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Wordpress installieren und anpassen

Rechtliches

Seitdem einige Rechtsanwälte das Internet als Einnahmequelle entdeckt haben, gilt es bei der eigenen Präsenz den einen oder anderen Fallstrick zu vermeiden. Bei Blogs stellen die Kommentare den gefährlichsten juristischen Stolperstein dar. Haben Sie keine Authentifizierung aktiviert, steht es jedem Besucher offen, illegale Inhalte zu hinterlassen.

Diese müssen Sie laut Gesetz löschen. Allerdings sollten Sie Ihre Site dann nie aus den Augen lassen und am besten jeden Termin absagen und den nächsten Urlaub stornieren. Erlauben Sie Kommentare also nur im moderierten Modus – oder ausschließlich angemeldeten Besuchern.

Meistens wollen Sie auch nicht, dass jeder Besucher einfach Ihre mühevoll verfassten Blog-Einträge stiehlt, damit sogar Geld verdient oder sie für Zwecke verwendet, die Sie nicht vorgesehen haben. Geben Sie also explizit an, ob und unter welchen Bedingungen Sie die Weiterverwendung Ihrer Texte gestatten. Hilfe dabei bieten die zusammenklickbaren Lizenzen der Creative Commons [7].

TIPP

Mit Wordpress bloggen Sie nicht nur allein, sondern betreuen auch ganze Communities. Dazu verfügt die Software über eine Userverwaltung. Jedem Benutzer räumen Sie unterschiedlich umfangreiche Rechte ein. User, die lediglich kommentieren dürfen, ordnen Sie dem Level 0 zu. Ab Level 1 darf gepostet werden, ab Level 6 darf ein Benutzer Bilder hochladen, und im höchsten Level mit der Nummer 9 stehen alle Administrationsmöglichkeiten offen. Darüber schwebt im Level 10 nur noch der Administrator – es kann nur einen geben.

Blog-Community

Will ein Besucher auf eines Ihrer Postings verweisen, hat er auf den ersten Blick ein Problem: Wordpress stellt alle Inhalte dynamisch zusammen. Die Lösung heißt Permalinks. Das sind URLs, die auf eine Steuerseite von Wordpress verweisen, in die eine Identifizierung des Postings eingearbeitet ist. Das Standardformat der Permalinks können Sie zwar ändern, Sie sollten dabei aber eine einfache Struktur erhalten. Wer die URL per Hand eintippt, freut sich, damit nicht eine halbe Stunde zu verbringen.

Wer bloggt, besucht erfahrungsgemäß auch andere Blogs. Und gelegentlich möchte er sich zu etwas äußern, was er woanders gelesen hat; aber nicht in Form eines schlichten Kommentars, sondern als Posting im eigenen Tagebuch. Der Autor des originalen Postings weiß dann aber nicht, dass sich jemand mit seiner Veröffentlichung beschäftigt hat.

Auch dafür gibt es eine Lösung, die Trackback-Links (nicht zu verwechseln mit den Permalinks). Falls der Autor des besuchten Artikels einen solchen Link angegeben hat, geben Sie in Ihrer Wordpress-Instanz genau diesen Link in ein dafür vorgesehenes Feld ein. Sobald Sie nun Ihr Posting veröffentlichen, besucht Wordpress über den Trackback-Link das andere System und teilt diesem mit, dass ein Artikel zur Verfügung steht, der Bezug auf einen dieses Systems nimmt.

Nun hat die Gegenseite die Möglichkeit, auch auf Ihr Posting zu verweisen. Das klingt zwar ein wenig kompliziert, die Handhabung gestaltet sich jedoch sehr einfach und führt zu einer guten inhaltlichen Vernetzung. Diese Vernetzung lässt sich aber noch weiter treiben. Über das Plugin FeedWordPress zapfen Sie, genau wie bei dem Aggregator Planet Planet! fremde Blogs an, und stellen Sie als Content auf der eigenen Site dar. Wer das tut, sollte der Höflichkeit halber aber den Angezapften vorher um Erlaubnis bitten.

TIPP

Das Wichtigste an einem Blog ist zuallererst der Inhalt. Ist der nicht für die Zielgruppe – egal wie klein – interessant, wird das Blog nicht gelesen und hat sein Ziel verfehlt. Da hilft auch die schönste Technik nichts mehr.

Nützliche Plug-ins für Wordpress

WP-DB-Backup: Regelmäßige Datensicherungen gehören zu den wichtigsten Pflichten des Administrators. Wer dazu nicht MySQL direkt oder phpMyAdmin benutzen kann oder will, hat mit diesem Plugin eine gute Alternative.http://www.skippy.net/blog/category/wordpress/plugins/wp-db-backup/

IImage Browser: Mit Wordpress laden Sie zwar auch Bilder hoch, aber danach sind sie von der Administrationsoberfläche verschwunden. Mit diesem Tool lassen sie sich nicht nur hervorragend verwalten, sondern es erzeugt auch noch automatisch ein Thumbnail und bindet es ein. http://fredfred.net/skriker/index.php/iimage-browser

WYSI-Wordpress: Auch ganz ohne HTML-Kentnisse lassen sich mit diesem Plugin Postings online verfassen (Abbildung 3). Mit WYSI-Wordpress wird Wordpress zu einem WYSIWYG-Editor ("What You See Is What You Get"). Sogar die Verwaltung von Bildern ist mit einer eigenen Version von IImage-Browser realisiert. Im Prinzip lässt dieses Plugin auch ergänzend die direkte Deitierung der HTML-Tags zu, in der Praxis knirscht es dabei aber etwas. http://mudbomb.com/archives/2005/02/02/wysiwyg-plugin-for-wordpress/

Abbildung 3: Mit dem WYSI-Wordpress-Plugin editieren Sie Ihre Postings im WYSIWYG-Modus. Oberfläche und Funktionen gleichen der eines ausgewachsenen Editors.

Multi-Topic Icon: Ein kleines Plugin, das neben den Postings Icons für die Kategorien darstellt, in die es einsortiert wurde: Sieht nett aus und erhöht die Übersichtlichkeit. http://www.khertz.net/multi-topic-icon/?lp_lang_view=en

WP-Cron: Für zeitgesteuert Aufgaben zeichnet unter Linux üblicherweise ein Eintrag in der Crontab verantwortlich. Wer diese Möglichkeit nicht hat, aber dennoch etwa automatisch Datensicherungen durchführen will, benutzt WP-Cron. Das Plugin verwaltet Aufgaben, die regelmäßig zu bestimmten Zeiten starten. Da es aber keinen Zugriff auf die Zeitsteuerung im Betriebssystem hat, behilft es sich der Seitenaufrufe durch Benutzer. Jedesmal, wenn Wordpress eine Seite für einen Besucher zusammenstellt, prüft dieses Plugin die abzuarbeitende Liste. Falls also genug Besucher kommen, werden auch alle Jobs pünktlich erledigt. http://www.skippy.net/blog/category/wordpress/plugins/wp-cron/

FeedWordPress: Ein Aggregator für Wordpress, der fremde Postings in das eigene Blog einbindet. http://projects.radgeek.com/feedwordpress

Identify External Links: Ein Filter, der automatisch alle Hyperlinks erkennt, die auf andere Sites verweisen. Sie erhalten eine eigene CSS-Klasse und lassen sich so besonders hervorheben. http://txfx.net/code/wordpress/identify-external-links/

EmailShroud: Schützt alle in den Blogs auftauchenden Email-Adressen davor, von Spammern eingesammelt zu werden. http://www.somethinkodd.com/oddthinking/emailshroud-wordpress-plugin/

User Online: Dieses Plugin gibt eine Antwort auf die Frage "Wer – außer mir – schaut sich gerade dieses Blog an?" http://www.lesterchan.net/portfolio/programming.php

Code Viewer: Ein einfaches Plugin, um externe Quelltexte darzustellen. Zu diesem Thema git es noch einige andere, aber wesentlich umfangreichere Plugins. http://elasticdog.com/2004/09/code-viewer/

StatTraq: Wem die Statistiken seines Webservers noch nicht reichen, der wertet mit Hilfe von StatTraq sein Blog noch detaillierter aus. http://randypeterman.com/StatTraq/index.php

Der Autor

Rolf Strathewerd ist amtlich beglaubigter Philosoph, der seine Brötchen mit Web-Entwicklung verdient. Er bloggt auch seit einiger Zeit selbst [9].

Infos

[1] Wordpress: http://www.wordpress.org

[2] Deutsche Wordpress-Seiten: http://www.wordpress.de

[3] Wordpress-Plugins: http://www.wp-plugins.net

[4] Planet Planet!: http://planetplanet.org

[5] NanoBlogger: http://nanoblogger.sourceforge.net

[6] BloGTK: http://blogtk.sourceforge.net

[7] Creative Commons: http://creativecommons.org

[8] Connections-Theme: http://www.vanillamist.com/blog/

[9] Deutsches Connections-Theme: http://www.scaldra.net

[10] Captcha-Decoder: http://sam.zoy.org/pwntcha/

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LinuxUser 06/2012

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