Sieht Ihr Rechner dem des Autors ähnlich, sammeln sich darauf MP3- und OGG-Vorbis-Songs aus unterschiedlichen Quellen. Den Überblick zu behalten, fällt selbst mit ausgefeilten Tools wie Amarok oder Rythmbox schwer. Eine Alternative zur Musiksammlung auf dem PC stellen Internetradios dar. Doch wie beim "Original-Radio" wiederholen sich auch hier nach einer gewissen Zeit die Songs und man muss nach einem neuen Sender Ausschau halten. Eine Alternative zu den traditionellen Internetradios stellt Last.fm [1] dar. Bei dem ehemals unter dem Namen Audioscrobbler [2] bekannten Projekt sendet der Player Informationen zu jedem gehörten Song an einen zentralen Server. Dieser findet dann Personen mit gleichem oder ähnlichem Musikgeschmack und erstellt daraus neue Abspiellisten.
Das Chaos auf dem eigenen PC unter Kontrolle bringen, will Quodlibet [3]. Es versucht mit komplexen Filterregeln, selbst Sammlungen von 10 000 Stücken und mehr unter Kontrolle zu bringen.
Quodlibet und Ex falso
Quodlibet besteht aus der Jukebox Quodlibet und dem Tag-Editor Ex falso. Eine aktuelle Version des Programms aus dem Quelltext zu kompilieren gleicht – zumindest unter Suse Linux – einer schieren Unmöglichkeit, da sowohl Gstreamer und Gstreamer-Extensions als auch etliche Perl-Module von Hand übersetzt werden müssen. Einige von Quodlibet erwartete Erweiterungen sind aber nur für Gstreamer 0.8.2 erhältlich.
Für Suse Linux 9.3 finden Sie auf der koreanischen Homepage von Suse Linux [4] einen Tar-Ball von Quodlibet 0.12 mit sämtlichen RPM-Paketen, die Suse nicht mitbringt. Leichter haben es Benutzer von Ubuntu. Sie aktivieren einfach in /etc/apt/sources.list das Universe-Repository und installieren dann Quodlibet auf der Kommandozeile mit sudo apt-get install quodlibet oder über den grafischen Paketmanager Synaptic.
Füttern und melken
Als typische Jukebox müssen Sie Quodlibet zunächst mit Songs füttern. Wählen Sie dazu den Menüpunkt Musik | Musik hinzufügen. In rund fünf Minuten las das GTK-Programm eine Sammlung von gut 2000 MP3- und Ogg-Vorbis-Songs ein und listete diese alphabetisch nach Künstler geordnet. Um einen bestimmten Interpreten zu finden, tippen Sie in die Adresszeile artist = Suchbegriff
ein, für Joe Cocker zum Beispiel artist = joe (Abbildung 1) und bestätigen dann mit der Eingabetaste. Noch einfacher suchen Sie über den Menüeintrag Musik | Bibliothek durchsuchen | Bibliothek durchsuchen.
Eine der Stärken von Quodlibet stellt die Expertensuche dar. So findet zum Beispiel der folgende Ausdruck sämtliche Alben von Sting und Queen:
artist = |(Sting,Queen)
Die eingetippten Suchbegriffe merkt sich Quodlibet. Beenden Sie das Programm mit einer Suche, wendet es beim nächsten Start die gleichen Suchkriterien an. Das Programm führt auch eine Liste mit den zuletzt eingetragenen Suchbegriffen. Generell lassen sich zu jedem Tag Filterregeln erstellen und beliebig kombinieren. Einige Beispiele führt die Tabelle "Quodlibet-Filter" auf. Im Filter-Menü der Jukebox finden Sie zudem einige voreingestellte Funktionen. So spielt das Programm zum Beispiel Ihre 40 Lieblingssongs ab oder die 40 am wenigsten geschätzten. Welche Songs Sie besonders mögen, legen Sie über Titel | Bewertung fest. Benutzen Sie Gnome als Desktop, können Sie die Bewertung auch mit einem Rechtsklick auf das Panel-Applet von Quodlibet vornehmen.
Ein weiteres Schmankerl von Quodlibet finden Sie unter Musik | Einstellungen | Player. Hier legen Sie fest, ob die Jukebox einen automatischen Lautstärkeausgleich vornehmen soll. Quodlibet beherrscht hier neben dem üblichen stückbasierten Ausgleich auch die Anpassung pro Album. Quodlibet kommt standardmäßig sehr schlicht daher. Auf der Webseite des Programms finden Sie allerdings zahlreiche Erweiterungen, die neben dem Nutzwert auch den Fun-Faktor erhöhen.



