anhängern genutzt, die durch Fehlerberichte helfen, die Entwicklung zu beschleunigen. Mittlerweile läuft E17 stabil und lädt zum Ausprobieren ein. Doch wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, muss sich darüber im Klaren sein, dass sich Enlightenment 17 noch in einem steten Wandel befindet. Die Syntax der Konfigurationsdateien ändert sich bisweilen. Bei einem Update wird außerdem die Konfiguration gelegentlich automatisch gelöscht und durch eine bereinigte ersetzt – dabei gehen unter Umständen die Einstellungen des Benutzers verloren.

Installation

Die einfachste Art, E17 auszuprobieren, ist die Live-CD Elive [2]. Experten holen sich den neusten Code aus dem CVS. Dabei helfen einige Skripte [3],[4]. Ein anderes Skript baut aus dem CVS heraus gleich die erforderlichen Debian-Pakete [5]. Bequemer verläuft die Installation mit fertigen Paketen, die es für viele Distributionen gibt, Näheres beschreibt der Kasten "Installation".

Nach der Einrichtung zeigt sich E17 aufgeräumt und bescheiden (Abbildung 1). In der Grundeinstellung lädt der modular aufgebaute Window-Manager nur wenige der mittlerweile immer zahlreicheren Module. Hierdurch spart E17 Ressourcen. Er läuft auch noch auf älteren Rechnern flüssig und es lässt sich gut mit ihm arbeiten. Bereits in der Grundeinstellung bietet E17 einige optische Finessen. Dazu zählen etwa animierte Titelleisten, die einen silbernernen Schattenüberlauf vollführen. Die Startleiste IBar zeigt eine Art Schreibtischlampenschirm über den ausgewähltem Icon, das gleichzeitig pulsiert.

Abbildung 1: Ein aufgeräumter Enlightenment-Desktop mit dem Default-Theme.

Konfiguration

Enlightenment 17 setzt, anders als andere Window-Manager, auf binäre Konfigurationsdateien. Das bringt für den Anwender eine Umstellung der Konfigurationsgewohnheiten mit sich. Neben dem Kommandozeilen-Werkzeug enlightenment_remote ist seit kurzem das grafische Configuration Panel (Abbildung 2) verfügbar. Damit hat E17 eine große Hürde in Sachen Benutzerfreundlichkeit genommen. Allerdings bietet der Befehl enlightenment_remote nach wie vor mehr Einstellmöglichkeiten als das grafische Frontend. Zum Beispiel ist es nur auf der Kommandozeile möglich, Module zu laden, Tastaturbefehle zu ändern und ähnliches. enlightenment_remote -h listet alle Möglichkeiten mit einer kleinen Erläuterung auf.

Abbildung 2: Neu: das grafische Konfigurationswerkzeug.

Das grafische Configuration Panel ist unterteilt in "Focus Settings" Abbildung 3, "Desktop Settings", "Window Manipulation" und "Window Display". Hier kann der Benutzer bereits zahlreiche einfache bis erweiterte Einstellungen am Verhalten des Window-Managers vornehmen.

Abbildung 3: Die Focus Settings, eines der zahlreichen Einstellungsmenüs.

Auch für den Start von Programmen sind binäre *.eap-Dateien zuständig. In diese Dateien werden nicht nur der Programmaufruf inklusive Parameter sondern auch gleich das Programmicon einkompiliert. Um eine neue eap-Datei zu erstellen, ruft der Anwender das Fenstermenu auf und klickt dort auf Create Icon (Abbildung 4). Nun öffnet sich der Eap-Editor (Abbildung 5). Das Feld App name nimmt den Programmnamen auf, Executable den Programmaufruf inklusive der Programmparameter. Mit einem Klick auf das große Feld unter Icon lässt sich der Dateimanager Efm öffnen, um ein Icon auszuwählen.

Abbildung 4: Das Fenstermenü: Der Knopf "Creat Icon" dient zum Erstellen neuer Programm-Icons.
Abbildung 5: Der Eap-Editor erstellt die binären Programmicons.

Ein paar Konfigurationsdateien im Textformat gibt es aber doch noch, beispielsweise ~/.e/e/applicatins/bar/.order. Sie und die anderen .order-Dateien dienen dazu, die Reihenfolge der Einträge in der IBar, den Favoriten und anderen Modulen zu ordnen. Die Dateien enthalten schlicht Zeile für Zeile die Namen der eap-Dateien:

eterm.eap
firefox.eap
gimp.eap
bmp.eap

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